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600 Einträge
im Januar 2018

Zitieren nur mit Quellengabe © by Norbert Lüdtke, www.fernreisemobiltreffen.de;
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Jede Gemeinschaft entwickelt eigene Ausdrucksformen und Gepflogenheiten mit Wiedererkennungswert. Aufs Maul geschaut: Dieses Glossar versammelt Szene-Begriffe. Als Wörterbuch verbindet es Jargon mit Fachsprache, informiert anschaulich und beschreibt unterhaltsam, dabei nicht immer frei von Ironie:

 

► Abkürzungen von ATF bis ZMK 

Bauart-, Modell- und Typenbezeichnungen von ARO bis Wolf 

► Definitionen und Bestimmungen von Abgasnorm bis Zulassung 

► Quellen: EU-Vorschriften, StVO, StVZO, Kraftfahrt-Bundesamt, TÜV ...  

Spitznamen von Adventskalender bis Wüstenschiff 

Themen von Ablasten bis Zuladung, von Allrad bis Verschiffen 

Verweise: *Begriffe im Glossar; § Gesetze, Verordnungen

Weiterführend: siehe *Sprache, *Wikipedia

Wenn die Worte fehlen, bleibt der Gedanke diffus. Wer sich klar ausdrücken möchte, muss über einen Begriff verfügen. »Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt«, schrieb Wittgenstein 1918 im Tractatus logico-philosophicus. Sobald es also ein Wort für etwas gibt, erweitern sich die Grenzen des Denkens. Ein Wörterbuch kann so eine neue Welt erschließen.

   

4x4

Werblich strapazierter Begriff, der als *Achskonfiguartion oder Radformel eine bei *Allradantrieb verbreitete, aber nicht die einzige *Achskonfiguration benennt, daher nur eingeschränkt synonym für *Allrad, *Offroad oder *Gelände(-wagen).

Pendant: 4x2; englisch: Four by four, 4WD, Four Wheel Drive, niederländisch: vierwielaandrijving; italienisch: quattro ruote motrici; spanisch: tracción a las cuatro ruedas

4Motion

Markenname für den *Allradantrieb von Volkswagen als Nachfolger des *Syncro

Willy-Wiki:

A wie Allrad

AA

Gebräuchliche, aber nicht offizelle Abkürzung für *Auswärtiges Amt

aaSoP

Abkürzung für Amtlich anerkannter Sachverständiger oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr, den Oberbegriff für Personen mit Prüfungs- und Überwachungsaufgaben bei Kfz-technischen Prüfstellen.

siehe auch *Überwachungsorganisationen 

ABCDE-Schema

Die Abkürzung soll als »Eselsbrücke« bei Unfällen an das folgende Schema zu erinnern, damit  Unfallopfer schnell beurteilt werden können:

  1. Airway
    Atemwege freimachen und Halswirbelsäule immobilisieren

  2. Breathing
    Atmung überprüfen und sicherstellen

  3. Circulation
    Kreislauf und Blutungen kontrollieren

  4. Disability
    Defizite neurologischer Funktionen

  5. Exposure
    Untersuchung des Patienten, vor Auskühlung schützen

siehe auch *Eigensicherung

Abenteuer der Landstraße

Eine Fernsehserie (USA: Movin’ On) über die beiden *Fernfahrer Sonny Pruitt (Claude Akins ) und Will Chandler (Frank Converse) in ihrem grünen Kenworth W900 mit 44 Folgen (1974 bis 1976), die in Deutschland ab 1978 gezeigt wurden.

abfahren ...

(1) Der Claimer oder Slogan des *Fernreisemobiltreffens erinnert an das wichtigste Element des Reisens, den Aufbruch, den auslösenden Moment für das prickelnde Gefühl des Unterwegs-Seins

(2) »Bleiben und abfahren«, ein Song von DJ WestBam, alias Westfalia Bambaata, alias Maximilian Lenz

Abgasnormen

 

Die Einhaltung und Einstufung der Abgasnormen hat Einfluss auf die

  • Typgenehmigungen

  • Betriebserlaubnis (AU, HU)

  • Kfz-Steuer

  • Fahrverbote (Schadstoffklassen und Plaketten).

Ausnahmen gelten für Behördenfahrzeuge, selbstfahrende Arbeitsmaschinen und historische Fahrzeuge.

Je nach Treibstoffart lassen sich die Abgasnormen mehr oder weniger einfach erreichen. In der Reihenfolge Gase-Benzin-Diesel nimmt der technische Aufwand zu.

*Dieselpartikelfilter DPF helfen in vielen Fällen die Euro-4-Norm zu erreichen, eingeschränkt auch die Euro-5-Norm.

*SCR-Katalysatoren in Verbindung mit Adblue erreichen die Euro-6-Norm.

  • Euro 1 §
    Euro 2
    Euro 3 & 4
    §
    Euro 5 & 6
    §
    Lkw & Busse:
    Euro 3, 4, 5
    §
    Euro 6
    §

Abkürzungen

Personenkraftwagen, Lastkraftwagen und Kraftfahrzeug sagt kein Mensch, sondern: Pkw, Lkw, Kfz - also Initialabkürzungen der ersten Buchstaben mehrerer Wörter.

Wenn diese Abkürzung als Wort gesprochen werden kann (»Elkawe«), wird sie als Akronym bezeichnet und bildet ein neues *Kurzwort.  

Als *Backronym wird das Ergebnis des umgekehrten Vorgangs bezeichnet, wenn eine Abkürzung wie MAN neu gedeutet wird: Macht Andere Neidisch.

Akronyme in Großbuchstaben zu schreiben – PKW, LKW - wirkt in der Schriftform als »Schreien« und ist damit meist unangebracht, auch wenn es laut Duden nicht falsch ist. Abkürzungen, die nicht gesprochen werden können, sollten dagegen in Großbuchstaben geschrieben werden: KFZ, ESG, USA.

Weit verbreitet ist »Lkws« mit Plural-s, gleichfalls laut Duden zulässig, doch zu hinterfragen: denn es heißt ja auch nicht»zwei Lastkraftwagens« und kein Mensch schreibt »KFZs«. Beliebt ist auch die falsche Version LKW’s, deren »Deppen«-Apostroph einen ausgelassenen Buchstaben dort zeigt, wo keiner fehlt. Auch der Genitiv wird mit Apostroph oft falsch anglisiert: es heißt zwar Murphy's Law, doch *Murphys Gesetz

Ablastung

Es gibt einige triftige Gründe darüber nachzudenken, ob ein Fahrzeug »abgelastet« werden kann, also meist entweder auf 7,49 Tonnen oder auf 3,49 Tonnen. Dafür spricht:

  • die Fahrzeugklasse wird an die Fahrerlaubnisklasse angepasst

  • die gewichtsbezogene Kraftfahrzeugsteuer sinkt

  • der Versicherungstarif fällt geringer aus

  • längere Intervalle  zwischen den Hauptuntersuchungen

  • gewichtsabhängige Beschränkungen im Straßenverkehr entfallen: Überholverbote, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Parkverbote, Durchfahrtsverbote ...

Ablastung bedeutet, dass das zulässige Gesamtgewicht verringert wird. Da das *Leergewicht gleich bleibt, verringert sich damit die zulässige Zuladung. Eine *Mindestzuladung ist vorgeschrieben. Für Reisezwecke bleibt zu prüfen, ob die verbleibende Zuladung eine sinnvolle Größenordnung aufweist. Das Überschreiten des neuen zulässigen Gesamtgewichts gilt als Überladung und ist damit bußgeldpflichtig. Ablastung bedeutet dagegen in der Regel nicht, das Fahrzeug technisch zu verändern. Das Pendant dazu ist die *Auflastung.

Der Antrag auf Ablastung wird bei TÜV, Dekra oder einer anderen zugelassenen *Überwachungsorganisation gestellt.
Mit der Bescheinigung wird ein neues Typenschild beim Fahrzeughersteller angefordert. Beides ist Voraussetzung für die neue *Zulassungsbescheinigung I.

Abwasser

Grauwasser (grey water) stammt aus der Dusche, dem Waschbecken und der Spüle, Schwarzwasser (black water) aus der Toilette, beides wird beim »Dumping« entsorgt.

Accord Européen sur les Transports Routiers

Französisch für: Europäisches Übereinkommen über die Arbeit des im internationalen Straßenverkehr beschäftigten Fahrpersonals

Das AETR gilt in allen EU-Staaten und in Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Kasachstan, Liechtenstein, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Norwegen, Russische Föderation, San Marino, Schweiz, Serbien, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Weißrussland.

kurz AET; siehe auch *Sozialvorschriften

Achskonfiguration

Die Anzahl der Räder x Die Anzahl der angetriebenen Räder, beispielsweise 4x2 für einfache Fahrzeuge, 4x4 bei einfachem *Allradantrieb, 6x6 für Allradantrieb mit drei Achsen (z.B. Pinzgauer), 6x2 für einfache Lkw mit drei Achsen ohne Allradantrieb ... Zwillingsreifen zählen einfach. 

auch: Radformel, siehe auch *Allrad

ACME-Adapter

siehe *Gasadapter

Adages

Englischer Begriff für einprägsame Erfahrungsweisheiten, etwa *Murphy's law, *Airbag-Regel, *Wolken-Regel; eine Art Leitsatz, aber nicht identisch mit *Eselsbrücke.

ursprünglich von adagium, lateinisch: Sprichwort.

AdBlue

Markenname des Verbandes der Automobilindustrie e. V. VDA für eine 32,5-Prozentige wässrige Lösung von Harnstoff, auch: AUS 32 für aqueous urea solution oder Arla 32.

Damit Dieselmotoren die *Abgasnorm erfüllen können, wird »AdBlue« vor dem *SCR-Katalysator ins Abgas eingespritzt. Es ist ein zusätzlicher Tank nötig, der Verbrauch liegt bei 5% des Treibstoffverbrauchs.

In Nordamerika wird diese Lösung als Diesel Exhaust Fluid (DEF) bezeichnet.

Adventskalender

Fernfahrerjargon für die Mercedes-Benz *Frontlenker-Modelle mit nicht kippbarem Führerhaus (1963-74). Diese besaßen viele Klappen und Türchen zur *Wartung.

AETR

Abkürzung für *Accord Européen sur les Transports Routiers

African Workhorse

Spitzname für den *Toyota Hilux

Afrika:
Routen

► Carretera Panafricana, Trans-& Pan-African Highways

  • Tripolis-Kapstadt     11.000 km

  • Kairo-Kapstadt        10.500 km

  • Kairo-Dakar              9.000 km

  • Lagos-Mombasa        6.500 km

  • Dakar-Ndjamena       5.000 km

  • Algier-Lagos             4.500 km

  • Ndjamena-Dschibuti   4.500 km

  • Dakar-Lagos             4.000 km

  • Beira-Lobito              3.500 km

Karte & mehr Infos, auch zu den Fehlstellen (missing links). 

Berühmte Strecken sind beispielsweise: 

  • Greath North Road (Cape to Cairo), eine Idee von Cecil John Rhodes vor mehr als 100 Jahren, bezeichnet heute nur das Teilstück in Sambia.

  • Darb el-Arba'in, die Straße der 40 Tage oder Todesroute, von Al Faschir im Sudan nach Asiut in Ägypten, durch Darfur und durch den Selima-Sandsee, etwa 1.500 km.

  • Hoggarpiste von Algier nach Tamanrasset, etwa 2.200 km.

  • Leopard Hill Road in Sambia, 140 km die es in sich haben.

  • Hunters Road, vom Sambesi nach Südafrika, im engeren Sinn von Kasane nach Nata, 300km entlang der Grenze Botswana-Simbabwe.

  • Trans-Kalahari von Walvis Bay in Namibia bis Francistown in Botswana, mehr als 1700 km.

  • Trans-Caprivi, Teil der Transafrika-Strecke von Walvis Bay nach Dar es-Salam, weit über 4.000 km.

AIRBAG-Regel

Abkürzung als Merkhilfe für die Eigensicherung bei Unfällen:

  • Abstand halten
  • Innenraum erkunden
  • Rettungskräfte warnen
  • Batteriemanagement
  • Abnehmen der Innenverkleidung
  • Gefahr an den Airbag-Komponenten

Alkoven

aus dem Französischen alcôve, über das Spanische alcoba, ursprünglich arabisch

In der Architektur eine abgeschlossene Bettnische in unbeheizten Räumlichkeiten, also wärmer und zudem intimer. Im Wohnmobil der sich über der Fahrerkabine befindende Teil der Wohnkabine, als Liege- und Bettfläche genutzt.

auch *Nasenbär (Spitzname)

Allesfresser

Bundeswehr-Jargon für den *MAN 630 L2A

All-in-one

Spottname für Universaltechnik in Verbindung mit »master of none«

auch: Universal-, Multi-; siehe auch *Wollmilchsau, eierlegende

Allradantrieb

Ziel es Allradantriebes ist es, die Kraftübertragung auf den Untergrund zu erhöhen, indem möglichst viele Räder angetrieben werden, meist mit der Radformel *4x4.

Technisch am einfachsten gelingt das über eine mechanisch einzulegende Klauenkupplung, die die Antriebskraft über Kardanwellen gleichermaßen auf beide Achsen legt und mit sperrbaren Achsdifferentialen die Antriebskraft gleichermaßen auf die Räder verteilt.

Allradantrieb ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, die *Geländegängigkeit des Fahrzeugs zu erhöhen. Er vermittelt ein höheres Gefühl der Fahrsicherheit, verleitet aber auch zu höheren Geschwindigkeiten im Gelände. Das Bremsverhalten wird jedoch nicht besser, während das Fahrverhalten in Kurven sich durch das gesperrte Differential verschlechtert. Das Ausbrechen aus der Kurve bei zu hoher Geschwindigkeit wird so zu einer der häufigsten Unfallursachen. 

englisch: AWD All Wheel Drive, französisch: *TRM Toutes roues motrices; italienisch: trazione integrale; spanisch: tracción integral

Allradfahrzeug

*Allradangetriebene Fahrzeuge sind Fahrzeuge mit mehr als einer angetriebenen Achse.
[Quelle:
Kraftfahrtbundesamt]

Allradler

Markenname, siehe *Fernreisemobil-Zeitschriften

All Terrain Vehicle

abgekürzt ATV; ein Fahrzeug mit *Allradantrieb, Niederdruckreifen, einem Sitz, einem Lenker zur Steuerung und in der Lage, auf unterschiedlichem Gelände zu fahren [American National Standards Institute ANSI].

Oft gleichbedeutend mit *Quad verwendet, umfasst jedoch als Oberbegriff auch quad bike, three-wheeler, four-wheeler, quadricycle ...

Umgangssprachlich werden mit »Quad« eher Spaßmobile, mit »ATV« eher land- und forstwirtschaftliche Arbeitsgeräte bezeichnet, die mit Anbaugeräten auch als Rasenmäher oder Schneepflug eingesetzt werden können.

[Norm EN 15997:2011 Geländegängige Fahrzeuge ATV-Quads]

 

Roadmovie: The Straight Story (David Lynch, USA 1999) Der 73-jährige Rentner Alvin Straight (Richard Farnsworth) fährt 400 Kilometer von Iowa nach Wisconsin, mangels Führerschein jedoch auf einem John Deere Aufsitz-Rasenmäher - echt lynchesk!

Amerika:
Routen

►Pan-American Highway, Ruta Panamericana

Ein System von rund 48.000 km Schnellstraßen verbindet Prudhoe in Alaska mit Ushuaia in Feuerland; die kürzeste Stecke beträgt knapp 26.000 km. Zwischen Panama und Kolumbien muss ein Teilstück der Panamericana mit der Fähre zurückgelegt werden. Ein sich über etwa 100km erstreckender Dschungel verhindert mit Sümpfen und Bergen ein Durchkommen, der »Tapón del Darién« in Panama, englisch Darien Gap. Ernsthafte Absichten, dieses natürliche Hindernis technisch zu meistern, sind nicht zu erkennen. 

Karte & Karte & mehr Infos

Berühmte Strecken, manche Teil der Panamericana, sind:

  • Alaska Highway von Dawson Creek nach Delta Junction, 2.288 km lang.

  • Route 66, auch Mother Road oder Main Street of America, Chicago in Illinois nach Santa Monica in Kalifornien,
    3944 Kilometer.

  • Pony-Express-Route von St. Joseph in Missouri nach Sacramento in Kalifornien, mehr als 3.000 km.

  • Gringo Trail, eine touristische Route durch Mittelamerika, die Highlights berührend.

  • Transamazonika, Brasilien, mit der BR230 Teil einer geplanten Atlantik-Pazifik-Verbindung.

  • Transoceánica zwischen São Paulo am Atlantik und Arequipa am Pazifik.

  • Carretera Austral oder Ruta CH-7 in Chile, 1.350 km von Puerto Montt nach Villa O’Higgins.
  • Ruta 40, von der Grenze nach Bolivien in Nord-Süd-Richtung durch Argentinien bis Río Gallegos, 5301 km.

Analytische
Task Force

Spezialeinheiten bei der Berufsfeuerwehr, die CBRN-Gefahren (chemische, biologische, radiologische, nukleare Gefahren) erkennen und bekämpfen sollen. Dazu dienen: ein Einsatzleitwagen *ELW, zwei CBRN-Erkundungswagen ErkW sowie ein Gerätewagen GW. 

abgekürzt: ATF, siehe auch *BOS,  *Einsatzfahrzeuge

Anschaffungen

Der Reisemobil-»Markt« verkauft in erster Linie über Convenience-Argumente, Image (Muss man haben!) und Optik an die größte Kundenzielgruppe, deren Priorität auf der Zufriedenheit im Bereich »Wohnen« liegt; manche orientieren sich an *Premium Mediocrity.

Anschaffungen technischer Produkte lassen sich zunächst nach ihrem Sinn befragen:

  1. Lösen sie ein Problem?
  2. Bringen sie einen Zusatznutzen?

Das Neue muss beweisen, dass es besser ist als das Bisherige. Die »*allgemein anerkannten Regeln der Technik« basieren auf drei Säulen: sie sind von der Mehrheit der Fachleute anerkannt, sie sind erprobt und sie haben sich bewährt. Ein innovatives neues Produkt durchläuft erst einmal den *Hype cycle und macht die Kinderkrankheiten durch, siehe auch die *Badewannenkurve.

Anschaffungen werden mit den meist idealisierten Leistungen der Neugeräte begründet. Aber erstens altern Materialien und Geräte, zweitens repariert man sich um die Welt und drittens sind unterwegs die Sekundärfunktionen oft wichtiger:

  • funktioniert zuverlässig unter wechselnden Bedingungen

  • funktioniert dauerhaft auch im höheren Alter

  • lässt sich gut reparieren

  • Ersatzteile sind leicht zu erhalten

  • frißt keine unnötige Energie

Apotheke

Werkstattjargon für den *Ersatzteilehandel von Mercedes-Benz.

Arche

Heinrich Hauser (* 27. August 1901 Berlin; † 25. März 1955 Dießen) fuhr 1934 als einer der ersten mit einem Wohnwagen 134 Tage durch Deutschland und schrieb darüber ein Buch.

Die selbstgebaute Arche war 5,50 Meter lang, 1,90 Meter breit und 3,20 Meter hoch. Ein Ford Packard zog die zwei Tonnen schwere Last.

FAZ 29.01.2006: Jan Brand: Fünf Ehen, viele Berufe und ein rastloser Bericht

Heinrich Hauser: Fahrten und Abenteuer im Wohnwagen. Dresden: Reißner 1935.  Reprint Dolde Medien 2004

ARGIC

Abkürzung für *Automotive Replacement Glass Identification Centre

ArmyLiqShops

Die Abteilung Liquidation der RUAG Defence vertreibt nicht mehr benötigte militärische Ausrüstung und Fahrzeuge der Schweizer Armee im Auftrag des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS in Thun und Sankt Gallen sowie online.

www.armyliqshop.ch

ARO

Abkürzung für *Auto România

ASC

Abkürzung für *Auto-Schnauferl-Club

Asien:
Routen

►Asiatisches Fernstraßen-Projekt

  • AH1 20.557 km → AH5
    Tokio, Japan zur Grenze Türkei mit Bulgarien
  • AH2 13.177 km
    Denpasar, Indonesien nach Khosravi, Iran/Irak
  • AH3 7.331 km → AH6/AH5→ AH2
    Ulan-Ude, Russland nach Tanggu, China, und Shanghai, nach Chiang Rai, Thailand und Keng Tung, Myanmar
  • AH4 6.024 km
    Nowosibirsk, Russland → AH6 nach Yarantai, Mongolei
    → AH5 nach Ürümqi, China
    → AH7 nach Karatschi, Pakistan
  • AH5 10.380 km → AH3 → AH1
    Shanghai, China zur Grenze Türkei mit Bulgarien
  • AH6 10.475 km → AH1
    Busan, Südkorea zur Grenze Russland mit Weißrussland
  • AH7 5.868 km → AH4
    Jekaterinburg, Russland nach Karatschi, Pakistan
  • AH8 4.718 km
    Grenze Russland/ Finnland nach Bandar Emam, Iran

Karte W & mehr Infos  

Berühmte Strecken sind beispielsweise: 

  • Grand Trunk Road, GT Road,  vom Khyber (Chaiber) Pass an der afghanischen Grenze durch Pakistan und Indien nach Kalkutta (Kolkata), dort Teil des National Highway NH- 1 und 2, rund 2.500 km.

  • Karakorum-Highway, von Kaschgar in Xinjiang, China, nach Haripur in Pakistan, rund 1.400 km.

  • Baikal-Amur-Magistrale in Russland, von Taischet nach Sowjetskaja Gawan entlang der Eisenbahntrasse, etwa 4300 km.

  • Weihrauchstraße, ein System von Karawanenrouten, das das südliche Arabien vom Jemen bis zum Oman mit dem Mittelmeer verband.

  • Sibirischer oder Moskauer Trakt, von Moskau über Tjumen durch Sibirien bis Wladiwostok am Pazifik, knapp 8.000 km.

  • Seidenstraße, ein Netz von Karawanenstraßen, das sich nahezu beliebig groß denken lässt zwischen Mittelmeer, Indischem Ozean und Chinesischem Meer. Im engeren Sinn die Wege, die Zentralasien mit China, Indien, Arbaien und Europa verband.

  • Ring Road, ein Straßennetz Afghanistan, etwa 2200 Kilometer.

  • Burmastraße von Rangun über Lashio nach Kunming in China, rund 2.000 km.

  • Georgische oder Grusinische Heerstraße von Wladikawkas in Russland nach Tiflis in Georgien, mehr als 200 km.

Asphaltblase

Spitzname für die BMW Isetta wegen ihrer Kleinheit und der kugeligen Form, auch: Knutschkugel

Asphalt-Cowboy

(1) 1969 ein Film (USA) von John Schlesinger. Der Titel, eigentlich Midnight Cowboy, bezieht sich auf die Antihelden in den Hauptrollen, Dustin Hoffman und Jon Voight. Mit Lkw, Highways und Fernfahrern hat der Film nichts zu tun.

(2) Die Figur des Asphalt-Cowboys als modernem Held prägten 1977 Burt Reynolds in Ein ausgekochtes Schlitzohr (Hal Needham), 1978 Clint Eastwood in Der Mann aus San Fernando (James Fargo), 1978 Kris Kristofferson in Convoy (Sam Peckinpah), 1979 Robert Redford in Der elektrische Reiter (Sydney Pollack) und 1979 Nick Nolte in Die Bullen von Dallas (Ted Kotcheff). Unverzichtbarer Bestandteil sind  Country-Musik und der Ritt oder die Fahrt in den Sonnenuntergang, wichtig sind der Truck (oder das Pferd) und der Highway.

(3) 1980 das gleichnamige Album von Tom Astor mit Country-Songs.

(4) Ab 2012 entstand eine erfolgreiche deutsche Fernsehserie über Trucker in Europa mit derzeit fünf Staffeln, die unverändert der Figur des Asphalt-Cowboy huldigt.

siehe auch *Fernfahrer

ATE

Abkürzung für die Firma Alfred Teves (* 27. Januar 1868, Trittau, 5. November 1953, Blumberg), 1906 gegründet, heute zu Continental gehörig, einem Hersteller von Autozubehörteilen, insbesondere Bremsen und Hydraulik. www.ate.de

ATF

Abkürzung für *Analytische Task Force

ATF

Abkürzung für engl.  Automatic Transmission Fluid, siehe *Automatikgetriebeöle

ATL

Abkürzung für *austauschbare Ladungsträger

ATV

Abkürzung für engl. *all terrain vehicle

Auf Achse

Eine deutsche ARD-Fernsehserie mit 86 Folgen (1977 bis 1996) mit den Fernfahrern Franz Meersdonk (Manfred Krug) und Günther Willers (Rüdiger Kirschstein).

Authentizität wurde sehr wichtig genommen, daher wurde »Orient-Berti« als Berater verpflichtet, der Fernfahrer Engelbert Teischl aus Freising (Spedition Trans-Tours).

siehe auch *Fernfahrer

Auflastung

Auflastungen des zulässigen Gesamtgewichtes können ohne technische Änderungen bis zu einem Richtwert von etwa +4% erfolgen.

Dazu bedarf es entweder eines Prüfzeugnisses oder einer positiven Stellungnahme eines Technischen Dienstes (*Überwachungsorganisation), mindestens aber die ausdrückliche Zustimmung des Fahrzeugherstellers.

Das neue zulässige Gesamtgewicht wird in den Fahrzeugpapieren  unverzüglich berichtigt und auf dem Fabrikschild des Fahrzeuges angegeben.

[Verbindliche Arbeitsanweisung der Technischen Leitungen aller amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen und Technischen Prüfstellen vom 18.10.2001 – Stand 17.12.2003 - Seite 32]

Auktion

siehe *Versteigerungen

Aus- & Umbauer

Alustar ♦ Batari ♦ Bimobil ♦ Bischoff & Scheck ♦ Bliss ♦ Bocklet ♦ EQ-Line ♦ Excap ♦ Exploryx ♦ Fuess ♦ Gecko Truck ♦ Kerkamm ♦ Langer & Bock ♦ Orange Work ♦ Ormocar ♦ Orthos ♦ Procab ♦ Tartaruga ♦ Terra Camper ♦ Unicat ♦ Volker Lapp ♦ Woelcke ...

Ausrüstung

Diese Kategorie umfasst:

  • Aufrüstung des Basisfahrzeugs: größerer Tank, andere Rahmenlagerung, andere Bereifung ...

  • Ergänzende Module: Staukästen, Rammschutz, Dachgepäck, Heckträger ...

  • Infrastruktur und feste Einrichtungen des Wohnbereichs: Elektro-, Wasser-, Abwasser-, Gas-Installation, Küche, Bad, Bett ...

  • Mobiles Inventar: Lebensmittel, Küchenutensilien, Bekleidung, Bücher & Karten, Infotechnik, Werkzeug ...

  • *Mitführpflichten

siehe auch *Anschaffungen

Austauschbare Ladungsträger

Oberbegriff für *Container, Mulden usw nach StVZO §32 und §42 Absatz 3. Als Lkw für ATL zugelassen, wird der *Wohnkoffer zur Ladung und damit irrelevant für TÜV- und Gasprüfungen.

abgekürzt: ATL, siehe auch *Wechselbrücke

Australien:
Routen

Der Ein-Land-Kontinent fördert durch seine Form eine »Ring Road«; das dadurch entstandene System von Fernstraßen heißt National Highway, wobei jeder einzelne National Highway zwei Hauptstädte von Bundesstaaten verbindet.

Davon setzen sich die Outback-Tracks ab, unter anderem:

  • Der Outback Highway umfasst sowohl Highways als auch Outback Tracks und führt von Winton in Queensland nach Laverton, zuletzt unter dem Namen Great Central Road, 2.800 km. 

  • Anne Beadell Highway, eine Outbackpiste von Coober Pedy nach Laverton, mehr als 1.300 km.

  • Gunbarrel Highway, eine Wüstenpiste von Victory Downs nach Carnegie Station, mehr als 1.400 km.

  • Oodnadatta Track, eine Outbackpiste von Marree über Oodnadatta nach Marla, mehr als 600 km

Tourist Roads

Auswärtiges Amt

Ein wichtiger Informationskanal ist das Auswärtige Amt, oft AA abgekürzt. Dort laufen unentwegt Länderinformationen ein. Sofern man die meist sehr zurückhaltenden und extrem vorsichtigen Bewertungen von den sorgfältig geprüften Sachinformationen trennen kann, ist dies  hilfreich, insbesondere im Vergleich mit den Auswärtigen Ämtern anderer Länder (Foreign Office, Affaires étrangères): 

Ausweispflicht

Nach § 1 Personalausweisgesetz (PAuswG) ist jeder deutsche ab dem vollendeten 16. Lebensjahr ausweispflichtig und muss einen gültigen Personalausweis oder einen noch gültigen Reisepass besitzen. Eine gesetzliche *Mitführpflicht besteht nur in wenigen Ausnahmefällen.

EU-Bürger brauchen innerhalb des grenzfreien Schengen-Raums Personalausweis oder Reisepass nicht vorzuzeigen. Es ist jedoch angeraten, zum Nachweis der Identität eines dieser Ausweisedokumente mitzuführen.
Der Führerschein ist nicht als gültiges Reisedokument oder zum Nachweis der Identität anerkannt.

Nicht zum Schengenraum gehören: Bulgarien, Großbritannien/Nordirland, Irland, Kroatien, Rumänien, Zypern.

Autarkie

abgeleitet aus dem altgriechischen autarkeia für Selbstandigkeit. 

Autarkie geht über Selbstversorgung hinaus und umfasst die Fähigkeit zu autonomem Handeln, also weitgehende Unabhängigkeit. Fernreisemobile gelten als autark, wenn sie Tage oder Wochen (Expeditionsmobile) unabhängig sind von externer Versorgung mit Treibstoff, Energie, Wasser und Lebensmitteln; ihre Versorgungstechnik ist strukturell nicht auf Stellplätze oder Campingplätze angewiesen.

siehe auch *Inselanlage Reisemobil

Autler

Der Spitzname als Eigenbezeichnung für Autoenthusiasten entstand wohl bereits um 1900; man organisierte sich im *ASC, noch 1925 eine »Gesellige Autler-Vereinigung«. Der Chemiker Walter Ostwald publizierte eine »Autler-Elektrik« (Berlin 1911) und die » Rezeptchemie für Autler« (Berlin 1918).

nicht ganz synonym mit Autonarr, im Englischen entspricht ihm der *petrolhead.

Automatikgetriebeöle

Hydrauliköl für Getriebe und Servolenkung, meist rot, selten grün gefärbt. Es gibt keine einheitlichen Standards, jedoch Spezifikationen wie Dexron und andere, die von mehreren Fahrzeugherstellern genutzt werden. Für Spezifikation und Wechselintervalle sind ausschließlich die Angaben der Fahrzeughersteller entscheidend.

Entfärbung und Verfärbung (braun, schwarz) deuten auf übernutztes Öl hin. Zwar preisen die Fahrzeughersteller »Lebensdauerfüllungen« an, allerdings empfehlen die Getriebehersteller den Wechsel nach 80.000 Kilometern; übrigens definieren die Fahrzeugbauer »Lebensdauer« mit rund 160.000 Kilometern. Der vollständige Austausch des Getriebeöls erfordert Know-How und Spezialgeräte (z. B. »Tim-Eckard-System«). 

abgekürzt ATF für engl. Automatic Transmission Fluid, siehe auch *Schmiermittel

Automobil-Clubs

  • ADAC - Allgemeiner deutscher Automobil-Club

  • VCD   - Verkehrsclub Deutschland e.V.

  • ACE   - Auto Club Europa e.V.

  • AVD   - Automobilclub von Deutschland

  • ÖAMTC - Österreichischer Automobil-, Motorrad- & Touringclub

  • TCS   - Touring Club Schweiz

  • ACS   - Automobil Club der Schweiz

  • AAA   - American Automobile Association

  • AA     - South Africa

Automotive
Replacement Glass Identification Centre

abgekürzt ARGIC, ein Kennzeichnungszentrum für Fahrzeugglasersatzteile, www.argic.org

Erst seit 1993 gibt es ein eindeutiges internationales System zum Kennzeichnen von Kfz-Scheiben, den ARGIC-Code. Dieser bis zu 15-stellige Code besteht aus

  • Herstellernummer (zweistellig)

  • Modellcode (zweistellig)

  • Scheibenkategorie (A= Windschutzscheibe, B=Heckscheibe ...)

  • Buchstaben für Glastönung, Sonnenschutzbalken ...

siehe auch *Scheibenstempel

Auto România

Firmenname des 1957 in Câmpulung gegründeten rumänischen  Fahrzeugherstellers, der 2006 aufgelöst wurde. ARO baute ausschließlich Geländewagen, als ersten 1957 den IMS 57 (Intereprinderea Metalurgică de Stat) als Nachbau des russischen GAZ-69.

abgekürzt ARO; siehe auch* Kraftfahrzeuge, Einteilungen

Auto-Schnauferl-Club

Der Auto-Spargel-Club wurde im Jahre 1900 in Nürnberg gegründet und wenig später umbenannt in Auto-Schnauferl-Club. Heute ist er der »der älteste, durchgehend existierende Oldtimer-Club in Deutschland«.

Der Club kennt Schnauferldamen, Schnauferlbrüder und Ehrenschnauferlbrüder; die Clubzeitschrift heißt »Das Schnauferl«, siehe auch *Schnauferl. 

abgekürzt ASC;www.asc-schnauferlclub.de

Willy-Wiki:

B wie Bully

Backronyme

Gerne werden Automobilmarken scherzhaft umgedeutet:

  • Automobiler Unsinn Deutscher Ingenieure

  • Bin Maßlos Wichtig

  • Fehler In Allen Teilen

  • Für Opa Reicht Das

  • Gerät Ohne Logische Funktion

  • Heute Ohne Nennenswerte Defekte Angekommen

  • Katastrophe Im Anflug

  • Letzter Auf Der Autobahn

  • Macht Andere Neidisch

  • Müll Auf Zwei Drehenden Achsen

  • Offensichtlicher Pfusch Eines Lehrlings

  • Rostet Eigentlich Nie Ausser Unter Lackierten Teilen

  • Sehen, Einsteigen, Aussteigen, Totlachen

  • Sehr Alt, Aber Billig

  • Sinnlose, Unzusammenhängende Zusammenstellung Unzähliger Konstruktionsirrtümer

siehe auch *Abkürzungen

Badewanne    

Spitzname für den Schwimmwagen *GAZ 46

Badewannenkurve

siehe Weibull-Verteilung

BAG

Abkürzung für *Bundesamt für Güterverkehr

Bagatellschaden

(1) Nach der Schadenshöhe ist die Bagatellschadensgrenze nicht eindeutig festgelegt, wurde jedoch vom Bundesgerichtshof BGH mehrfach bei etwa750 Euro liegend erkannt.
Manche Versicherungen übernehmen erst oberhalb dieser Grenze die (vollen) Kosten für den Sachverständigen. Bis zu dieser Grenze kann die Reparaturkosten-Kalkulation ersatzweise durchgeführt werden.

(2) Nach der Schadensart ein nicht bemerkenswerter Kleinschaden

(3) Euphemistischer Werkstattjargon für Lack- und Karosserieschäden, die keine tragenden Teile des Autos funktionell beschädigt haben, etwa Türen, Motorhaube ... Der Wagen ist zwar nicht unfallfrei, wird aber nicht als Unfallwagen angesehen.

Bajonett-Adapter

siehe *Gasadapter

Bakkie

Spitzname (africaans) für den *Toyota Hilux 

Barkas B1000

1961 bis 1990 der Kleintransporter der DDR zwischen Multicar und Robur LO. 

Basha

ursprünglich assamesisch für einen »Hut« aus Bananen- oder Palmenblättern.

Basha bezeichnet in der britischen Armee eine Multifunktionsplane (tarpauline, tarp) mit Ösen ringsum, die insbesondere als Notunterschlupf (shelter) verwendet werden konnte und unter diesen Namen im Ausrüstungshandel zu finden ist.

Basisfahrzeug
1: Das Richtige!

Welches ist das richtige Basisfahrzeug zum Reisemobilausbau für mich?

Auf diese Frage gibt es keine allgemein gültige Antwort.
Die Auswahl des Fahrzeugs ist eines der Hauptthemen in der Community und wird immer wieder neu diskutiert ohne je abgeschlossen zu werden.

Jeder möchte eine eierlegende Wollmilchsau, aber selbst diese kann unterschiedliche Farben und Größen haben.

  • Wer Geld hat, lässt sich etwas sechsstelliges bauen.

  • Schrauber kaufen sich einen Oldtimer.

  • Bastler bauen sich einen Kastenwagen aus.

Und für jede Reise und jeden Lebensabsschnitt braucht es eigentlich wieder ein anderes Fahrzeug. Du kannst Dir Deinen persönlichen Kriterienkatalog erstellen, diese nach Prioritäten ordnen und dann ein Fahrzeug nach Punkten auswählen.

Glücklich wirst Du damit aber auch nicht, weil letztlich ein Fahrzeug emotional ausgewählt wird.
Wenn das passt, nimmt man auch die Schwächen in Kauf.
Ist ein bißchen wie bei der Partnerwahl - den kann man sich auch nicht backen. 

Das Beste ist: Geh zu den Treffen, guck in die Fahrzeuge, rede mit den Leuten - irgendwann zeigt sich das passende Fahrzeug!

Hier im Glossar gibt es jede Mengen Know-How zu Einzelaspekten. Wissen hilft zu differenzieren und zu begründen, beantwortet jedoch die Frage nicht.

Basisfahrzeug
2: Funktionen und Rahmenbedingungen

Jedes Reisemobil bedient die vier Hauptfunktionen (1) Fahren, (2) Wohnen, (3) Transportieren (Autarkie), (4) Wegenetz-Qualifikation:

  • Die Fahrfähigkeiten variieren im Spektrum von Nahverkehr bis Langstrecke, von Land zu Stadt, von Straße über Piste bis Offroad, von langsam bis schnell.

  • Die Wohnfähigkeiten variieren im Spektrum von Wochenendtrip über Urlaub bis Langzeitreise, von der einfachen Schlafstatt über ZKDB bis hin zum Eigenheim auf Rädern, von spartanisch bis Luxus.

  • Die Fähigkeiten zum Transport dienen der autarken Versorgung mit Treibstoff, Wasser, Energie, Lebensmittel, Werkzeug und täglichem Bedarf. Im einfachsten Fall liegt der gepackte Rucksack im Kofferraum. Am anderen Ende steht der 12-Tonner mit 800 Liter Treibstoff, 800 Liter Wasser, Solaranlage, vielen Lithiumbatterie, Generator usw. - genug, um monatelang in der Wüste unterwegs zu sein. Die meisten erfahrenen Fernmobilreisenden kommen zu dem Schluss: Weniger ist mehr.

  • Jedes automobile Wegenetz hat Eigenschaften, aus denen Anforderungen an die teilnehmenden Fahrzeuge resultieren. Je nach Gewicht, Höhe, Länge, Breite, Motorisierung, Zulassungsart ... öffnen und schließen sich Zugänge zu bestimmten Netzen: Autobahnen oder Waldwege, Großstädte oder mittelalterliche Stadtkerne, kleine Gebirgsdörfer oder weiträumige Landschaften, Insel-Hopping oder endlose Highways, Nationalparks oder Grenzübergänge, Lehmpisten durch dampfenden Dschungel oder schmale Felswege im Hochgebirge - nicht hinsichtlich der Geländegängigkeit, sondern:
    + Ist das Befahren rechtlich erlaubt?
    + Kommt das Fahrzeug bauartbedingt (Gewicht, Höhe, Breite, Länge) durch?
    + Ist es technisch in der Lage, den Anforderungen dauerhaft zu genügen (geringer Luftdruck, Anstiege, Gefälle, Fahrbahndynamik ...)
    + Sind daraus folgende Bedingungen (z. B. Permit), technischer Aufwand (Umbau von Anbauten), Kosten (ostafrikanische Nationalparks) ... akzeptabel oder beeinträchtigen sie die Reiseplanung grundlegend?
    + In Europa setzt das EU-Recht Schwellen rechtlicher Art bei Fahrzeugen über 3,5 t, über 7,5 t, über 12 t. Das betrifft den Führerschein ebenso wie Höchstgeschwindigkeiten, Parkmöglichkeiten ... aber auch Steuer und Versicherung.

Es ist daher sinnvoll Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:

Rote Linien hinsichtlich Fahrzeugart, -gewicht, -länge, -höhe oder Radstand festlegen. Technische Aufrüstung (also länger, breiter, höher, schwerer) mag vordergründig ein Problem lösen, bringt aber auch immer neue Probleme mit sich und kostet immer Geld, Energie und Zeit. Stattdessen kann das ursprüngliche Problem von der Wurzel her auch durch Weglassen gelöst werden.

Über das Feintuning entscheiden zudem die Dauer der Reise, das Klima und die Umgebung, in der das Fahrzeug bewegt wird. Passt der Aufwand zum Bedürfnis? 

Last but not least entscheiden die subjektiven Faktoren der »Regierung«, ohne die alles nichts ist:

  • Soll es puristisch sein oder luxuriös?

  • Passt es zum Image?

  • Werden wir - als Paar, als Familie - damit glücklich?

Wie gestaltet sich der Notausgang im worst-case-Fall, wenn die Voraussetzungen der Reise nicht mehr gegeben sind: bei Streit oder Panne, Krankheit oder Unfall, Trennung oder Fahrzeugverlust?

Basisfahrzeug
3: Kategorien & Module

1. Kategorie wählen: Man kann alles zum Reisemobil machen was rollt, Hauptsache es passt (siehe oben). Etwas einfacher wird es, wenn man sich zunächst für eine Kategorie innerhalb des Marktangebotes entscheidet:

  • Hochdachkombi

  • Minibus

  • Transporter/Kastenwagen bis 3,5 t

  • Transporter/Kastenwagen über 3,5 t

  • 4x4 Pickup/Geländewagen

  • Transporter/Leicht-Lkw mit Koffer

  • Lkw-Nutzfahrzeug mit anzupassendem Aufbau

  • Lkw über 7,5 t mit Koffer

  • Lkw über 12 t mit Koffer

2. Aufrüstung planen: Innerhalb jeder Kategorie lässt sich in gewissem Maße aufrüsten; bei Neuwagen setzt die Konfiguration erste Grenzen; Ausbaufirmen bieten spezialisierte Modellvarianten. Wer zu viel aufrüstet, ist zu tief eingestiegen; denn aus einer Ente wird kein Bulli.

3. Module ergänzen: Auch lässt sich jede Kategorie modular ergänzen, doch wird jeder Vorteil mit Nachteilen erkauft: Dach- oder Heckgepäckträger, Anhänger oder Wohnwagen, Dachzelte oder Absetzkabinen, Anbauten oder Heckgarage mit Moped oder Kleinwagen.

Batterie-managementsystem

abgekürzt BMS

Der Begriff ist nicht definiert und kann sowohl für das Laden einer Batterie, für die gesamte Regelung zwischen Batterie und Fahrzeug oder auch nur für das geregelte Laden von Fahrzeug- und Bordbatterie verwendet werden:

Gute Ladegeräte passen ihr Lademanagement mittels BMS sowohl an unterschiedliche Batteriesysteme (Gel, AGM) an als auch an den individuellen Ladezustand der einzelnen Batterie.

Die Haltbarkeit von Bleibatterien kann damit verlängert werden, insbesondere durch Erhaltungsladung über längere Zeiträume.

Für Lithiumbatterien ist ein BMS unverzichtbar, da bereits ein Überladen einzelner Zellen zum Tod der Batterie führt.

Ein Dual Battery System trennt Starter- und Bordbatterien im Reisemobil. In den ersten fünf Minuten nach dem Starten und bei Batteriespannungen unter 12,7V lädt die Lichtmaschine ausschließlich die Starterbatterie.

Baustellenschlüssel

 

Unterschiedlich dimensionierte und kombinierte Drei- und Vierkantschlüssel, innen und außen, meist 7-9 mm, teils auch mit Bart, Stufenschlüssel, Inbus, Flaschenöffner usw.

Sie werden eingesetzt, wenn einerseits Unbefugten der Zugang verwehrt werden soll, andererseits jedoch ein nicht präzise zu bestimmender Personenkreis sich Zugang verschaffen kann, also etwa Handwerker und Architekten auf Neubaustellen (Baustellentüren, Wasseranschlüsse, Schaltkästen ...)

auch Hausmeisterschlüssel, (Neu-)bauschlüssel, ähnlich *Berner Schlüssel, *Feuerwehrdreikant, mehr siehe *Schraubenschlüssel

Bauwagen

siehe *Wagenleben

BBC

Abkürzung für engl. *bumper-to-back-of-cabin; also an dieser Stelle mal nicht die British Broadcasting Corporation

BDF (> BGL)

Abkürzung für Bundesverband des Deutschen Güterfernverkehrs, umbenannt und heute Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung BGL

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

Beamtendeutsch für Einrichtungen und Organisationen, die Gefahren innerhalb Deutschlands abwehren sollen: Feuerwehr, Katastrophenschutz, Polizei, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk (THW), Zoll - die Bundeswehr zählt nicht dazu. Dazu gehören können auch gemeinnützige  Vereine und sogar private Unternehmen (etwa Rettungsdienste), manche auch nur nur teilweise und/oder  vorübergehend:

  • Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)

  • Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)

  • Deutsches Rotes Kreuz (DRK) mit
    Wasser-, Bergwacht, Rettungshundestaffel

  • Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH)

  • Malteser Hilfsdienst (MHD)

abgekürzt: BOS; umgangssprachliche Kurzform »Blaulichtorganisationen«

Beidou

siehe *GPS

Bergematerial

  • Gurte und Schlingen

  • Hebekissen

  • Gleitschutzketten (Schneeketten)

  • Pallholz:  schwer belastbare Kanthölzer, Keile und Bohlen zum Sichern und Stabilisieren

  • Sandbleche
    Ausführung: Luftlandebleche, waffle-boards, Gitterroste, Sandladder, Paddockplatten (Terra-Grid E 35), Maxtrax Board,  Gummimatten, Sandmatten ... als Anfahrhilfe, gegen Einsinken in weichen Untergrund, zum Überbrücken schmaler Gräben und Löcher
    Materialien: Stahl, Aluminium, GFK ...
    Kriterien: Länge-Gewicht-Kosten-Bruchkraft-Steifigkeit

  • Schäkel und Kraft-/Lastverteiler (als Sollbruchstelle)

  • Seile: dynamisch (Kunststoff), statisch (Hanf, Stahl)

  • Verlängerungen, Rohre und Hebel

siehe auch *Lasten

Bergung

Ursprünglich bedeutet das Verb bergan im althochdeutschen sich in einer Burg in Sicherheit zu bringen. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff sehr unterschiedlich definiert, nämlich

  1. als Befreiung von Lebewesen (Mensch und Tier) aus einer nicht lebensbedrohlichen Lage, jedoch mit eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit, also eingeklemmt, verschüttet ...
    [Wörterbuch für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe der Ständigen Konferenz für Katastrophenvorsorge und Katastrophenschutz SKK]
  2. Eingeschränkt auf das Sicherstellen und Befreien toter Lebewesen und von Sachen aus einem Gefahrenbereich [DIN 14011 Begriffe aus dem Feuerwehrwesen, ebenso die Feuerwehren in Österreich und der Schweiz]
    Lebende (Menschen und Tiere) werden dagegen gerettet.

  3. Im engeren Sinn bei der Bundeswehr: Bergung und Abschub von Rad- und Kettenfahrzeugen (ZdV 33/320 April 1982 DSK FH 36010021]

Berner Schlüssel

Mit dem Vierkantschlüssel nach UIC-Norm mit konischem Innen- und Außenvierkant öffnen Eisenbahner Toiletten, Abfallkörbe,  Schaltschränke usw. Der »Berner Schlüssel« bezieht sich auf das Abkommen von Bern am 15. Mai 1886, als technische Parameter für den grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr vereinbartwurden.

engl. Berne Key, siehe auch *Hausmeisterschlüssel, *Schraubenschlüssel

Betretungsrecht

In Deutschland erlaubt das Betretungsrecht (BNatSchG §59) allen:
»das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung ... Das Betreten des Waldes richtet sich nach dem Bundeswaldgesetz und den Waldgesetzen der Länder sowie im Übrigen nach dem sonstigen Landesrecht.«

Das Waldrecht §BWaldG 14 gestattet:
»Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung... Das Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen und das Reiten im Walde ... nur auf Straßen und Wegen ...  Die Länder regeln die Einzelheiten.« 

Jetzt wird es kompliziert, denn das Betretungsrecht ist für jedes Bundesland einzeln und jeweils getrennt für die freie Landschaft und für den Wald unterschiedlich festgelegt ist. Das Bayerische Landesrecht geht dabei besonders weit und verpflichtet die Gemeinden, den freien Zugang zu Bergen, Seen und Flüssen zu gewährleisten.

[Siehe die Ausführungen von Richter Bernd Grillts auf www.vivalranger.com]

BEV

Abkürzung für engl.  Battery Electric Vehicle, also das Segment der Elektrofahrzeuge.

Bibendum, Bib

(1) Bezieht sich auf den lateinischen Spruch Nunc est bibendum: »Jetzt lasst uns trinken!«

(2) Symbolisiert im Restaurantführer Guide Michelin die Kategorie Bib Gourmand, also Restaurants mit sorgfältig zubereiteten und preiswerten Mahlzeiten.

(3) Gleichbedeutend mit dem »Michelin-Männchen«, der Werbefigur des Reifenherstellers Michelin, www.michelin.de/unternehmen/michelin-in-deutschland
Nach 1894 ließen die Michelin-Brüder ein Plakat entwerfen, das die Urform des Michelin-Männchens zeigte, einen Mann aus 40 Reifen sowie den Text:
Nunc est bibendum! À votre santé! Le pneu Michelin boit l'obstacle!

Biodiesel

Ein Gemisch verschiedener Fettsäuremethylester, aber kein*Pflanzenöl PÖ, sondern industriell hergestellt aus pflanzlichen oder tierischen Fetten und Ölen etwa mit Methanol oder Ethanol. In Deutschland enthält »B7«-Diesel bis zu 7 % Biodiesel. 

auch: Agrodiesel, nicht aber Agrardiesel, ein steuerlicher Begriff

Birmingham screwdriver

Englischer Slang für eine Verhaltensweise, die darin besteht, mit einem Hammer eine Schraube einzuschlagen, weil man keinen Schraubendreher kennt, will oder hat. Wahlweise auch mit anderen Städtenamen zu benutzen.

siehe auch *Maslow's Hammer, *law of instrument, *Fachidiot

Blaulichtorganisationen

Kurzform umgangssprachlich für *Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben BOS

Bleifuß

Spitzname für Raser: immer auf der linken Spur, nonstop blinkend, mit der Lichthupe spielend. Besonders häufig in Autos mit den vier Ringen, euphemistisch Liebhaber hoher Drehzahlen genannt und gerne gesehen an den Tankstellen.

Pendant: unsportliche Sonntagsfahrer

BMS

Abkürzung für *Batteriemanagementsystem

Bock   

*Fernfahrerjargon für den eigenen Lebensstil: seit x Jahren »auf dem Bock sitzen« oder man ist »auf den Bock gekommen«

Bohrer, Metall-

Normale *HSS-Bohrer von Markenherstellern haben mehrfach höhere Standzeiten als Billigbohrer und genügen für den vereinzelten Gebrauch mit der Handbohrmaschine. Richtiges Bohren hat Vorrang: Senkrecht, nicht verkanten, geringe Drehzahl, ölen & kühlen. HSS ist lufthärtend (einfach abkühlen lassen), andere Bohrer verlieren ihre Härte nach dem Überhitzen.

Bei häufigem Einsatz, in Standbohrmaschinen und für besondere Anforderungen (Edelstähle …) können teure, (titan-)beschichtete Bohrer sinnvoll sein oder HSCo bzw. HSSE mit Cobalt.

Gewalzte Bohrer (schwarz) sind elastischer als geschliffene und brechen daher beim Handbohren seltener. Lange Späne »Fließspäne« deuten auf stumpfe Bohrer hin.

Am Doppelschleifbock kann jeder Bohrer selbst schärfen, Anleitungen stehen bei Youtube. Den Schneidenwinkel von 118° kann man zwischen zwei großen 6-Kant-Muttern (120°) prüfen. Bohrer, die glühen oder abgekühlt blau anlaufen, sind Schrott, denn die Härte verliert sich bereits ab etwa 180°C, Anlauffarben kommen aber erst später. Also neben dem Schleifbock Wasser zum Kühlen bereit halten.

BOS

Abkürzung für *Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

Breadcrumb trail

siehe *Track

Breitmaul

Spitzname der breiteren Variante des Mercedes-Benz T2 ab 1977

siehe auch *Transporter

Bremer Modell

Umgangssprachlich nach dem Herstellungsort des *Mercedes Transporter T1.

Briden

Fachbegriff für

  • die U-förmigen Federbügel mit Gewinde für Blattfederpakete oder

  • Schlauchschellen

Der Duden kennt nur die Form Bride (nicht: Brieden), da aus dem Französischen stammend.

Brummi

Kunstname einer dicken Sympathiefigur auf Rädern gleich einem Kentauren: »Nicht gleich brummen …« Das Image von Lkw und Lkw-Fahrern lag um 1970 am Boden. Selbst der Verkehrsminister tönte: »Die dicken Brummer müssen weg.« 1971 startete daher der Bundesverband des Deutschen Güterfernverkehrs eine Imagekampagne mit dem Brummi als Sympathieträger.

Der Spiegel 3, 1971: »froh lackiert«

siehe auch *Fernfahrer

Buggy

Aus dem Englischen stammend bezeichnete buggy dort bereits im 18. Jahrhundert eine kleine und leichte Pferdekutsche für zwei Personen, auch roadster genannt. Vielleicht auch bezogen auf englisch bug für fehlerhaft; oder Diminutiv zu bug: Wanze, Käfer insofern der kleine Bruder des beetle.

In den 1960er Jahren ursprünglich ein alter VW-Käfer, der für den Einsatz in Sanddünen von allen überflüssigen Teilen befreit wurde, der »Dune Buggy« (HSN/TSN 0950/304). Später wurden daraus Umbauten und Bausätze (»Kite-cars«), etwa mit der Bereifung vorne 165/80R15 und hinten 275/60R15.

Gesetzliche Vorgaben beendeten in den 1980er Jahren den Spaß, allerdings kamen etwa zeitgleich auch Hippies und Cabrios aus der Mode.

Bulldozing-Effekt

Fachbegriff: Beim Fahren auf plastischem Untergrund wird dieser je nach Aufstelldruck verformt und der Reifen sinkt ein. Der Reifen schiebt eine Bodenwelle vor sich her, die einen Rollwiderstand auf den Reifen ausübt - dies wird Bulldozing-Effekt genannt.  Nach einer Faustformel kostet 1 cm Bodentiefe etwa 10 % mehr Treibstoff.

siehe auch *Reifen und Räder

Bulle

Begriff der deutschen Gaunersprache [Wolf S. 66, F.A.B. Avé-Talemant Gaunerthum 4, 103], Belege erscheinen als Bohle, Pullen-pink, Polpincke, Landpuller. Damit wurden Landknechte, Landreiter, Bürgermeister bezeichnet, also Vertreter der Obrigkeit. »pink« ist wie heute noch in Schmierfink der verächtliche Ausdruck für eine männliche Person [Wolf: Gaunersprache Sp. 4198].

Das mittelhochdeutsche bulle bezeichnete (1) eine obrigkeitliche Urkunde, (2) das Siegel daran, (3) die Siegelkapsel [Zedler 1919].  Als bulletum war es noch 17. Jahrhundert ein Attestat oder Zeugnis der Obrigkeit [Gloss. diplom.]

Der Bulle wäre also derjenige, der die Erlasse des Landesherren zustellt, verkündet und durchsetzt.

[Archiv für Kriminologie, Band 49, S. 347 mit Quellenhinweis Hempel 1687, Gerhard Köbler]

Bully, Bulli

(1) Vermutlich ursprünglich ein Akronym aus Bus & Lieferwagen, das jedoch auch zur bulligen Form des Wagens passte und damit Spitznamen für den VW-Bus seit dem T1, der ab 1950 produziert wurde.

(2) Markenname: VW erwarb die Namensrechte erst 2007 von der Kässbohrer Geländefahrzeug AG, die mit dem PistenBully Skipistenfahrzeuge herstellte.

»Im VW-Bus um die Welt« fuhren die Tondoks bis 1975 und veröffentlichten ihre Erfahrungen mit dem T2 in vielen Auflagen. 

Roadmovie: Little Miss Sunshine (Jonathan Dayton und Valerie Faris, USA 2006) Mit einem quietschgelben VW-Bus fährt die Familie nach Kalifornien.

Der Spiegel 1.05.2013 Historische Wohnmobile: Alte Liebe rostet nicht

DER SPIEGEL 15.03.2015  Fabian Hoberg: T3-Experte "Syncro-Bernd": Die Bulli-Parade

bumper-to-back-of-cabin

abgekürzt BBC,  der Abstand von der Stoßstange bis zum Ende des Fahrerhauses

Bundesamt für Auswanderer und Auslandstätige

abgekürzt BAA.

Länderinformationen, FAQ, Auswandererschutz, Ausländisches Recht, Heiraten im Ausland ... Das Bundesamt BAA informiert umfangreich jene, die im Aus­land­ tä­tig­ sind, auswandern wollen oder zurückkehren nach Deutschland und verweist zur Beratung auf die Adressen und Kontakte der Auskunfts- und Beratungsstellen für Auswanderer und Auslandtätige.

Bundesamt für Güterverkehr

Diese Oberbehörde ist dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur BMVI unterstellt. Hier finden sich unter anderem Gesetzestexte, Verordnungen und Kommentare zu den Themen

  •     Güterkraftverkehrsrecht

  •     Lenk- und Ruhezeiten und weiterführende Informationen zum digitalen Kontrollgerät

  •     Straßenverkehrsrecht mit Informationen zur Ladungssicherung und Lkw-Fahrverboten

  •     Gefahrgutrecht

  •     Abfallrecht

  •     Qualifikation und Weiterbildung

  •     Lkw-Maut

  •     Zivile Notfallvorsorge 

abgekürzt BAG. www.bag.bund.de

Buschmechanik

Einmal sehen und verstehen: bushmechanic (Australien) bei Youtube.

Mit einem Fahrzeug unterwegs im Busch treten oft zeitgleich zwei Ereignisse ein:

  1. *Murphy's Law:
    Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.
  2. Being in the Middle of Nowhere:
    Werkstatt, Werkzeuge oder Spezialisten fehlen, Ersatzteile können nicht bestellt werden

Es manifestiert sich dann eine »Singularität« etwa in Form von: 

  • Bremsen fest
  • Bremsleitung abgerissen, entlüften
  • Federschwinge gebrochen
  • Kabelbaum fehlerhaft
  • Kardanwelle abgerissen
  • Keilriemen eingerissen
  • Kraftstoffleitung abgerissen, entlüften
  • Kreuzgelenk gebrochen
  • Kühler oder Kühlerschlauch undicht
  • Kupplungszylinder (Nehmer-/Geber-) defekt
  • Spannrolle defekt
  • Spurstange einstellen
  • Spurstange/-kopf beschädigt
  • Steckachse gebrochen
  • Stoßdämpfer abgerissen

Gestärkt durch die Lebensweisheit »Verschüttete Milch kriegt man nicht mehr in die Kanne« heißt es nun Ruhe bewahren. Folgerichtig besteht Schritt 1 darin, erst mal eine Nacht drüber zu schlafen, damit die Technik sich selbst reparieren kann. Das klappt nicht so oft. Abwarten ist trotzdem gut, weil vielleicht jemand vorbei kommt, der das Problem löst. Wichtig ist aber, niemanden ranzulassen, der nur den *Birmingham screwdriver kennt.

Ganz entspannt beginnt man am nächsten Morgen damit, zu *friemeln und zu *frickeln - so praktizieren Buschmechaniker im Rheinland. Oder man studiert einschlägige Ratgeber wie Andreas Keßler: Fährt man rückwärts an den Baum, verkleinert sich der Kofferraum. Ullstein 2008, 176 Seiten ISBN 978-3548372334. 

Buschmechanisches Handeln bedarf der richtigen Einstellung und der richtigen Perspektive.

Vom Osten lernen, heißt Siegen lernen: »Hast du Hammer, Zange, Draht, kommst du bis nach Leningrad«- Mit diesem mutmachenden Motto wurde in der DDR der Trabant 601 gefahren, auch: Trabi, Plastikbomber oder Rennpappe genannt. 

Skeptiker meinen, dass sich Murphys Gesetz nur durch unendlichen Aufwand verschieben lässt, also könne man prophylaktische Maßnahmen auch vergessen. Tatsächlich ist vorausschauendes Handeln ist nur begrenzt wirksam: schonend fahren, Symptome frühzeitig wahrnehmen und richtiges reagieren kann helfen, jedoch sind die beiden häufigsten Ursache liegenzubleiben schlicht ein leerer Tank oder eine leere Batterie.

Als berühmtes Vorbild gilt *MacGyver - seine Lösungen sind immer schön und eindrucksvoll, funktionieren manchmal aber nur im Film. Siehe den SPIEGEL-Artikel Diese MacGyver-Tricks funktionieren

Auch die TV-Sendung *Mythbusters (2003 bis 2016) untersuchte zahlreiche Mythen auf ihre Stimmigkeit; so etwa, ob man einen tropfenden Kühler mit einem rohen Ei abdichten kann (das klappt, haben wir schon gemacht!). Von solchen Mythen berichtet auch:

Andreas Keßler, Patricia Pantel: Lexikon der Auto-Irrtümer. Von Damenstrümpfen, Stotterbremsen und anderen Dingen, die man sich und seinem Wagen ersparen sollte. Ullstein, Berlin 2012, ISBN 978-3-548-37432-1.

Das Pendant zum Buschmechaniker ist der *Fachidiot. Die gegensätzliche Einstellung wird durch das *law of instrument beschrieben (*Maslow's hammer, *Birmingham screwdriver).

siehe auch *DIY, *right to repair, www.iFixit.com 

Buschtaxi

Szene-Jargon. In Afrika südlich der Sahara werden *Sammeltaxis, die jeden Ort im Busch anfahren, als Taxi brousse oder Matatu bezeichnet. Im westlichen Afrika waren dies meist Peugeots 504 und 505.

Euroäische Reisende machten daraus das Buschtaxi, in Deutschland speziell wurde dies zum Spitznamen des Toyota Landcruiser J45, dann beibehalten für dessen Nachfolger bis zum HZJ78. 

DIE ZEIT 22. Oktober 1993: Peer Gatter: Staub, nur roter Staub

Willy-Wiki:

C wie Camp

Campen

Das lateinische Wort campus bedeutet »freies Feld«. Gemeint ist das *Übernachten unter freiem Himmel, im Zelt, im Wohnwagen oder im Wohnmobil, siehe auch *Stellplätze.

  • *Freies Campen ist in der Regel in den meisten Ländern der EU verboten. Auch die Bußgelder der deutschen Bundesländer können sehr deftig ausfallen.

  • Camping ist zugelassen auf behördlich genehmigten Campingplätzen und auf Privatgrundstücken, sofern der Eigentümer des Grundstücks dies erlaubt und sofern dies nicht ausdrücklich durch andere Gesetze untersagt ist.

  • »Camping« oder ein einfaches Übernachten können unterschiedlich bewertet werden. Jedes Bundesland hat eigene Regeln, die für Wald und freie Landschaft unterschiedlich ausfallen können, eine länderbezogene Übersicht hat Richter Bernd Grillts erstellt.

  • Ein ausdrückliches Campingverbot gibt es in den meisten (Natur-, Wild-, Wasser-)Schutzgebieten sowie Nationalparks, Biotopen, Stränden ...

  • Das Übernachten im Wohnmobil ist erlaubt auf Wohnmobilstellplätzen, siehe die Datenbank von Promobil.

  • Das einmalige *Übernachten und Parken im öffentlichen Raum ist möglich. Sofern es allerdings Campingeigenschaften aufweist (etwa Tische und Stühle), gilt es als unerlaubte Sondernutzung und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

  • Als nicht-motorisierter Reisender kann man sich auf das Rechtsprinzip des Verbotsvorbehalts berufen, also dort übernachten, wo es nicht verboten ist.

  • Das Jedermannsrecht ist als Gewohnheitsrecht in manchen Ländern geübte Praxis; eine Nutzung der freien Natur wird in unterschiedlichem Maße toleriert (siehe *Freies Campen).

  • Manche vertreten die Auffassung, dass das Übernachten unter freiem Himmel ohne Zelt durch das *Betretungsrecht abgedeckt sei. Argumengiert wird so: Das Betreten des Waldes oder der freien Landschaft ist unabhängig von der Tages- und Nachtzeit gestattet (sofern keine regionalen oder landesweiten Einschränkungen dem entgegenstehen). Der Zweck der Erholung schließt das Verweilen ein, die Dauer des Aufenthalts ist nicht begrenzt. Zum Erholen gehören verkehrsüblicherweise auch das Rasten, Liegen, Dösen, Schlummern, Schlafen ... Also kann das Verweilen und Schlafen über Nacht nicht ordnungswidrig sein.
    Siehe die
    Ausführungen von Richter Bernd Grillts auf www.vivalranger.com.

Äußerste Achtsamkeit ist geboten, damit begleitende Handlungen nicht zu anderen Rechtsverletzungen führen wie Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Diebstahl ... Also aufpassen, ob man Privatwald betritt, wo man Feuer macht, Holz holt, wie man mit Abfall umgeht.

Camping-Box

Markenname des ersten Serien-Wohnmobils in Deutschland, 1952 realisiert von Westfalia auf der Basis eines VW-Busses T1

Caravano

Markenname des ersten *Wohnmobil von *Hymer 1961 auf der Basis eines *Borgward-Kastenwagens.

Carnet de Passages

Manche Länder außerhalb Europas verlangen für die vorübergehende zollfreie Einfuhr von Fahrzeugen ein Grenzdokument, das Carnet de Passages CDP. Jede Seite kann für ein Land genutzt werden, dabei wird ein Abschnitt bei der Einreise einbehalten, einer bei der Ausreise und der dritte Abschnitt mit Ein- und Ausreisestempel verbleibt im Dokument.

Die Carnets de Passages basieren auf internationalen Zollabkommen und werden ausgegeben vom  AIT Alliance Internationale de Tourisme und FIA Federation Internationale de l'Automobile, letztlich von den nationalen Automobilclubs wie dem ADAC.

Voraussetzung sind ein Antrag (pdf), Kopien von Reisepass und Zulassungsdokumente (Fahrzeugschein) sowie die Bankbürgschaft oder bestätigter Einzahlungsbeleg der Kaution. Die Kaution richtet sich nach dem Wagenwert und dem Reiseziel und beträgt zwischen 2.500 Euro und 60.000 Euro. Hinzu kommen Gebühren. Es gilt für ein Fahrzeug und eine Person und ist nicht übertragbar. Es gilt ein Jahr und kann verlängert werden.

abgekürzt CDP, siehe auch *TIP

Car Storage

Bei Langzeitreisen stellt sich irgendwann die Frage:
»Wo lasse ich meinen Wagen für die nächsten x Monate?«

Aus eigener Erfahrung kennen und vertrauen wir African Overlanders (Duncan Jonson) in Stellenbosch bei Kapstadt, Countrypark (Elmarie van Zyl) bei Johannesburg, Jungle Junction (Chris Handschuh) in Nairobi ... weitere hier in der Übersicht. Grundlegend ist Vertrauen.

Weitere Kriterien sind:

  • Nach außen gesichertes Grundstück (abgeschlossen, bewacht)

  • Übersichtlichkeit (Kein Zugriff durch andere Nutzer des Platzes)

  • Witterungseinfluss: Salzluft an der Küste, Lagerung im Freien, unter einem Sonnendach, in einer Garage oder Halle

  • Stromanschluss für Batterie-Ladegerät

  • Nähe zum Flughafen, Transport vom/zum Flughafen

  • Übernachtungsmöglichkeit

  • Ausrüstung sichten und optimieren? Fachhandel in der Nähe?

  • Arbeiten am Fahrzeug möglich? Werkstattnähe?

Maßnahmen vor dem Lagern

  • Batterien voll laden und von Verbrauchern trennen

  • Ladegerät für Erhaltungsladung anschließen

  • Volltanken wegen Korrosionsgefahr

  • Motoröl gut auffüllen, abschmieren

  • Reifendruck erhöhen

  • Hölzer vor die Räder, Handbremse lösen, Gang raus, Allrad “N”

  • sichtbare Innenbereiche leer räumen, Utensilien verbergen

  • alles trocken verschließen, evtl. Wagen abdecken

  • Fahrzeugschlüssel 1 an Car Storage

  • Fahrzeugschlüssel 2 mitnehmen

  • Visitenkarte hinter Windschutzscheibe

auch: long-term parking lot, nicht aber *Dauerparken

CDW

Abkürzung für Collision Damage Waiver siehe *Versicherungen

City-Van

Synonym für *Hochdachkombi

Container-
*Verschiffung

Grundsätzlich gibt es drei Varianten ein Fahrzeug im Container zu verschiffen:

  1. Das Fahrzeug passt in einen 20-Zoll-Container (Innenmaße 589x233x233cm, Türhöhe 228cm), die teuerste Variante.

  2. Zwei Fahrzeuge (»Container Sharing«) teilen sich einen 40-Zoll-Container:
    (Variante DC: Innen 1203x233x233 cm, Türhöhe 228 cm), (Variante HQ: Innen 1203x233x269 cm, Türhöhe 256 cm).

  3. Open-Top Container für zu hohe Fahrzeuge sind sowohl der Salzluft als auch möglicher Gischt, Regen und Sonne ausgesetzt.

Vorbereitungen:

  • Der Fahrersitz muss frei sein.

  • Oft darf der Tank nur begrenzt gefüllt werden.

  • Eventuell muss die Batterie abgeklemmt werden.

  • Das Fahrzeug muss trocken in den Container kommen. Diese sind dicht, es könnte sonst schimmeln.

Containermaße: Bei Problemen mit den Maßen Auf- und Abbauten entfernen, Luft ablassen bringt ein paar Höhenzentimeter.

Ablauf:

  • Das Containerschiff wird im Containerhafen be- und entladen.

  • Zugang haben Subunternehmer der Spedition.

  • Diese betreiben eine Container Freight Station CFS.

  • Dort wird der Container mit dem Wagen beladen (»stuffing«) und gesichert (Zurrmaterial).

  • Der Container wird verplombt und numeriert.

  • Frachtschiffe sorgen unterwegs wiederholt für Gewichtsverteilung, so dass Container ihren Standort auf dem Schiff wechseln.

  • Möglicherweise wechselt der Container sogar das Schiff.

Für jeden Schritt und für jeden Transport fallen Kosten an, z.B. Terminal Handling Costs THC. Möglichst viele Schritte sollten dokumentiert werden (Fotos, Nummern und Namen aufschreiben).

Frachtschiffe, die Container befördern, sind immer LoLo-Schiffe (Lift-on-Lift-off), da sie per Kran be- und entladen werden.
Selten und vergleichsweise klein sind LoLo-Schiffe, die Fahrzeuge (ohne Container) per Kran be- und entladen, wie etwa die Liemba (vormals Graf Götzen) auf dem Tanganjika-See.
LoPax-Schiffe
befördern zudem auch mehr als 12 Passagiere.

Die Fachbibel dazu heißt CHB: Container-Handbuch.

Siehe auch *RoRo.

Willy-Wiki:

D wie DüDo

Dachzelt

Erstmals beschrieben und mit Foto gezeigt als »Car Top Carries Collapsible Tent« in der Zeitschrift Popular Science, Seite 38, January 1937. Das Buch Trailer Travel von Phill Noyes zeigt u.a. ein Ford Model T mit Zeltaufbau und ein Ford Woodie mit Dachzelt 1940. Eine amerikanische Zeitschrift schreibt im Untertitel eines Bildes: »This roof tent was available in 1949 as an option with a new Nash 600« und verweist auf das Archiv des Auto Club of Southern California.

Das National Museum of American History schreibt online zum Stichwort Camp'otel«: »Autocamping ...  was a very popular family activity in the 1920s. When autocamping became popular again after two decades of depression and war, many vacationing families slept inside their station wagons because of the convenience, economy, and comfort that this ubiquitous postwar vehicle provided. Some families made tents that rested on top of their station wagons.«

Mit der serienmäßigen Herstellung des Camp'otel begann Edmonds Guerrant 1961 in Fort Worth, Texas, Patent von 1960. Das Reisen mit Dachzelt wurde derart populär, dass die Penthouse Campers Association mit eigener Zeitschrift gegründet wurde.

Der Hersteller www.autohome-official.com reklamiert Dachzelte als italienische Erfindung und ließ es 1958 patentieren. Zwischen Ende 1957 und März 1959 präsentierte er zwei Ausführungen, nämlich seitlich ausklappbar und eines zum senkrechten Anheben: Maggiolina und Air-Camping.  

Besonders verbreitet sind Dachzelte im südlichen Afrika (Eezi-Awn, Hannibal, Howling Moon) und in Australien; der Hersteller Hannibal meint: »The concept of roof tents was pioneered in South Africa«.

Das klassische Dachzelt besteht aus einem Aluminium-Faltgestell auf einem tragfähigen Sperrholzboden und Canvas-Haut mit Stahlleiter, ergänzt durch  Regenplanen und Anbauten.  Aufgeklappt bietet es mit meist 140cm Breite Platz für zwei Personen. Verpackt wird es unter einem Cover oder in einer Hartschale. 

Dachzelte sind optimal nutzbar in heißem Klima außerhalb der Regenzeit; ihre größte Schwäche zeigt sich bei dauerfeuchtem Einsatz. Die größten Vorteile sind:

  • Aufbau und Zusammenbau sind schneller als beim Bodenzelt.

  • Das Bettenzubehör bleibt im Dachzelt und spart Platz im Wagen.

  • Es ist weniger Schmutz und Staub ausgesetzt als ein Bodenzelt.

  • Bei hohen Temperaturen ist es angenehm kühler als am Boden.

Dagegen ist der oft assoziierte Schutz vor Tieren und Insekte eher mental als real. Elefanten reagieren auf Dachzelte neugierig, auf Bodenzelte gar nicht. Wer unter einem schattigen Baum nächtigt, bekommt Insekten- und Reptilienbesuch von oben. 

Ein Dachzelttreffen organisieren die www.dachzeltnomaden.com seit 2017 im Freizeitpark Mammut bei Stadtoldendorf.

englisch roof top tent, französisch Tente de Toit,siehe auch *Villa Sachsenruh

DAF

Abkürzung für Van Doorne’s Automobiel Fabriek, ein  Lkw-Hersteller in den Niederlanden.

Daimler-Benz

(1) Die Personennamen von

  • Gottlieb Wilhelm Daimler (*17.03.1834 Schorndorf; † 6. 03.1900 Cannstatt), getauft als »Däumler«

  • Carl Benz (*25.11.1844 Karlsruhe, † 4. April 1929 Ladenburg) unehelich geboren als Karl Friedrich Michael Wailand; der Vater Johann Georg Benz war Lokführer und stammte aus einer Schmiede-Familie

Daimler entwickelte mit Wilhelm Maybach das erste vierrädrige Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor. Nach einer ersten Firma 1887 gründete Daimler 1890 die Daimler-Motoren-Gesellschaft, unter anderem gemeinsam mit Maybach.

Ein 1899 von Maybach gebauter Rennwagen wurde benannt nach Mercédès Adrienne Ramona Manuela von Weigl (16.09.1889-23.02.1929), der Tochter des österreichischen Kaufmanns Emil Jellinek, der ab 1898 Daimler-Automobile vertrieb und diese unter dem Pseudonym Monsieur Mercédès für Autorennen einsetzte. Ab 1907 saß er als Jellinek-Mercedes im Daimler-Aufsichtsrat. 

Carl Benz gründete 1883 die Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim und baute 1885 den Benz Patent-Motorwagen Nummer 1, ein dreirädriges Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und elektrischer Zündung.

(2) Firmenname

Die Daimler-Motoren-Gesellschaft sowie Benz & Cie (die ältesten Kraftfahrzeug-Firmen weltweit) fusionierten 1926 zur Daimler-Benz AG.

Mercedes-Benz ist heute eine Fahrzeugmarke der Daimler AG. Zwar nennt man ein Mercedes-Benz-Fahrzeug umgangssprachlich einen »Daimler«.

Die Daimler AG darf diesen Namen jedoch ausschließlich für ihr Unternehmen verwenden, nicht für ihre Fahrzeuge, denn bereits Gottlieb Daimler verkaufte die Rechte an diesem Namen, die über die Daimler Motor Company in Coventry an Ford gerieten und heute bei Tata liegen. Die früher von Jaguar produzierte Daimler Limousine verdankt ihren Namen dieser Geschichte.

Dampfkesselverein

Wird als Spitzname für den TÜV verwendet, bezieht sich jedoch auf dessen Ursprung: 1877 wurde ein Vorläufer des TÜV Rheinland in Düsseldorf unter dem Namen Dampfkesselüberwachungsverein DÜV, gegründet.

Dauerparken

Nicht nur die Straße, auch die daran angenzenden Verkehrsflächen gelten als »öffentlicher Raum«. Wie lange darf man seinen Wagen im öffentlichen Raum abstellen: Tage? Wochen? Monate?

Dafür gibt es keine zeitliche Begrenzung durch ein Gesetz, solange der Wagen zugelassen ist. Auch eine »Umparkpflicht« gibt es nicht. Allerdings drohen von drei Seiten Einschränkungen:

  • Erstens können von dem Wagen selbst Gefährdungen ausgehen, etwa durch auslaufendes Motoröl.

  • Zweitens kann der Wagen andere beeinträchtigen, etwa wenn sich die Umstände ändern:
    Baumpflegearbeiten, Straßenbauarbeiten, Straßenfeste ...

  • Drittens droht die Mißgunst der Anwohner: Darf der das?

In allen drei Fällen könnte es sein, dass das Ordnungsamt einschreitet.

Auch ein Fahrzeug mit Saisonkennzeichen darf nach Ablauf des Betriebszeitraumes weder im ruhenden noch im fließenden Verkehr stehen oder bewegt werden.

DEF

Abkürzung für Diesel Exhaust Fluid, siehe auch *AdBlue

DEKRA

Abkürzung für Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein, 1925 in Berlin gegründet

siehe *Überwachungsorganisationen.

Deonyme

Kunstworte, die entstehen, wenn ein Personen- oder Firmen- oder Markenname zum Gattungsnamen für ein Objekt wird: *Flex, *Inbus, *Jeep, *Martinshorn, Ottomotor, Simmering usw.

siehe auch *Jargon

Diagonalreifen

siehe *Reifenbauart

Dickschiff

(1) Umgangssprachliche Bezeichnung in der Schifffahrt für große Schiffe innerhalb einer Gattung, also große Kriegsschiffe ebenso wie große Handelsschiffe, Vier- und Fünfmaster oder große Jachten.

(2) Übertragen auf andere Verkehrsmittel werden die großen Modelle innerhalb einer Gattung (Krad, Pkw, Lkw, Wohnmobil ...) oder bei einem Treffen oder auf einem Stellplatz als Dickschiff bezeichnet.

Immer handelt es sich dabei um eine subjektive Aussage ohne dass ein bestimmtes Kriterium erfüllt wäre. Diese pauschale Aussage kann und will nicht differenzieren. Wer den Begriff benutzt, will es sich einfach machen. Häufig ist damit eine ironische Note, manchmal gar eine abschätzige Bewertung verbunden.

Dieselknecht   

(1) Fernfahrerjargon. Die Eigenbezeichnung stellt auf die schlechten Arbeitsbedingungen von Fernfahrern ab.

(2) Dieselknechte, Song (1989) von Gunther Gabriel (*11. Juni 1942 als Günter Caspelherr; † 22. Juni 2017)

Dieselpartikelfilter

abgekürzt DPF, auch: Dieselrußpartikelfilter

Seit 2007 müssen neu zugelassene Dieselfahrzeuge die Euro-5-Norm erfüllen. Das gelingt in der Regel nur mit DPF. Andere Dieselfahrzeuge werden steuerlich mehrbelastet und unterliegen Fahrbeschränkungen (rote oder gelbe Plakette). Ältere Fahrzeuge können manchmal mit dem Dieselpartikelfilter nachgerüstet werden – das muss einzeln technisch und hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit geprüft werden.

Dieselqualität

Auf die Frage nach Empfehlungen für den Einsatz eines modernen Diesel-Fahrzeugs im außereuropäischen Ausland antwortete ein Hersteller:

»Die XY-GmbH empfiehlt, nur Dieselkraftstoff nach EN 590 oder der relevanten nationalen Spezifikation zu tanken. Dieselkraftstoffe nach DIN-EN 590 mit bis zu 7% Biodiesel-Beimischung wurden 2009 eingeführt. Wir empfehlen Ihnen weiterhin, nur hochwertigen Kraftstoff zu verwenden. Zu den in ausländischen Märkten vertriebenen Kraftstoffqualitäten können wir keine Aussage machen. Im Zweifelsfall ist hierzu der jeweilige Pächter direkt anzusprechen. Es dürfen keine Dieselkraftstoffe verwendet werden, die nicht der oben genannten Spezifikation entsprechen. Alle anderen Dieselkraftstoffe bzw. Spezifikationen wurden von unserer Seite nicht mit Ihrem Fahrzeug getestet, so dass wir hier keine Aussage zu einer Verträglichkeit bzw. Unverträglichkeit treffen können. Generell bleibt die Sachmängelhaftung des Fahrzeuges erhalten. Im Schadensfall behalten wir uns jedoch eine Untersuchung der betroffenen Teile vor um die Ursächlichkeit und einen eventuellen Zusammenhang mit dem verwendeten Kraftstoff zu prüfen. Eine Umrüstung in der von Ihnen genannten Form wird von Seiten der XY-GmbH nicht angeboten. Weiterhin wurden keine entsprechenden Maßnahmen geprüft. Wir hoffen, Ihnen hiermit weiterhelfen zu können.«

Dinette

Fachbegriff für die Sitzecke im Wohnmobil

DIY

Abkürzung für *Do it yourself

DISH-Adapter

siehe *Gasadapter

DKW

Abkürzung zunächst für Dampfkraftwagen (1916-21), dann für den Spielzeugmotor Des Knaben Wunsch (1919) und für den daraus entwickelten Fahrradhilfsmotor Das Kleine Wunder (1921) – alles produziert von Jørgen Skafte Rasmussen in Zschopau/Chemnitz. In diesem Werk entstand 1956 der DKW *Munga, ein leichter Geländewagen mit Allradantrieb.

DLRC

Abkürzung für Deutscher Land Rover Club e.V., siehe auch *Fernreisemobil-Clubs

Do it yourself

Im englischsprachigen Raum oft abgekürzt verwendet, etwa toyodiy: »car-related questions, such as repair procedures of various levels of difficulty (from an oil change to transmission swaps), modifications, general information, part information«

Abgekürzt DIY; Pendant: DIFM *do-it-for me; siehe auch *Buschmechanik, *right to repair, www.iFixit.com 

Doka

Abkürzung für Doppelkabine; diese Bauart bezeichnet indirekt einen Pritschenwagen (Pick-up).

Doppelbereifung

Synonym, siehe *Zwillingsbereifung

DOT

Abkürzung für United States Department of Transportation, das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten.

DOT-Nummer

DOT-Klassifikation zur Kennzeichung von Reifen seit 1980, genauer: Reifen-Identifikationsnummer TIN Tire Identification Number.

Vier Zeichengruppen stehen meist auf der rechten Reifenflanke  in Laufrichtung
    Block 1: Zeichen 1 & 2 (»Plantcode«)    für das Herstellerwerk
    Block 2: Zeichen 3 & 4 (»Sizecode«)    für die Reifengröße
    Block 3: Zeichen (optional)  (»Typecode«)    für die herstellerspezifische Handelsmarke
    Block 4: Zeichen 5 & 6  für die Kalenderwoche (1. Januar = Kw 1)
                 Zeichen 7 & 8 für das Produktionsjahr

DOT-Mindestwerte

DOT-Minimalanforderungen an Bremsflüssigkeiten in den drei Klassen DOT3, DOT4, DOT5 nach Standard No. 116: Motor vehicle brake fluids, im Wesentlichen basierend auf dem steigenden Siedepunkt der *Bremsflüssigkeit.

DPF

Abkürzung für *Dieselpartikelfilter

Dreckfräse

Jargon für Geländemotorräder, auch: Enduro oder Moto-Cross, mit viel Bodenfreiheit, langen Federwegen, Stollenreifen und aufrechter Sitzposition

Dreikantschlüssel

siehe *Baustellenschlüssel

Dual-Battery-System

siehe *Batteriemanagementsystem

Duct oder Duck Tape

Verbreitete Bezeichnung für Gewebe-Klebeband allgemein, auch bekannt als:

  1. Das bei der Bundeswehr verwendete Panzertape ist 75 mm breit mit den Kennwerten: Bruchdehnung 11.5 %, Klebkraft 6 N/cm, Zugfestigkeit 80 N/cm.

  2. Duck Tape, von niederländischen doek (Tuch), bezeichnete schon im 19. Jahrhundert Stoffstreifen, allerdings ohne Kleber.

  3. Duct Tape könnte von der improvisierten Anwendung des Gewegebandes herrühren, Rohrleitungen (duct ware) zu flicken. Beide Begriffe werden heute synonym verwendet.

  4. Gaffer, Gaffer’s oder Gaffa Tape bezieht sich auf die Verwendung im Bühnenbereich, von engl. gaffer = Beleuchtungsmeister.

DüDo

Umgangssprachliche Bauartbezeichnung nach dem Herstellungsort Düsseldorf des Mercedes-Benz Großtransporters T2. Dieser wurde dort von 1967 bis 1991/92 gebaut.

siehe auch: *Bremer Modell und *Harburger Transporter

Dumping

Anglizistischer Jargon (englisch to dump > etwas plumpsend abladen).

Die meisten Campingplätze, viele Tankstellen, manche Wohnmobilstellplätze und Gemeinden verfügen über Dump-Stationen mit Bodenöffnungen, über denen das Abwasser abgelassen werden darf.

siehe auch *Abwasser

Duro

Akronym von dauerhaft und robust. Ein Geländefahrzeug der *Mowag AG (Schweiz), entwickelt von Bucher-Guyer als 4x4 und 6x6, für zahlreiche zivile und militärische Nutzungen, etwa bei der Schweizer Feuerwehr als Nachfolger des *Robur LO und bei der Bundeswehr unter dem Namen Rheinmetall YAK.

DZG

Abkürzung für Deutsche Zentrale für Globetrotter e.V. siehe *Fernreisemobil-Clubs

Willy-Wiki:

E wie Eckhauber

ECE(-Regelungen)

Abkürzung für Economic Commission for Europe, www.unece.org, auch UNECE.

Die Kommission erstellt seit 1958 Regeln und technische Vorschriften für Radfahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und Teile, die in Radfahrzeugen eingebaut oder verwendet werden können (Kurzfassung).

Eckhauber

Die»Eckhauber der 1. Generation« bezeichnen umgangssprachlich die Bauarten Magirus-Deutz Lkw S 3000 und 3500 (Straße) und A 3000 und 3500 (Allrad), hergestellt 1946 bis 1954.

Die der 2. Generation wurden ab 1953 bis 1971 insbesondere für den Geländeeinesatz mit Allradantrieb hergestellt. 1971 bis 2003 wurden Eckhauber der 3. Generation produziert. 

DER SPIEGEL 30.08.2014 Gerrit Sievert: Blog: Die Fernweh-Feuerwehr. 

EETS

Abkürzung für European Electronic Toll Service, also Europäischer Elektronischer Mautdienst.

EG-Fahrzeugklasse
§

Die vom Kraftfahrt-Bundesamt vergebenen Typklassen richten sich nach den von der EU definierten Fahrzeugklassen:

  • Pkw sind eine Teilgruppe der Fahrzeugklasse *M1

  • *Geländefahrzeuge sind eine Untergruppe von Pkw.

  • Wohnmobile gehören zur zweiten Teilgruppe von M1
    (Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung)

  • *Kraftomnibusse gehören zur Fahrzeugklasse
    *M2(bis 5 Tonnen) und 3 (über 5 Tonnen).

  • *Lkw gehören zur Fahrzeugklasse *N.

  • Anhänger, auch Wohnanhänger, gehören zur Fahrzeugklasse O.

Eigensicherung

siehe *AIRBAG-Regel

Eigenverbrauch

Die Energie, die die Inselanlage Reisemobil verbraucht, ohne dass energetische Verbraucher genutzt werden. Diese Energie zu minimieren, erhöht die Batteriekapazitäten und verlängert die Standzeiten ohne Investitionen. Dieses schwer bezifferbare Einsparpotential kann in der Größenordnung von 100 Wh liegen.

  • Die Selbstentladung von Batterien aufgrund unvermeidbarer chemischer Vorgänge im Innern der Batterie, abhängig von Bauart, Alter, Pflege. Die Entladerate verdoppelt sich pro 10 Grad Temperaturzunahme, also etwa 0,5 % pro Tag bei 20°C auf 2 % pro Tag bei 40°C.
    Gegenmaßnahme: Ein geschützter kühler Standort.

  • Kriechstrom als ein »Leckstrom« an der Oberfläche von Isolierungen, bedingt durch marode Isolierungen, (Luft-)feuchte, Schmutz- und Staubschichten.
    Gegenmaßnahme: Batteriegehäuse mit Deckel, Kabel und Anschlüsse sauber und trocken halten.

  • Übergangswiderstände entstehen durch Korrosion, lockere Verbindungen, gebrochene Kupferlitzen …, sind selten offensichtlich und bilden die häufigste Fehlerquelle im elektrischen System. Spannungsabfälle im Leitungsverlauf können darauf hinweisen.
    Gegenmaßnahme: Anschlüsse säubern, glätten, neu verbinden, Pole und Anschlussklemmen der Batterie mit Säureschutzfett behandeln. Richtig gepresste Aderendhülsen vermindern die Korrosion erheblich.

  • Ruheströme addieren sich aus dem bestimmungsgemäßen, jedoch vernachlässigten Eigenverbrauch von Geräten: Leuchtanzeigen, LED, Meßinstrumente, Stand-by- oder Sleep-Modus … insbesondere von Ladegeräten, Akkus, Wandlern, Reglern … Unterhaltungselektronik, Kommunikationsgeräte … Alles, was warm wird, leuchtet und sich bewegt oder knistert und tickt, zieht auch Strom. Die Stromentnahme ist individuell zu ermitteln; das Oeko-Institut veranschlagt dafür rund 48 Wh/Tag.
    Gegenmaßnahme: Solche Geräte vermeiden, einzeln bei Bedarf schalten und/oder getrennte Stromkreise für Kurzzeit-Verbraucher mit hoher Aufnahmeleistung sowie für Kleinverbraucher mit geringer Dauerleistung, für Steckdosen, Ladeleisten, Licht.

  • Heimliche (Stille) Verbraucher im engeren Sinne sind entweder bestimmungsgemäß aktiv (Fahrtenschreiber, Alarmanlage, Speicher Radiosender, Uhr, Steuergeräte mit Speicher …) oder auch nicht, immer jedoch nicht offensichtlich oder gar unbekannt. 30 mA Dauerstromentnahme sind ein guter Wert, 100 mA zeigen Handlungsbedarf an.
    Gegenmaßnahme: Ermitteln und stillegen. Gemessen wird beginnend am Pluspol der Batterie mit einem Amperemeter in Reihe zwischen Minuspol und Anschlusskabel. Man zieht beim Messen eine Sicherung nach der Anderen. Sinkt dabei der Messwert deutlich, befindet sich ein heimlicher Verbraucher im soeben abgeschalteten Stromkreis.

  • Leitungsbedingte Verluste: Heutige Pkw enhalten rund zwei km Leitungen, aber selbst im einfachsten Wohnkoffer sind schnell 50 Meter Kabel verbaut, also 100 Meter Leitungen hin und zurück.
    Gegenmaßnahme: Leitungsverluste werden minimiert durch kürzere Leitungen mit höheren Querschnitten. Kabel mit einem Leitungsquerschnitt von 2,5 qmm (9% Verlust) statt 1,5 qmm (14,2% Verlust) erspart 5,2 % des täglichen Energiebedarfs: gut 12 Wh bei 20 Ah (=240Wh) bzw. fast 19 Wh bei 30 Ah (=360Wh).

  • Netzbedingte Verluste: Bei einer 24V-LiMa liegt es nahe 24V-Bordbatterien statt 12V zu installieren. Dies spart weitere 6,6 % Verluste ein, nämlich fast 16 Wh bei 20 Ah (=240Wh) bzw. fast 24 Wh bei 30 Ah (=360Wh).

  • Umwandlungsverluste durch Wandler: Zwischen 24V-LiMa und 24V-Bordbatterie bedarf es keines Wandlers. Auch die anspruchvollsten Verbraucher (Heizung und Kühlschrank) laufen bei 12/24V ohne zusätzlichen Wandler, ebenso gibt es geeignete LED-Leuchtmittel. Lediglich die Kleingeräte der Unterhaltungs- und Telekommunikationselektronik bedürfen eines 12V- oder 230V-Anschlusses. Einen 12V-Anschluss gibt es im Fahrerhaus, erst bei längeren Standzeiten muss ein Wandler 24/12V-an die Bordbatterie angeschlossen werden. Diese Maßnahme wirkt also mehrfach:

Gegenüber einem System mit 12V-Bordbatterie werden also bis zu 15% Umwandlungsverluste vermieden.

Zudem ist der Wirkungsgrad der Motoren von Heizung und Kühlschrank bei 24V höher als bei 12V.

Schließlich werden die Ansprüche an einen Wandler reduziert. Dieser hat den besten Wirkungsgrad bei mittlerer Last. Daher sollte er auf die doppelte benötigte Leistungsaufnahme der Verbraucher ausgelegt sein, darin müssen die Anlaufströme abgedeckt sein. Eigen- und Standby-Verbrauch sollten möglichst niedrig sein. Defekte und überlastete Wandler können Brände auslösen. 

Einpresstiefe

siehe *Felge

Einsatzfahrzeuge

Oft dienen Einsatzfahrzeuge als Basisfahrzeug für Fernreisemobile, sind jedoch durch ihre Ausstattung und Bauart in unterschiedlichem Maße dazu geeignet. Für eine zivile Nutzung sind zu entfernen oder zu deaktivieren: Hoheitszeichen, Horn, *Sondersignalanlagen, *Tagesleuchtfarbe.

  • ELW ATF  Einsatzleitwagen Analytische Task Force
                    (wie ELW1, aber bis 4,7t und 4x4)

  • ELW1      Einsatzleitwagen (Kleinbus)

  • ELW2      Einsatzleitwagen
                    (zwei Räume, Bus- oder Klein-Lkw Fahrgestell)

  • ErkKW     Erkundungswagen

  • FüKW      Führungskraftwagen (ähnlich ELW1)

  • GW          Gerätewagen
                    (Geräteboxen oder Ladefläche)

  • I-RTW     Infektionsrettungswagen
                    (infektionsdicht zur Führerkabine)

  • ITW        Intensivtransportwagen

  • KdoW      Kommandowagen (Pkw)

  • KTW        Krankentransportwagen

  • LF            Lösch-(gruppen)fahrzeug
                   (Geräteboxen & Wassertank)

  • MTF         Mannschaftstransportfahrzeug

  • MTW       Mannschaftstransportwagen
                   (rundum Fenster, meist Kunststoff)

  • MZF        Mehrzweckfahrzeuge  
    NAW        Notarztwagen (Pkw)

  • NEF        Notarzteinsatzfahrzeug (Pkw)

  • RTW       Rettungswagen

  • RW         Rüstwagen (Geräteboxen)

  • S-RTW    Schwerlastrettungswagen
                   (oft mit Heck-Ladebordwand)

  • SW         Schlauchwagen  

Die *BOS-Datenbank enthält mehr als 100.000 Einsatzfahrzeuge mit Fotos und Beschreibung.

Cimolino, Ulrich; Zawadke, Thomas: Einsatzpraxis: Einsatzfahrzeuge für Feuerwehr und Rettungsdienst (Typen). 2006, Hardcover 454 Seiten, ISBN 978-3-609-68667-7

Einsatzleitwagen

Einsatzleitwagen 1 sind Kleinbusse oder *Transporter mit maximal 4 Tonnen Gesamtgewicht (pdf).

Der Elw ATF (*Analytical Tasc Force) verfügt zusätzlich über Allradantrieb, ist ein Dreisitzer bis 4,6 t. 

Der Einsatzleitwagen 2 hat Fahrer-, Funk- und Besprechungsräume und muss für 8 Plätze eingerichtet sein. Daher baut er auf Bussen oder Klein-Lkw auf und hat ein maximales Gesamtgewicht von 16 t.

Der Einsatzleitwagen 3 ist ein nicht (mehr) definiertes Fahrzeug für größte Katastrophen mit bis zu 20 Arbeitsplätzen.

Allein der ergänzende Katastrophenschutz in Deutschland verfügt über mehr als 5.000 Einsatzfahrzeuge, ausführliche Details, deren Bezeichnungen (pdf) und deren Ausstattung beim BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)

Einzelabnahme
§

Einzelbetriebserlaubnis gemäß §21 StVZO für Fahrzeuge, die zu keinem genehmigten Typ gehören wie etwa Eigenbauten oder typgenehmigte Fahrzeuge, deren Betriebserlaubnis aufgrund bautechnischer Veränderungen erloschen ist.
[Quelle:
Kraftfahrtbundesamt]

E-Kennzeichen

Elektrisch angetriebene Fahrzeuge erhalten seit dem 26.09.2015 *Kennzeichen, die mit dem Buchstaben E enden.

Elchtest

Fachsprachlich richtig: *Fahrdynamik-Test

DIE ZEIT: Der Elchtester. Robert Collins hat einen Benz aufs Kreuz gelegt. Jetzt ist er berühmt. Von Burkhard Strassmann 2. Januar 1998

 

Elefantenrennen

Truckerjargon für den Überholvorgang zweier Lkw auf der Autobahn

Elektrik-Trick 

Es erforderte ursprünglich magische Sprüche wie Salmei, Dalmei, Adomei (Catweazle), damit  ein elektrisches gerät funktionierte.

Heute dagegen enthalten die wichtigen elektrischen Bauteil magic smoke. Das hat jeder schon mal erlebt: sobald ein Bauteil »abraucht«, also seinen zum Betrieb notwendigen magic smoke verloren hat, funktioniert es nicht mehr.

Daher nennt man bis heute das erste Einschalten neuer elektrischer Geräte auch smoke test.

englisch electrickery

Eljot

Akronym, abgeleitet von der Typenbezeichnung des *Suzuki LJ 80

Ello

Akronym, abgeleitet von der Typenbezeichnung des *Robur LO

ELW

Abkürzung für *Einsatzleitwagen

Emma

Akronym für MAN, ursprünglich nur für den *MAN 630 L2A

Emissions-schlüssel-
nummer

Die beiden letzten Ziffern (00 bis 88) im Feld Schlüsselnummer zu 1 im alten Fahrzeugschein oder im Feld 14.1 in der *Zulassungsbescheinigung Teil 1.

Energiebedarf

Basisfahrzeuge sind so konstruiert, dass es im Betrieb und auch nach wochenlangem Stillstand keinen Energiemangel gibt: die Lichtmaschine  (LiMa) versorgt die Batterien, der Tank den Motor. Sämtliche Verbraucher können während der Fahrt genutzt werden, ohne dass die Battere leer wird.

Energieversorgungslücken entstehen jedoch durch Standzeiten und zusätzlichen Energiebedarf im Wohnkoffer. Den größten Energiehunger haben die Nutzenergien Wärme, Kälte und Kochen, also die Verbraucher Heizung, Warmwassergerät, Kühlschrank und Herd.

Mit den Primärenergieträgern Gas, Diesel, Benzin ... lässt sich gerätetechnisch einfach heizen und kochen. Sie haben die größte Energiedichte, sind weltweit verfügbar und jederzeit nutzbar.

Der Sekundärenergieträger Strom ist die edelste Energie: sauber und vielfältig nutzbar, jedoch technisch aufwendig und damit teuer aus Primärenergieträgern (Gas, Diesel, Sonne) zu erzeugen.

Die *Inselanlage Reisemobil mit elektrischer Energie zu betreiben ist technisch aufwendig, also teuer, aber bequem. Insbesondere Wärme aus Strom zu erzeugen ist ökonomisch und ökologisch unsinnig.

Batterien als Speicher für elektrische Energie begrenzen die Standzeiten. Das Laden der Batterien ist durch äußere Umstände bestimmt wie solare Energie durch die verfügbaren Sonnenstunden.

Siehe auch *Eigenverbrauch

Energie sparen

Energieversorgungslücken entstehen bei mehrtägigen Standzeiten, weil der elektrische Energiebedarf durch die Batteriekapazität nicht mehr gedeckt wird. Dieser Zeitpunkt lässt sich verschieben durch:

  1. Konstruktive Maßnahmen:
    Kleine Fensterflächen, effektiv Dämmen, Windfang, Bereiche getrennt heiz- und lüftbar (Wohnen, Kochen, Schlafen, Fahren), bedarfsorientierte Wärmeverteilung, Standorte von Kühlschrank & Heizung, Abfallwärme nutzen, Dachschatten erzeugen …

  2. Energetischen *Eigenbedarf senken (s. dort)

  3. Nutzenergie fokussieren: Heizen im Sitzbereich; Bett und Küche belüften, Lichtkegel für Tisch, Arbeitsplatte, Lesen …

  4. Beim Fahren mit der Lichtmaschine Nutzenergiereserven aufbauen: Warmwasser vorheizen, Kühlschrank möglichst tief kühlen (Eis erzeugen), Speichermassen (Wasser) heizen/kühlen …

  5. Äußere Ursachen fürs Heizen & Kühlen minimieren; z. B. den Standort bedarfsorientiert anpassen: Sonne-Schatten-Wind-Tür-/Fensterflächen nutzen ...

  6. Sinnvoll Lüften: Feuchtezufuhr innen minimieren (Außendusche, Dampfdruckkochtopf, draußen kochen) Feuchteabfuhr stetig ermöglichen (kontrollierter Luftstrom), Lüften mit Wärmetauscher ...

Energiesparziele konkurrieren mit Raumklimazielen (Lüftung, Schimmel) und Reisestil (drinnen oder draußen leben).

Externe Netze zu nutzen schont zwar eigene Ressourcen, ändert aber nichts an den batteriebedingten Standzeiten im Outback: bei 230V-Anschluss elektrisch kochen, heizen, kühlen, laden, also entsprechende Geräte umschalten oder vorhalten: mobiles Kochfeld, Wasserkocher, Lüfter ...

Energietechnik

... umfasst im Wohnbereich der Inselanlage Reisemobil die Bereiche Heizen, Kühlen, Kochen, Lüften und Strom erzeugen.

Die dabei eingesetzten Geräte werden je nach Umständen im 12-, 24- und/oder 110/230-V-Netzen betrieben. Daher kommen eher selten Haushaltsgeräte zum Einsatz. Vergleichbare Geräte finden sich im Bootszubehör oder im mobilen Gewerbeeinsatz.

Kriterien zum Abwägen von Sinn und Nutzen sowie für die Geräteauswahl sind:

  1. Systemkomplexität

    1. Aggregate
    2. Leitungen
    3. Betriebssicherheit
    4. Gewicht
    5. Standortanforderungen
    6. Reparatur/Buschmechanikfaktor
  2. Primärenergie/Brennstoff

    1. Verfügbarkeit in der Reiseregion
    2. Verfügbarkeit in der Reisezeit
    3. Verfügbarkeit je nach Umgebung
    4. Energiedichte (MJ/l)
    5. Speichermöglichkeiten (Tank, Batterie, Lager)
  3. Kosten und Aufwand

    1. Anschaffung (€)
    2. Installation (Zeit, Fähigkeiten, Geld)
    3. Anpassungen (Flexibilität)
    4. Betrieb (€/24 h)
    5. Wartung (Intervalle, Aufwand, Kosten)
    6. Wirkungsgrad
  4. Emissionen

    1. Abgas
    2. Lautstärke
    3. Vibrationen
    4. Geruch

Energieversorgung

Oberstes Ziel ist es, die Versorgung mit Nutzenergien zu gewährleisten. Dazu müssen erstens die Energieträger verfügbar und zweitens deren Umwandlung technisch gesichert sein. Die Energieträger sind über Tanks und Batterien sicher verfügbar. Einfache Technik, Tests und Wartung sorgen für technische Betriebssicherheit. Autarkie und Zuverlässigkeit über einen längeren Zeitraum verlangen insbesondere Abseits Reisende, die ausgesetzt und auf sich allein gestellt reisen. Wichtige Sekundärziele sind Gewicht und Kosten.

Engländer

Ein mittels Spindel verstellbarer Schraubenschlüssel mit einem glatten Backenpaar; daher weder identisch mit Rollgabelschlüssel noch mit Rohrzange.

siehe auch *Schraubenschlüssel, *Franzose

Erdanker

Das Trag- und Verformungsverhalten von Erdankern untersuchten 2011 die TU Darmstadt und die Hessische Landesfeuerwehrschule experimentell [Florian Hessen 10/2011].

Im Widerspruch zur vorherrrschenden Meinung erreichte man mit 20° in Zugrichtung geneigten Erdnägeln höhere Widerstandskräfte und geringere Horizontalverschiebungen des Ankers.

Eriba

Marken- und Firmenname aus der Abkürzung von Erich Bachem, dem Konstrukteur eines Wohnwagens, den jener bei *Hymer 1956 bauen ließ. Zusammen mit Erwin Hymer gründeten beide 1957 die Firma Eriba und produzierten ab 1958 die Eriba-Touring-Baureihe.

Ersatzteil-Katalog

Über Fahrzeug-, Motor-, Universal- oder Artikeldirektsuche zu den Produktdaten im Online-Katalog

Ersatzreifen

siehe *Mitführpflicht

Erste-Hilfe-Ausrüstung

Ein Standort oder Behälter für Erste-Hilfe-Materialien ist durch ein weißes Kreuz auf grünem Grund gekennzeichnet (EG-Richtlinie 92/58/EWG bzw. ISO-Norm ISO 3864).

Der Kfz-Verbandkasten nach DIN 13164 enthält Verbandmaterial (Mullbinden, Wundauflagen, Dreiecktücher, Heftpflaster), Beatmungsmaske, Pinzette, Einmalhandschuhe.

Füllungen für Betriebe nach DIN 13157 umfassen zusätzlich noch Fingerkuppenverband, Fingerverband 120 mm × 20 mm, Pflasterstrip, Augenkompresse, Kälte-Sofortkompresse, Vliesstoff-Tuch, Folienbeutel.

Umfassender gefüllt sind die spezialisierten Notfallkoffer der Rettungsdienste.

siehe *Mitführpflicht

Erwin Hymer Museum

Erwin Hymer (verstorben am 11. April 2013) hinterließ seine Sammlung der nach ihm benannten Stiftung, welche das gleichnamige Museum in Bad Waldsee errichtete.

Die Sammlung mit derzeit rund 250 Fahrzeuge, (Reisemobile, Wohnwagen, PKW, Zweiräder) wird ständig erweitert; etwa 80 Fahrzeuge werden in der Ausstellung auf 6.000 qm gezeigt. Vom historischen Schäferkarren aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum futuristischen Entwurf noch ungebauter Mobile reicht das Spektrum.

Das interaktive Museum will Menschen für die Geschichte des mobilen Reisens begeistern und ihre Sehnsucht wecken. Daher werden die Ausstellungsobjekte in zeitgenössischen Reisesituationen gezeigt, in unterschiedlichen Klimazonen und mit unterschiedlichem Reisestil. 

www.erwin-hymer-museum.de

Eselsbrücken

Volt, Watt, Ampere, Ohm  - ohne uns gibt's keinen Strom (1974 Elektrolurch, Guru-Guru)

PfUI: Leistung P = Spannung U mal Stromstärke I 

Eine Faustregel für den Bremsweg:Geschwindigkeit (km/h) geteilt durch 10, dann zum Quadrat, also: (Tempo 30)/10= 3 hoch zwei = 9 Meter.

ESG

Abkürzung für Einscheiben-Sicherheitsglas, dem Standardglas für Fenster im Kfz-Bereich. Frontscheiben bestehen dagegen aus *VSG

siehe auch *Scheibenstempel

ETRTO 

Abkürzung für European Tyre and Rim Technical Organisation

ETN

Abkürzung für *European Type Number

Euronozzle

siehe *Gasadapter

Europa

Geographisch ist Europa nur der kleinere Subkontinent des Kontinents Eurasien mit einem Fünftel der eurasischen Landmasse.

Europa ist von Asien nicht eindeutig geographisch oder geologisch zu unterscheiden, in Übereinkunft sieht man Uralgebirge und -fluss als Ostgrenze Europas an (etwa die Städte Workuta, Jekaterinburg, Orenburg, Orsk berührend). Nach Süden zwischem Schwarzem und Kaspischem Meer gilt die Manytschniederung nördlich des und parallel zum Kaukasusgebirge als Grenze; andere finden diese Grenze auf dem Kaukasushauptkamm.

Das südlich angrenzende Georgien ist asiatisch, versteht sich selbst aber als »Balkon Europas«. Sowohl Russland als auch die Türkei liegen sowohl in Europa als auch in Asien.

Europa, Routen

Ein weißes E auf grünem Grund kennzeichnet auf Schildern und Karten die Europastraßen:

Nummerierung: Europastraßen der Kategorie A sind zweistellig, solche der  Kategorie B dreistellig numeriert. Europastraßen der Kategorie B bilden das Zwischennetz mit abzweigenden, anschließenden und verbindenden Straßenzügen. Gerade Endziffern „0-2-4-6-8“ zeigen den Ost-West-Verlauf an, ungerade Endziffern „1-3-5-7-9“ Nord-Süd-Verlauf.

Das gesamte Netz führt etwa 50.000 Kilometern durch Europa, Zentral- und Kleinasien → Karte.  Die 37 Vertragsparteien stützen sich auf das European Agreement on Main International Traffic Arteries (AGR; Europäisches Übereinkommen über die Hauptstraßen des internationalen Verkehrs) vom 15. November 1975 unter dem Dach der UN/ECE.

Trans- und Interkontinentale Europastraßen der Kategorie A in Ost-West-Richtung:

  • E22 von Holyhead nach Ischim, 5.320 km durch GB-NL-D-S-LV-RUS
  • E38 von Hluchiw nach Schymkent, ca. 3.400 km durch UA-RUS-KZ
  • E30 von Cork nach Omsk, 6.453 km durch IRL-GB-NL-D-PL-BY-RUS
  • E40 von Calais nach Ridder, 8.000 km durch F-B-D-PL-UA-RUS-KZ-UZ-TM-KS
  • E50 von Brest nach Machatschkala, 4.910 km durch F-D-CZ-SK-UA-RUS
  • E60 von Brest nach Irkeschtam, 6.590 km durch F-CH-A-D-H-RO-GE-AZ-TM-UZ-TJ-KS
  • E70 von A Coruña nach Poti, 5.380 km durch E-F-I-SLO-HR-SRB-RO-BG-TR-GE
  • E80 von Lissabon nach Doğubeyazıt, 5.700 km durch P-E-F-I-HR--MNE-KOS-SRB-BG-TR
  • E90 von Lissabon nach Cizre, 4.770 km durch P-E-I-GR-TR-IRQ
  • E121 von Samara nach Gyzylarbat, 2.700 km durch RUS
  • E123 von Chelyabinsk nach Pandschi Pojon (Nizhiniy Panj), 2.840 km durch RUS-KZ-TM-UZ

Transkontinentale Nord-Süd Europastraßen der Kategorie A:

  • E05 von Greenock nach Algeciras, 3.100 km durch GB-F-E
  • E15 von Thurso nach Algeciras, 3.610 km durch GB-F-E
  • E45 von Karesuando nach Agrigento, 4.920 km durch FIN-S-DK-D-A-I
  • E75 von Vardø nach Sitia, 4.340 km durch N-FIN-PL-CZ-SK-H-SRB-MK-GR
  • E105 von Kirkenes nach Yalta, 3900 km durch N-RUS-UA

Ausschließlich in Asien liegende Europastraßen der Kategorie A

  • E88 von Ankara nach Refahiye, 620 km durch TR     
  • E96 von Izmir nach Sivrihisar, 446 km durch TR
  • E98 von Kirikhan nach Reyhanlı, 60 km durch TR -SYR
  • E125 von Ischim zum Torugart-Pass, 2.600 km durch RUS-KZ-KS
  • E127 von Omsk nach Maikapshagai, 1.237 km durch RUS-KZ

Das Konzept der Paneuropäischen Verkehrskorridore TEN beinhaltet sämtliche Verkehrswege zu Land und Wasser.

European Type Number

Eine europaweit einheitliche Kennzeichnung für Starterbatterien. Nach DIN EN 60095-1 besteht die Nummer aus 3 Gruppen zu je 3 Ziffern:

1. Ziffer:
0-4 = 6 Volt, 5-7  = 12 Volt

2.+3. Ziffer plus Null
=Kapazität In Ah bei 20h Entladung

4. Ziffer: 0 = Batterie mit DIN-Nummer
4. Ziffer: 1 = Neue Batterie ohne DIN-Nummer
4. Ziffer: 9 = Wartungsfreie Batterie mit festgelegtem Elektrolyt.

5.+6. Ziffer
Merkmale wie Gehäusemaße, Schaltung, Pole, Deckel, Boden, Entgasungssystem, rüttelfest,
zyklenfest, Wasserverbrauch ...

7.+8+9. Ziffer plus Null
= Kälteprüfstrom in Ampere

eVB

Abkürzung für elektronische Versicherungsbestätigung. Diese besteht aus sieben Ziffern und Buchstaben, wird telefonisch oder per E-Mail übermittelt und löste 2008 die postalische zugeschickte »Deckungskarte« ab. Sie dient als Nachweis einer Kfz-Haftpflichtversicherung und ist damit Voraussetzung für die Kfz-*Zulassung, siehe *Versicherungen.

Explorer

siehe *Fernreisemobil-Zeitschriften

Willy-Wiki:

F wie fern, mobil, reisen

Fachbegriffe

Begriff kommt von begreifen und ist für Handwerker, die ihre Sache im Griff haben, untrennbar mit dem Tun verbunden: Einmal zeigen und machen ersetzt das Erklären. Fachbegriffe und *Jargon stehen im Wettbewerb, allein der praktische Gebrauch bestimmt, welcher Begriff sich durchsetzt. Auch historisch gewachsene Begriffe wie etwa *Deonyme entziehen sich dem Versuch einer Vereinheitlichung.

Nationale (DIN), europäische (EN) und internationale (ISO) Normen ermöglichen es unter anderem, Begriffe einheitlich zu verwenden und sachgerecht zu kommunizieren. Insbesondere technische Begriffe sind dort präzise und nachprüfbar definiert. Solche Normen sind praktisch und vernünftig, werden einvernehmlich verfasst und übereinkommend akzeptiert, sind jedoch nicht rechtlich bindend. Sie können per se nicht endgültig sein, da sie immer den »Stand der Technik« und die sozioökonomischen Bedingungen spiegeln, also dynamisch angepasst werden müssen.

Das vielleicht umfassendste Begriffssystem unserer Zeit hat die EU geschaffen. Deren Verordnungen und Richtlinien fußen auf Definitionen, die diesen Rechtsakten vorangestellt und konsistent aufeinander abgestimmt sind. Darüber hinaus werden alle dort verwendetetn Begriffe in sämtliche Amtssprachen der Mitgliedsländer übersetzt; das setzt ein  identisches Verständnis dieser Begriffe voraus.

Die entsprechende EU-Datenbank IATE Inter-Active Terminology for Europe betreibt »collection, dissemination and shared management of EU-specific terminology«, http://iate.europa.eu

Tatsächlich ist jedoch die Reichweite auch von Fachbegriffen eingeschränkt; sie gelten immer nur innerhalb von Fachgebieten, Anwendungsbereichen, Vorschriften ...

siehe auch *Gesetz, *Sprache

Fachidiot

Das Pendant zum *Buschmechaniker.

Fachidiotismus gibt es überall (fr: idiotisme du métier) und auch schon immer; nach Jean Paul (1763–1825)  ist „Jeder Fachmann in seinem Fach ein Esel“. Der Fachidiot ist dadurch gekennzeichnet, dass er nur die Perspektive seines Faches einnimmt (nicht über den Tellerrand schaut) und nur seine Sichtweise gelten lässt (Borniertheit).

Der Spezialist kann bewusst fokussieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Doch nur in seiner Eigenschaft als Generalist kann er wieder Abstand nehmen und das Ganze sehen. Wer unfähig oder unwillig ist Dinge wahrzunehmen, die außerhalb liegen, erscheint borniert. Die ausblendende Wirkung eines solchen »Tunnelblicks« ist bekannt als Scheuklappeneffekt: Was nicht im Blick ist, ist auch nicht vorstellbar.

Jeder tut, was er kann. Er hat sich stets bemüht. Es war doch nur gut gemeint.  Die dazu notwendige selektive Wahrnehmung kann, verbunden mit anhaltender Ignoranz, einen soliden Egoismus oder Narzissmus begründen helfen.

siehe auch *Birmingham Screwdriver, *Maslow's Hammer, *law of instrument, *Fehler

Fachsprache

Fachsprache beansprucht, klarer und eindeutiger als die Umgangssprachliche zu sein und damit sachgerecht und objektiv zu kommunizieren. Praktisch führt das in Wissenschaft und Recht oft zu Begriffsmonstern und Fremdworthäufungen. Zugehörigkeit zur entsprechenden Gruppe bedeutet immer auch, eine Mehrheit auszuschließen. Diese Funktion teilt die Fachsprache mit dem *Jargon. Einander unbekannte Menschen erkennen sich am gleichartigen Sprachgebrauch, fühlen sich vertraut und schließen, in ihren Jargon oder ihre Fachsprache wechselnd, die Umstehenden von ihrem Gespräch aus.

Letztlich sind werkstattüblicher Jargon und vertraute Umgangssprache meist stärker als Fachsprache. Seit mehr als 100 Jahren wird der Begriff »Schraubendreher« in der handwerklichen Ausbildung verwendet und hat es nicht geschafft, den »Schraubenzieher« zu verdrängen. Weshalb eigentlich darf das Werkzeug, mit dem Schrauben festzieht, nicht auch so heißen?

Manche Autoren folgen diesen und ähnlichen Regeln: 

Wenn Du etwas nicht kennst, nenne es ein System.
Weißt Du nicht wie es funktioniert, nenne es einen Prozess.

siehe auch *Wörterbuch, *Sprachen

Fahrdynamik-Test

Praxistest zum Messen der Fahrstabilität von Pkw bei einem plötzlichen Ausweichmanöver bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, speziell bei einem Aufprall des Hindernisses (etwa ein Elch) auf A-Säule und Dach.

Während der Trabant 601 noch mit 75 km/h auf der Bahn blieb (1997), legte sich der Defender 110 TD4 bei Tempo 60 auf die Seite (2007).

Selbstverständlich sind *Transporter, *Geländewagen und andere Fahrzeuge mit hochliegendem Schwerpunkt bei diesem Test stärker gefährdet. *Allradantrieb und »gute« *Reifen täuschen dabei »ein falsches Kurvenverhalten vor. Das gute Gefühl für *Traktion und *Grip beim Geradeausfahren täuscht, denn es sorgt nicht für eine bessere Kurvenstabilität.

seit 1997 Elchtest, im Fachjargon auch Kindertest

Fahrerlaubnisklassen

Eine ausführliche Übersicht zu den Fahrerlaubnisklassen bietet das BMV, hier nur kurz die Einteilung vor 1999 → ab 2013 und → die betroffenen Fahrzeugklassen.

1A
      Leistungsunbeschränkte Krafträder
1aA2
      Krafträder bis 25 kW, nicht mehr als 0,16 kW/kg
1b A1
      Krafträder bis 125 cm³, bis 11 kW
2C, CE
      Kfz über 7.500 kg, Züge mit mehr als drei Achsen
3 B, BE, C1, C1E
      Kfz bis 7.500 kg, Züge mit nicht mehr als 3 Achsen
2, 3 D, DE, D1, D1E
      Je nach zGG und Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung
      in  Kraftomnibussen
4 AM
      Zweirädrige Kleinkrafträder und Fahrräder mit Hilfsmotor
      bis 50 cm³ / 50 km/h

Siehe auch *Führerschein

Fahrerlaubnis-Verordnung

Diese enthält die früheren §§ 1 bis 15 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung StVZO und setzt auf nationaler Ebene das EU-Recht laut  Richtlinie 2006/126/EG um. Sie enthält unter anderem Regeln und Bestimmungen über

  • die Teilnahme am Straßenverkehr

  • die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr

  • das Führen von Kraftfahrzeugen

  • das Erteilen einer Fahrerlaubnis

  • die Fahrerlaubnisklassen

  • das Punktesystem

  • das Entziehen und Beschränken der Fahrerlaubnis

  • das Zentrale Fahrerlaubnisregister in Flensburg

Fahrgestellnummer

 siehe *FIN

Fahrtenbuch

Das Fahrtenbuch wird durch seine materielle Form als Buch und durch seine handschriftlichen Einträge zur Urkunde, die nicht elektronisch ersetzbar ist.

Es muss fortlaufend, übersichtlich und aktuell geführt sowie sicher aufbewahrt werden, damit es objektiv nachprüfbar und jederzeit vorzeigbar ist.

Ein Fahrtenbuch kann sinnvoll sein als

  • Nachweis für das Finanzamt

  • als Tätigkeitsnachweis

  • als Auflage nach § 31a StVZO nach schwerwiegenden Verkehrsverstößen im Straßenverkehr.

Ein Fahrtenbuch muss daher enthalten:

  • Anlass/Zweck Fahrt mit den Kilometerständen zu Beginn und am Ende

  • Start und Ziel (als Adressen)

  • Datum (und Uhrzeiten)

  • gefahrene Strecke in km

  • Anmerkungen/ergänzungen

im Fernfahrerjargon auch Lügenbuch

Fahrtenschreiber  

Ein (ab Werk geeichter) Geschwindigkeitsmesser (Tachometer) mit Uhr, der die gefahrene Geschwindigkeit und Zeit gleichmäßig mittels Mess-Scheibe aufzeichnet (Fahrtenschreiber nach §57a StVZZO in Fahrzeugen mit Erstzulassung vor dem 01.05.2006). Er speichert Lenkzeitunterbrechungen, also Lenk- und Ruhezeiten, und unterscheidet sich damit vom Kilometerzähler (*Hodometer).

Als digitales »EG-Kontrollgerät« ist es seit dem 01.05.2006 durch die EU-Verordnung 561/2006 und 165/2014 vorgeschrieben und speichert neben Lenk- und Ruhezeiten auch: Amtliches Kennzeichen, Bedienung, FIN, Geschwindigkeit, km-Stand, Motordrehzahl, Querbeschleunigung, Werkstattdaten … Hier gibt es keine Tachoscheibe, sondern eine Fahrerkarte, die vom Unternehmer ausgestellt wird und von seiner Unternehmenskarte abhängt.

Der Fahrtenschreiber oder Tachograph ist einerseits Voraussetzung zur Kontrolle der *Sozialvorschriften. Er ist aber auch als technische Einrichtung des Fahrzeugs gesetzlichen Vorgaben unterworfen. Das führt zur Verwirrung, wenn das Fahrzeug nämlich als Wohnmobil oder historisches Fahrzeug zugelassen ist, jedoch nicht gewerblich genutzt wird. Nach Auskunft des zuständigen Ministeriums entfallen dann sowohl die Kontrollgerätepflicht als auch die Überprüfung des Kontrollgerätes/Fahrtschreibers gemäß § 24 Abs. 4 KFG. Bei BAG-Straßenkontrollen und und der HU-Abnahme könnte das zu Diskussionen führen, insbesondere mit dem Hinweis auf übergeordnetes EU-Recht.

Die oft zitierte Pflicht, einen eingebauten Tachograph zu betreiben, gibt es nur für den Sonderfall, dass ein Transporter mit einer zGM von 2801 bis 3500 kg gewerblich gefahren wird, denn für diese Gewichtsklasse genügt eigentlich ein Tageskontrollblatt ohne Fahrtenschreiber.

http://www.bag.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Merkblaetter/Leitfaden_Rechtsvorschriften.html

Fahrzeug-Abmessungen

Die StVZO §32 nennt maximale Fahrzeugmaße und beschreibt, wie diese zu ermitteln sind. Damit sind die maximalen Abmessungen eines Wohnmobils vorgegeben:

  • Fahrzeugbreite höchstens 2,55m, Pkw 2,50m

  • Fahrzeughöhe höchstens 4,00m

  • Fahrzeuglänge mit Anhänger höchstens 12,00m

Andere Fahrzeuglängen gelten für Kraftomnibusse und Sattelschlepper mit 2 und mehr Achsen.

Begrenzende Maße

  • Für Wohnmobile, die länger als 10m oder höher als 3,20m einschließlich Ladung sind oder die zulässige Gesamtmasse von 7,5 t überschreiten, entfallen laut ADAC-Schutzbrief §4 Satz 4 folgende Leistungen:
    Bergung, Fahrzeugtransport, Pick-up-Service, bei Totalschaden der Transport vom Schadenort zum Einstellort sowie vom Einstellort zum endgültigen Verschrottungsort oder zur Zollstelle.

  • Die Autobahn-*Maut ist in vielen EU-Ländern höhen- und längenabhängig.

  • Die Türhöhe bei *Containern beträgt 228 bzw. 256 cm.

  • Autofähren setzen Preisstufen häufig bei 6 - 8- 10 Metern Länge.

Fahrzeugalter

Vor dem Kauf eines Fahrzeugs finden sich Hinweise auf das Fahrzeugalter über: 

  • Scheibenstempel

  • Reifenalter

  • Motornummer

  • Fahrgestellnummer

  • Zulassungsdokumente

  • Kraftfahrtbundesmt KBA

Abweichungen und Widersprüche geben Anlass zur Ursachenforschung, der ADAC gibt Tipps.

Kilometerstand und Fahrzeugalter sollten mit den Gebrauchsspuren (Lenkrad, Schaltknüppel, Sitze, Pedale ... ) übereinstimmen.

Fahrzeugart

Oberbegriff für die nationale Fahrzeugeinstufung, zum Beispiel Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, selbstfahrende Arbeitsmaschinen.
[Quelle:
Kraftfahrtbundesamt]

Fahrzeugbrief

siehe *Zulassungsdokumente

Fahrzeug-Identifikationsnummer

Jedes Fahrzeug muss »ohne dass andere Angaben herangezogen werden müssen - für die Dauer von 30 Jahren einwandfrei über den Hersteller identifiziert werden« können. Das verlangt die Verordnung EU 19/2011 (früher 76/114/EWG, 78/507/EWG).

Dazu dient die Fahrzeug-Identifizierungsnummer FIN. Diese löste die Fahrgestellnummer ab und ist international genormt (ISO 3779-1983) als 17-stellige Nummer, deren Ziffern bedeuten:

  • 1–3  Hersteller nach World Manufacturer Identifier WMI
    alphabetische und numerische Listen beim *KBA

  • 4–9  Vom Hersteller intern festgelegter Baureihen-Code

  • 10    Modelljahrescode
    Die Zeichen 123456789ABCDEFGHJKLMNPRSTVWXY kodieren 30 Jahre ab 1971 bzw. ab 2001. Das Modelljahr kann bereits im Herbst des Vorjahres beginnen, sich also vom Produktionsjahr unterscheiden.

  • 11     Herstellerwerk

  • 12-14 kann die WMI fortsetzen, wenn diese auf "9" (Ziffer 3) endet.

  • bis 17 fortlaufende Numerierung

Die FIN steht in der *Zulassungsbescheinigung Teil I (früher Fahrzeugschein) in Feld E sowie mehrfach am Fahrzeug, meist eingestanzt bzw. auf dem Typenschild, zu suchen im Motorraum, dort auf der Spritzwand, am Trittblech neben dem Beifahrersitz, im Kofferraum, auf der rechten Fahrzeughälfte ... oder ist durch die Windschutzscheibe auf einem Schild im Armaturenbrett lesbar.

FIN/VIN-Decoder hier und hier

engl. vehicle identification number VIN, französisch Numéro d'Identification du Véhicule VIN

Fahrzeugklasse

Kombi, Hochdachkombi, Minivan, Kastenwagen, Utilities, Wohnmobil und andere

mehr: *Kraftfahrzeuge, Einteilungen

Fahrzeugpapiere

siehe *Mitführpflicht

Fahrzeugschein

siehe *Zulassungsdokumente

Fahrzeugzulassungs-Verordnung

Die FZV definiert 25 Begriffe in §2, etwa:
Probefahrt, Prüfungsfahrt, Überführungsfahrt, *Oldtimer, *EG-Typgenehmigung, nationale Typgenehmigung, Einzelgenehmigung, Übereinstimmungsbescheinigung ... 

Sie regelt insbesondere:

  • Zulassung und Außerbetriebsetzung von Fahrzeugen    

  • Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II (Inhalt, Form)

  • Kennzeichen (Zuteilung, Aussehen, Anbringung)

  • *Versicherungspflicht

  • Regeln für die zeitweilige Teilnahme am Straßenverkehr

  • Fahrzeugregister (örtlich, KBA)

Die FZV entstand ab 2007 aus den zulassungstechnischen Abschnitten der *Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und der Fahrzeugregisterverordnung (FRV).

Fahrzeugzustand

Üblicherweise werden Fahrzeug nach nach ihrem Erhaltungszustand eingeteilt in fünf Kategorien; dabei gibt es natürlich Ermessensspielräume:

1    Technisch und optisch ohne Mängel, Beschädigungen oder Gebrauchsspuren, also wie neu und entsprechend selten.

2     Technisch und optisch einwandfrei und ohne Mängel mit leichten Gebrauchsspuren und geringem Verschleiß der Laufleistung entsprechend, ob nun gut und unrestauriert oder fachgerecht restauriert.

3    Fahrbereit und vehrkehrssicher ohne größere technische und optische Mängel, ohne Durchrostungen, der Laufleistung entsprechend sowie ohne dringenden handwerklichen Handlungsbedarf.

4    Alle Baugruppen sind vollständig erhalten, können jedoch beschädigt sein, also eingeschränkt fahrbereit. Durchrostungen sind vorhanden, vor der HU nach §29StVZO sind instandsetzende Arbeiten nötig.

5    Mängel und Fehlteile an allen Baugruppen sind offensichtlich, das Fahrzeug ist nicht fahrbereit, kann also Teileträger sein oder erfordert eine umfassende Restauration.

Mehr Infos beim TÜV Südwest Ludwigsburg: Tipps für Selbstausbauer

Fahrzeuge, öffentliche International

Dreirädrige Fahrradrikscha mit überdachtem Sitz für 1-2 Personen:
Becak, Cyclo 

Motorradrikscha mit drei Rädern, überdachter Sitzbank bzw. »Kabine« für bis zu 4 Personen:
Tempo, Tuk-Tuk, Samlor, Velicak, Tricycles, Trishaw 

Motorrad-Taxi
Achabas, Boda-Boda, Okada

Taxi und Sammeltaxi, als Kombi für etwa 8 - 10 Personen:
Dolmus, Matatu, Taxi-brousse, Daladala, Colectivo 

Minibusse für rund 20 Personen:
Matatu, Trotro

Kleinlaster für bis zu 40 Personen:
Pickup, Bachette, Bemo, Jeepney, Oplet 

 

Fehler

»If it ain't broke, don't fix it!«

Tatsächlich nützen Aufträge auf der Basis von Befürchtungen nur der Werkstatt. Selbst wahrnehmbare Symptome (Geräusche, Wärme, Vibrationen ...) lassen sich vielfältig deuten und können unterschiedliche Ursachen haben. Eine Reparatur erfolgt erst dann zielgerichtet, wenn etwas kaputt ist.

siehe auch *Badewannenkurve, *Never change a running system, *Buschmechanik, *Fachidiot, *law of instrument

Felge

Die Teile der Felge werden bezeichnet als:

  • Bett: der Innenboden der Felge

  • Einpresstiefe: Der Abstand zwischen der Radmitte (in Laufrichtung, quer zur Achse) bis zur Auflagefläche der Felge auf der Radnabe ist auf der Felge eingeschlagen. Sie wirkt sich aus auf den Raum für die Bremstrommel, Spurbreite, Lenkrollradius, Achsschenkelbolzen-Versatz, Fahrverhalten, Radlagerführung sowie bei Zwillingsreifen auf den Mittenabstand. Eine negative ET (engl. OS für Offset) zeigt an, wie weit das Rad nach außen wandert, also die Spurweite vergrößert.

  • Horn: die seitliche Abstützung für den Reifenwulst

  • Hump: Buckel oder Höcker, der bei schlauchlosen Reifen das Abrutschen des Reifenwulstes in das Felgenbett verhindert; etwa bei stark abgesenktem Innendruck und/oder starken Seitenkräften in Kurven beim Bergabfahren. Beim Montieren erfordert das Überwinden des Hump einen vorübergehenden Überdruck von 3-4 bar (Pkw) oder 8-9 bar (Lkw), der durch ein Knall hörbar ist.

  • Maulweite: der Abstand von Horn zu Horn

  • Schulter: die Sitzfläche für den Reifenwulst

Leichtmetall- und Stahlfelgen werden eindeutig identifizierbar in der Form: 9Jx20 H2 ET 25 LK 5x120 MZ55

  • 9  Felgenbreite, also Maulweite in Zoll

  • J   Form und Ausführung des Felgenhorns (J = 17,3 mm hoch)
        möglich wären z.B. auch H, P, K, JK

  • x  einteilige Tiefbettfelge
        möglich ist auch – (Strich) = mehrteilige Flachbettfelge

  • 16 Felgendurchmesser an der Felgenschulter in Zoll

  • H2 Hump beidseitig, möglich ist auch H1

  • ET Einpresstiefe, hier:  positiv 25 mm
        möglich wäre auch ET −25 für eine negative Einpresstiefe

  • LK Lochkreis

  • 5×  Anzahl der Löcher für die Radbolzen

  • 110  Durchmesser des Lochkreises in mm
        gemessen  bis zur Mitte der Löcher

  • MZ  Mittellochzentrierung (auch: Nabenbohrung)
    hier: 55 mm Durchmesser

Damit die Felgen zum Reifen passen, müssen Felgenbreite und -durchmesser mit den Maßen der Reifen übereinstimmen.

Damit die Felgen zum Fahrzeug passen, müssen Lochzahl, Lochkreis und Durchmesser der Radnabenbohrung übereinstimmen. Auch der Durchmesser der Löcher des Lochkreises kann variieren (z. B. bei den Transportern von Mercedes und VW mit 12 bzw. 14 mm).

Damit die Felgen zum Radkasten und zur Spurweite der Vorderachse passen, muss die Einpresstiefe stimmen.

Fernfahrer

Umgangssprachlich besonders verbreitet, auch als neutrale Eigenbezeichnung, korrekt aber seit 1973 Berufskraftfahrer. Bezogen auf Kraftfahrzeuge ist der Beruf seit 1926 nachweisbar; historische Vorgänger sind Kutscher und Fuhrmann. 

Um den Beruf ranken sich »mythische Allegorien«, die von der Wirklichkeit ablenken und in erfolgreichen Filmen, Serien und Country-Songs Kultstatus erreichen.

1928 singen die Red Fox Chasers mit Wreck On The Mountain Road den ersten Song über einen Lkw-Fahrer. Aber erst der Truck Driver’s Blues von Cliff Bruner und den Texas Wanderers  begründet 1939 den Fernfahrer-Mythos in der Popkultur. 1940 verkörpern Humphrey Bogart und George Raft den Fernfahrer-Typus prominent im Film „Nachts unterwegs“ (USA: They Drive By Night, von Raoul Walsh).

In Deutschland erscheint 1937 der Buchtitel *König der Landstraße; dann wird der Fernfahrer nach dem Krieg zum Held: Hans Albers spielt 1951 in Nachts auf den Straßen den Fernlastfahrer Heinrich Schlüter; um 1960 ertönt die Fernfahrer-Melodie von Bruce Low und 1963 - 1967 erreicht die TV-Serie Die Fernfahrer mit Rudolf Krieg und Pit Krüger ein breites Publikum. Fortan ist der König ohne Krone Auf Achse und erlebt die Abenteuer der Landstraße. Der *Brummi(-fahrer) wurde 1971 als Sympathiefigur erfunden, weil dasLkw-Image kaum schlechter sein konnte.

Aus dem Image-Tief führen die Leitbilder von Trucker und Cowboy; deren Outlaw-Status dringt als Country-Ohrwurm in die Köpfe. 30-Tonner Diesel - Den ersten deutschen Country Song für Fernfahrer sang Gunter Gabriel 1973: »Dies ist ein Lied für dich, mein Freund, der du Tag für Tag mit einem Laster auf der Straße liegst« 

1979 berichtet Christian Jungblut über Trucker: Die Besessenen von der Straße (GEO 1, 130–148). Und 1980 findet sich im Spiegel »die neue Heldenfigur des *Asphalt-Cowboys« (09.06.1980: Die Rückkehr der harten Männer).

Trucker-Festivals entstehen um 1980, vermutlich ist das in Geiselwind das älteste noch heute bestehende. Tausend trucks, tausende Cowboys, Country-Musik und ein Treffen an der Autobahn verbinden sich zu emotionalen Höhepunkten jeden Jahres:

  • C.W. McCall       Convoy              1971    
  • Toby Keith         Big Ol' Truck       1995        
  • Dierks Bentley   Cab Of My Truck 2005        
  • Alan Jackson      Country Boy       2009     

Das Cowboy-Image bleibt bis heute massentauglich, doch die Wirklichkeit sieht anders aus: 2012 sendet das ZDF eine Reportage über die Prügelknaben der Straße. Die größte Gemeinsamkeit der Fernfahrer ist der Lkw-Führerschein.

Michael Florian: "Highway-Helden" in Not. Arbeits- und Berufsrisiken von Fernfahrern zwischen Mythos und Realität. Dissertation Münster 1993. edition sigma Berlin 1994 ISBN 3-89404-374-1  

Fernmobilreisende

Wie nennt man Reisende, die auf Rädern mobil sind oder sogar überwiegend in ihrem Fahrzeug leben? Es gibt viele Gemeinsamkeiten mit Globetrottern, aber eben keine 100 Prozent; schließlich fühlt man sich nicht als Backpacker und ist nicht auf Flüge angewiesen. Mit der »Weißen Flotte« teilt man vielleicht Stellplätze und Infrastruktur, doch selten mehr. Allerdings macht einen der Werkzeugkasten allein auch noch nicht zum »Schrauber«, der nur unterm Fahrzeug glücklich ist.

Fernreisemobil
International

In German a recreational vehicle is called Wohnmobil or Wohnwagen (trailer type). Wohnen means live or reside.  A Fernreisemobil is more individual for Globetrotters and specialised for long-term travelling.

Asuntovaunu ♦ autocaravane ♦ cab-over ♦ Camper ♦ camper trailers ♦ campervan ♦ campeur ♦ camping-car ♦ Campingvogn ♦ Caravan ♦ Caravana ♦ caravane ♦ caravane à capucine EMSI "Formule Z" ♦ Caravane de type clip car ou Randocar ♦ Caravane pliante en toile ♦ Caravane rigide à deux essieux ou plus ♦ Caravane rigide surbaissée à un essieu ♦ Caravane surbaissée ♦ fifth wheel trailers ♦ Folding trailer ♦ Full-Integraal ♦ Husvagn ♦ Hybrid trailer ♦ kampeerauto ♦ Kampeertrucks ♦ Karavan ♦ Klapcaravan ♦ Le clip car ♦ Luton ♦ mobile homes ♦ mobilhome ♦ motorhome ♦ motorisé ♦ Namelis-autopriekaba ♦ pickup truck ♦ pop-up camper ♦ pop-up trailers ♦ Randocar ♦ recreational vehicle ♦ Résidence mobile de loisir ♦ Ruldomo ♦ Sleurhutte ♦ sport utility vehicle ♦ Teardrop Trailer ♦ tent camper ♦ Toterhome ♦ Toy hauler ♦ tractor-trailers ♦ travel home ♦ travel trailer ♦ truck camper ♦ véhicule récréatif ♦ Vouwcaravan ♦ Vouwwagen ♦ wagentent ♦ Winnebago ♦ Woonwagen ♦ zwerfwagen ♦ Камп-приколица

»C'est le plus gros rassemblement européen de CC 4x4, ça se passe en Allemagne … C'est vrai que c'est tentant comme rassemblement de "Gros"... et puis ça manque de tofs de TRM«

Fernreisemobil-
Clubs

DZG - Der Globetrotter Club

Die Deutsche Zentrale für Globetrotter e.V. W wurde 1974 gegründet, hat rund 900 Mitglieder, gab das *Selbstreise-Handbuch und gibt die Zeitschrift DER TROTTER heraus und veranstaltet Globetrottertreffen. Norbert Lüdtke war 1999 bis 2015 Vorsitzender des Clubs.

DLRC

Der Deutsche Land Rover Club e.V.  wurde 1975 gegründet und gibt eine Zeitschrift heraus. Jährlich finden drei große Treffen statt, die Landesgruppen bieten eine Vielzahl regionaler Veranstaltungen an.

Fernreisemobil-
Foren

www.allrad-lkw-gemeinschaft.de 

www.busfreaks.de/strohrum

www.kat-forum.de

www.offroad-forum.de 

http://pinzforum.kiruna.de

www.steyrforum.de

www.unimog-community.de 

www.womobox.de

www.4x4community.com

Fernreisemobil-Treffen

1992 bezeichnete Willy Janssen das von ihm ins Leben gerufene Treffen erstmals als Internationales AL28 Globetrotter- und Fernreisemobiltreffen. Es entstand 1980 als Hanomag-AL28-Treffen, doch es kamen immer mehr andere Marken und Fahrzeugtypen, immer mehr »Irre Typen und originelle Mobile«. Die Teilnehmer selbst sprechen meist kurz von »Willys Treffen« - es war das erste seiner Art und ist bis heute das größte privat organisierte Fernreisemobiltreffen, das sich gegenüber vergleichbaren Treffen durch die hohe Anzahl von *Dickschiffen auszeichnet.

Stefanie Reinberger: Fernweh riecht nach Diesel. In: Zeit Online. 6. September 2010. Ein Beitrag über das Fernreisemobiltreffen.

Fernreisemobil-
Zeitschriften

Allradler - Das Abenteuer Offroad Magazin
Viele Menschen, die raus aus dem Alltag und rein ins Abenteuer steuern, tun das begeistert mit ihrem Allradler. Sie kommen dorthin, wo andere längst umkehren! Allradler sind Outdoorer, mit einer hohen Affinität zur Natur und zu technischem Equipment. Nur wer gut ausgerüstet ist, erlebt die Welt offroad in vollen Zügen. Ob das Fahrzeug groß oder klein, alt oder neu ist, spielt keine Rolle, abends am Lagerfeuer sind alle Allradler gleich!
Erscheint 1/4-jährlich mit 116 Seiten Umfang in einer Auflage von  25.000 Exemplaren. 

Explorer - On tour. Off road.
Globetrotter und Overlander sind keine typischen Offroader und auch keine typischen Reisemobilisten. Einen darauf abgestimmten Themenmix  bietet EXPLORER: Technik, Service, Tests oder Portraits  – jede Facette des Fernreisens wird von einem erfahrenen Team aus Journalisten, Fotografen und Grafikern abgedeckt.
Erscheint 1/4-jährlich mit 132 Seiten Umfang in einer Auflage von  31.000 Exemplaren.

Feuerwehrdreikant

Der »Feuerwehrdreikant« nach DIN 3223 (19mm) öffnet etwa Absperrpfosten und Schranken von Feuerwehrzufahrten, Forst- und Betriebswegen, Parkplätze, Höhenbegrenzungen ...

siehe auch *Baustellenschlüssel, *Berner Schlüssel

Feuerwehrfahrzeug

Feuerwehrfahrzeuge werden nach DIN EN 1846 kategorisiert in:

Drei Massenklassen:

  1. Leicht (L): 3 t < GM ≤ 7,5 t

  2. Mittel (M): 7,5 t < GM ≤ 16 t

  3. Super (S): GM > 16 t

Drei Einsatzbereiche:

  1. straßenfähig

  2. geländefähig

  3. geländegängig
    siehe *Geländegängigkeit

FeV →§

Abkürzung für *Fahrerlaubnis-Verordnung

FIA

Abkürzung für Fédération Internationale de l’Automobile. Diese wurde 1904 als Association Internationale des Automobile Clubs Reconnus AIACR gegründet und ist der internationale Dachverband für Automobile und deren Halter mit Sitz in Paris.

Fichtenmoped

Spitzname, Werkstattjargon für Kettensäge

FIN

Abkürzung für *Fahrzeug-Identifikationsnummer

Finagle's Law
of Negative Dynamics

*Murphy's Law sagt etwas darüber aus, was der Mensch alles mit der Maschine machen kann.

Finagle's Law sagt, dass es nicht nur schiefgeht, sondern auch im unpassendsten Augenblick, mit den größtmöglichen Folgen.

Zumindest die spezielle Frage, warum das Brot immer auf die Butterseite fällt, hat R A J Matthews untersucht in European Journal of Physics, Volume 16, Number 4: »Tumbling toast, Murphy's Law and the fundamental constants« und fasst zusammen: »We show that toast does indeed have an inherent tendency to land butter-side down for a wide range of conditions. Furthermore, we show that this outcome is ultimately ascribable to the values of the fundamental constants. As such, this manifestation of Murphy's Law appears to be an ineluctable feature of our universe.«

Laut Finagle's Law ist der Mensch also nicht verantwortlich, sondern im Gegenteil das Opfer (1) eines naturgesetzlichen »features of our universe« oder (2) einer göttlichen Fügung oder (3) eines  unvermeidlichen Schicksals oder (4) der *Tücke des Objektes.

FIT

Abkürzung für engl. Free Individual Traveller, Jargon der Tourismusindustrie

Flex

Gattungsname für Winkel- oder Trennschleifer, Schleifhexe; ursprünglich Markenname für das 1954 von Ackermann & Schmitt (Flex-Elektrowerkzeuge) eingeführte Gerät.

fliegen lassen

Fernfahrerjargon, den Truck bergab auskuppeln

Flightcase

Produktname im gewerblichen Bereich für stabile Boxen, Kisten, Koffer aus beschichtetem Multiplexholz mit Aluminium-Profilen als Kantenschutz, meist genietet, oft mit Stahl-Kugelecken und Laufrollen sowie Butterfly-Verschlüssen und Klapptragegriffen.

In angepasster Form (»Racks«) werden sie auch in Wohnkoffern verbaut; »Flightcase-Optik« bezeichnet werblich das Aussehen im Möbelbereich.

Flugmodus

Der eingeschränkte Betrieb von Kommunikationsgeräten, bei dem alle Funkeinheiten deaktiviert sind, also: Mobilfunk (GSM, UMTS, LTE) sowie Bluetooth, NFC, WLAN.

auch: Offline-Modus, engl. airplane mode

Flugrost

bezeichnet nach DIN 50 900 Teil 1 eine beginnende Korrosion auf der Oberfläche von Eisen oder Stahl, auch wenn sich diese nicht einfach abwischen lässt.

Folgetonhorn

siehe *Sondersignal

Franzose

Ein mittels Spindel verstellbarer Schraubenschlüssel mit zwei glatten Backenpaaren; daher weder identisch mit Rollgabelschlüssel noch mit Rohrzange.

siehe auch *Schraubenschlüssel, *Engländer

Freies Campen

»Wild Campen« ist in den meisten Ländern der EU ausdrücklich verboten. Davon zu unterscheiden ist das einmalige *Übernachten und Parken im öffentlichen Raum sowie *Campen.

Als Gewohnheitsrecht führt das »Jedermannsrecht« (jedermansrätten, allemansrätten, allemannsretten, all-men’s-right) in manchen Staaten dazu, dass die Nutzung der freien Natur (»unkultiviertes Land«) mehr oder weniger toleriert wird:

♦ Finnland ♦ Norwegen ♦ Schottland ♦ Schweden ♦ Schweiz ♦ Estland ♦ Lettland ♦ Litauen ♦ Dänemark.

Diese Nutzung umfasst in unterschiedlichem Maße:

♦*Betretungsrecht (Deutschland) ♦ Wegerecht (Österreich) ♦ freien Zugang zur Küste ♦ Baden ♦ Rudern ♦ Paddeln ♦ Segeln ♦ mit Booten anlegen ♦ Fischfang ♦ Übernachten ♦ Feuer machen ♦ Beeren und Pilze sammeln ...

Bestimmungen für freies Campen in Europa hat der ADAC zusammengestellt für Wohnmobile bis 3,5 t (pdf) und für solche von 3,5 t bis 7,5 t (pdf).

Freiheit

 

»Meine Freiheit ist nicht deine Freiheit« - eine Grundbedingung selbstbestimmten Reisens:

Von Freiheiten und solchen Reisen ♦ Freies Reisen & Freie Reisende ♦ Die Freiheit der Landstraße, ...  der Seßhaften, ... der Abenteurer und Urlauber, ... der Nomaden

NORBERT LÜDTKE © Zuerst veröffentlicht in DER TROTTER/DZG Ausgabe 127 (2007); Abfahren-freiheit_2017.pdf Download

Siehe auch *Reisende, *Fremdheit, *Zeit

Fremdheit

Die Fremdheit des Reisens & der Reisende als Staunender - eine Grundbedingung selbstbestimmten Reisens:

Das Neue & die Neugier ♦ Der Genuss erfüllter Gegenwart ♦ Das persönlich Fremde ♦ Der Reisende als Fremder in der Ferne ♦ Die Metamorphose des Fremden ♦ Der Fremde als Barbar, ... als Feind  
... als Gast, ... als Eindringling, ... als Ausländer, ... als Zuwanderer ♦ Der Reisende als Fremder in der Heimat ♦ Das kulturell Fremde ♦ Die Fremden bei sich, im Anderswo ♦ Die Fremden bei uns, im Hier und Jetzt

NORBERT LÜDTKE © Zuerst veröffentlicht in DER TROTTER/DZG Ausgabe 130 (2008); Abfahren-fremd_2017.pdf Download

Siehe auch *Reisende, *Freiheit, *Zeit

Fridolin

Spitzname für den VW-Kleintransporter Typ 147, von dem mehr als 6.000 Exemplare 1964–1974 meist für die Deutsche Post gebaut wurden.

Friemeln

umgangssprachlich besonders im Rheinland, synonym mit basteln, bosseln, fummeln, tüfteln; ursprünglich wohl von Pfriem, einem Holzgriff mit eiserner Spitze.

[Rheinisches Wörterbuch, Duden]

siehe auch *Buschmechanik, *Schrauber

Frickeln, Frickler

umgangssprachlich besonders im Rheinland, kommt von verknüpfen, verschlingen, flechten oder dem Gegenteil: etwas entwirren, entflechten.

[Rheinisches Wörterbuch, Duden]

siehe auch *Buschmechanik, *Schrauber

Frontlenker

Bauartbezeichnung über die Bauform der Motorhaube. Diese ist bedingt durch die Größe und dadurch die Lage von Motor, Führerhaus und Vorderachse. Das führt zu den drei grundlegenden Formen Langhauber, Kurz- oder Rundhauber sowie Frontlenker. Frontlenker haben sich letztlich gegenüber den Haubern durchgesetzt. Da sie meist einen Unterflurmotor haben, werden sie im amerikanischen Englisch Cab over Engine COE genannt.

www.spiegel.de/auto/fahrkultur/warum-lastwagen-in-deutschland-und-den-usa-unterschiedlich-aussehen-a-855319.html

Frontschutzbügel

Ursprünglich Rammschutz gegen Wild, dann auch Geräteträger für Seilwinden oder Scheinwerfer, bei nicht erkennbarer Notwendigkeit mehr eine Imagekomponente.

Seit 2006 in der EU für neu zugelassene Fahrzeuge der Klasse M1 (Pkw) bis 3,5 Tonnen verboten, da sie das Verletzungsrisiko für Fußgänger deutlich erhöhen. 

auch: Rammschutzbügel,  Bullen-, Kuhfänger, englisch: bull bar; push bar, grille guard, cattle pusher in den USA; push bumper, roo oder nudge bar in Australien, moose bumper in Kanada

Froschauge

Spitzname für das erste geschlossene Führerhaus des *Unimog 1953.

Führerhaus

Art und Form des Führerhauses beim Lkw führten zu einer ganzen Reihe von Spitznamen wie Rattenfalle, Hundehütte oder Folterkammer, für die Schlafkammern Nistkasten oder Plastiksarg.

Süffisant weisen manche darauf hin, dass »Führerhaus« politisch vorbelastet sei; alternativ kämen Fahrerhaus oder Führerkabine in Frage.

Führerschein

Der Führerschein dokumentiert die Fahrerlaubnis. Den Zugang regelt die Richtlinie 2006/126/EG. sowie deren nationale Umsetzung in der Fahrerlaubnis-Verordnung FeV. Darin werden unter anderem die Führerscheinklassen W definiert.

Der Internationale Führerschein ist geregelt in FeV §25a und b. Er gilt drei Jahre. 

Fahrerlaubnis und Führerschein finden sich erstmals 1888 in Preußen und Paris. Nach 1945 gab es graue Führerscheine aus Pappe etwa in DINA6-Format zum Falten (»Pappe«), so etwa um 1970 wurden sie durch ein widerstandsfähiges Leinenpapier ersetzt (»Lappen«), Format und Farbe blieben.
1986 schrumpften die Führerscheine auf halbe Größe und wurden schweinchenrosa, mussten jedoch immer noch gefaltet werden.
1999 gab es dann den rosa-grünen Führerschein in Kreditkartenformat.
Bis 2032 bleiben alle diese Führerscheine gültig - danach gilt ausschließlich der EU-Führerschein im Scheckkartenformat.
Dieser muss dann alle 15 Jahre erneuert werden.

auch: Pappe, Lappen

»Fuhre Mist«, Die

Schon 2008 schaffte es dieser Fernfahrerteller in die »Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung« AHGZ. Bis heute ist er für Trucker Kult, sie fahren dafür das Rasthaus Diemelstadt an der A448 an. Dann rollen in einer Holzkarre auf den Tisch: Bratkartoffeln mit Steaks, Bratwurst, Frikadelle, Zwiebeln und Salat.

FZV
§

Abkürzung für *Fahrzeugzulassungs-Verordnung

Willy-Wiki:

G wie Gelände

Kurzname für Mercedes G. Dieser wird seit 1979 gebaut, anfangs als joint venture von Daimler-Benz und Steyr-Daimler-Puch. 

Der Mercedes-AMG G 65 als derzeit weltweit stärkster (1.000 Nm) Geländewagen verfügt über eine Steigfähigkeit von bis zu 80 Prozent, eine Wattiefe von bis zu 60 Zentimetern und bewältigt  Böschungswinkel bis zu 27 Grad.

Laut Neuer Zürcher Zeitung geht es allerdings den Käufern »weniger um die Fortbewegung, sondern um die Stärkung des Egos« in NZZ 21.2.2013, Jürgen Zöllter: Ein Panzerschrank auf Rädern.

Gabelpick

ein Schlüssel zum Öffnen von Kfz-Scheibenzuhaltungszylindern und anderen. Der gabelartig gespaltene und elastische Schlüssel wird im geölten Schloss schnell hin und her bewegt.

siehe auch *Polenschlüssel, Lockpicking

Galileo

siehe *GPS

Gas

Gas für Wohnmobile und Camping ist in unterschiedlichen Gebinden erhältlich. »Flüssiggas«, also unter Druck verflüssigtes Gas, kann jedoch chemisch verschieden sein:

LPG (Liquefied Petroleum Gas) oder NGL (Natural Gas Liquids) oder GPL (Gaz de pétrole liquéfié) ist als »Autogas« bekannt und bezeichnet Gemische aus Ethan, Propan, Butan ..., die bei Raumtemperatur und unter 10 bar Druck flüssig bleiben.

Das Gemisch besteht jahreszeitabhängig aus:

40% Propan - 60% Butan ab 04 bis 11
60% Propan - 40% Butan ab 12 bis 03

LNG (Liquefied Natural Gas) wird aus Erdgas abgetrennt und besteht zu mehr als 75 Vol.-% aus Methan; flüssig wird es nur unter sehr hohem Druck.

Propan und Butan werden praktisch immer als Gemisch verkauft, aber in wechselnder Zusammensetzung von 50:50 bis 95:5. Butan hat den Nachteil, dass es bei Frost flüssig bleibt - strömt also nicht aus dem Gasbehälter aus.

Graue Flaschen sind Eigentum des Käufers, rote Pfandflaschen bleiben Eigentum des vertreibenden Unternehmens.

Die blauen Butangasflaschen von Campinggaz werden vom Kunden gekauft (kein Pfand), jedoch wieder eingetauscht. Sie haben kein eingebautes Sicherheitsventil.  Ihr Vorteil ist die nahezu weltweite Verfügbarkeit, nachteilig sind die Kosten und Butan unterhalb 0°C. 

Alutanks können mit Autogas /LPG betankt werden, das Adapterproblem bleibt.

Ein Problem ist die Vielfalt der Systeme außerhalb Deutschlands und erst recht außerhalb Europas. Manche Reedereien schließen Gasflaschen (wenn sie nicht fest installiert sind) vom Transport aus; andere verlangen das Spülen der Flaschen mit Stickstoff. Selbst wenn die Adapter passen so können Sicherheitsbestimmungen das Befüllen erschweren.

Gasadapter

LPG-Tankadapter sind aus Messing und sollten der Norm ECE 67R-01 entsprechen. In Europa gibt es drei alte und ein neues System zum Anschluss an die Tankpistolen:

  • DISH- oder Italien-Adapter (Klauen-Adapter) für Dänemark, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Bos.-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien, Slowenien, Portugal, Schweden, Tschechien, Polen, Österreich, Bulgarien, Schweiz, Estland, Lettland, Litauen, Mazedonien, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Ukraine, Türkei

  • ACME- oder Europa-Adapter mit Trapezgewindeanschluss für Deutschland, Belgien, USA, Schweiz, Irland, Luxemburg, Kanada, Australien

  • Bajonett- oder Flüssiggas- oder NL-Adapter für Spanien, Norwegen, England, Luxemburg, Schottland, Niederlande, Frankreich Polen, Russland, USA

  • Euronozzle-Adapter nach EN 13760 hat in Spanien den Bajonettanschluss abgelöst.

Adapter verbinden diese vier Anschlüsse mit unterschiedliche Außengewindearten und -größen (21.8, M 10 bis M 22) und Längen zwischen Tank und Zapfpistole. Zudem gibt es Adapter von ACME auf Bajonett und ACME auf Dish.

Über Know-How zur Anfertigung spezieller Adapter verfügt  die Wynen Gas GmbH in 41747 Viersen.
Die Verhältnisse in anderen Kontinenten kennt
Seabridge.

GAZ

Markenname und Abkürzung für den 1932 in Nischni Nowgorod (früher: Gorki) gegründeten russischen Fahrzeughersteller Gorkowsky Awtomobilny Sawod (Горьковский автомобильный завод ГАЗ), FIN Herstellercode XTT. Der Schwerpunkt lag im Segment von Transportern und Lastkraftwagen.

Beginnend mit dem Zweiten Weltkrieg wurden auch 4×4-Geländewagen produziert:

  1. *GAZ-61 (1939 - 1945)

  2. *GAZ-64 (1941 - 1942)

  3. *GAZ-67 (1944 - 1953)

  4. *GAZ-69 (1953 - 1972)

  5. *GAZ-2330 Tigr (2005)

GAZ 46

Der Schwimmwagen MAW, russisch abgekürzt МАВ für малый автомобиль водоплавающий, Malinka, »kleines schwimmfähiges Fahrzeug« oder »Badewanne« (Spitzname).

1953 bis 1958 auf der Basis der Geländewagen GAZ 67 und GAZ 69 gebaut, ein Exemplar steht im Auto- und Technikmuseum in 74889 Sinsheim: www.sinsheim.technik-museum.de 

GAZ 61

Ab 1939/40 bis 1945 als Pkw mit Allradantrieb für das Militär gebaut.

GAZ 67

Sowjetisches Mehrzweck–Militärfahrzeug mit Allradantrieb als Kübelwagen, 1943 - 1953, fast 93.000 Stück.

Gebetbuch

Spitzname aus dem Rallyejargon für das Notizbuch mit den Aufzeichnungen, das die Kommandos für den Fahrer enthält und das der Beifahrer vorliest.

auch: *Roadbook

Gebrauchtwagen-
handel

www.feuerwehr.de 

www.jsfeuer.com 

www.padh.de

http://home.mobile.de

www.truckscout24.de 

http://reisemobil-international.de/markt/

Geizhals

Werkstattjargon für einen Tropfenöler, mit dem punktgenau kleinste Ölmengen exakt positioniert werden können.

Gelände, Fahr-

Gelände ist alles, was abseits der Straße liegt. Allerdings gibt es Straßen und Pisten, die schlechter zu befahren sind als das Gelände daneben. Eine Piste, die langsam zum unbefahrbaren Gelände wird, ist etwa die Strecke Lubumbashi-Kinshasa.

Gelände ist dort nicht mehr befahrbar, wo völlig andere Eigenschaften zur Fortbewegung benötigt werden, mit anderen technischen Lösungen:

  • Amphibienfahrzeuge

  • Sumpfgleiter mit Propellerantrieb

  • Luftkissen-Fahrzeuge

  • Motorschlitten

  • Kettenfahrzeuge 

Einzelne Hindernisse lassen sich mit Arbeit, vielen Menschen, Seilwinde oder Kettensäge überwinden, doch kommen Radfahrzeuge an ihre Grenzen, wenn:

  • Klippen in einen Abgrund führen

  • Klüfte nicht überbrückbar sind

  • dichter Baumbestand ein Fortkommen vereitelt

  • Wasser tiefer als 50 cm ist

  • Morast grundlos wird

  • Felsblöcke sich nicht mehr umfahren lassen

  • die Steigung zu groß wird ...

Geländegängigkeit

Gewicht an der Zuladung zu sparen ist die einfachste Möglichkeit die Geländegängigkeit zu verbessern; die Zuladung gut zu verteilen ist eine weitere. Dazu bedarf es einen tiefen Schwerpunktes und einer durchdachten Lastverteilung auf die Achsen.

Technisch kann die dazu benötigte Bodenhaftung auf mancherlei Art verbessert werden, oft auch durch nachträgliche Umbauten, insbesondere durch

  • Bodenfreiheit des Fahrzeugs

  • Art und Größe der Reifen

  • Federung

  • Untersetzung

  • Allradantrieb mit Sperrdifferentialen

Messbare Kriterien für Geländegängigkeit sind beispielsweise:

  • Bodenfreiheit

  • Böschungswinkel

  • Steigfähigkeit

  • Überhangwinkel

  • Rampenwinkel

  • Verschränkungsfreiheit

  • Wattiefe

  • Kippwinkel

  • ...

Geländegängigkeit ist nur eine von mehreren Anforderungen an ein *Basis(Reise)fahrzeug.

Geländefahrzeug

Geländefahrzeuge der EU-Fahrzeugklassen N1/2/3 und M1/2/3 werden definiert in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) Anlage XXIX (zu § 20 Absatz 3a Satz 4) und in Anhang 2 zur Richtlinie 2001/116/EG. Je nach Fahrzeugklasse wird u.a. gefordert:

  • mehrere (auch abschaltbare) angetriebene Achsen

  • eine Differentialsperre oder etwas Vergleichbares

  • Steigungswinkel => 25 bzw. 30 Prozent

  • Rampenwinkel => 20 bzw. 25 Grad

  • Überhangwinkel vorn/hinten => 20 bzw. 25 Grad

  • Bodenfreiheit unter der Vorderachse => 180 bzw. 250 mm

  • Bodenfreiheit unter der Hinterachse => 180 bzw. 250 mm

  • Bodenfreiheit zwischen den Achsen => 200 bzw. 300 mm

Die Feuerwehr definiert:

  • Ein geländefähiges Fahrzeug muss in besonderem Maße Bodenunebenheiten, Steigung und Untergrundarten bewältigen können,  23° Böschungswinkel und 18° Rampenwinkel.

  • Ein geländegängiges Fahrzeug hat: Böschungswinkel 35° (vorn und hinten), Rampenwinkel 30° für Klasse M, für leichte Fahrzeuge (L) 30° bzw. 25°.

Geländewagen sollen namentlich auf schlechten Wegen und im unbefestigten Gelände weiter kommen als normale Fahrzeuge, müssen also nicht nur geländefähig oder gar *geländegängig sein, sondern für den dauerhaften Einsatz unter solchen Bedingungen konstruktiv ausgelegt sein. 

Daher lassen sich sämtliche Fahrzeugkomponenten variieren: die Verschränkungsfähigkeit des Rahmens, Eigenarten von Portal- und Starrachsen, Leiter-, Kasten- oder Zentralrohrrahmen, eine nicht-tragende Karosserie, Schutz empfindlicher Komponenten  ...

Umgekehrt wird ein Fahrzeug mit geländeuntauglicher Geometrie (Radstand, Massenverteilung, Rahmenart ...) auch mit Allradantrieb nicht zum guten Geländewagen.

Zudem kann falsches Fahrverhalten durch gute Technik kaum ausgeglichen werden. 

Die mit den Geländewagen verwandten Sport Utility Vehicles SUV kopieren konstruktiv oder optisch deren Merkmale, setzen jedoch die Prioritäten ähnlich wie bei sportlichen Personenwagen.

Generalschlüssel

Spitzname, Werkstattjargon für Bolzenschneider

Gesetz

Etwas »Gesetztes«, Feststehendes, das unser Verhalten als richtig oder falsch bewertet, nennt man Gesetz: Verfassungsrecht, förmliche Gesetze, Rechtsverordnungen, autonome Satzungen ebenso wie Gewohnheitsrecht. Gesetzt werden solche Normen im sozialen Umfeld, in Kommunen, Ländern, national und transnational.

»Europäische Gesetze« gibt es als

  • Richtlinien W legen ein Ziel fest und setzen einen Zeitrahmen für dessen Umsetzung. Sie müssen in nationales Recht umgesetzt werden.

  • Verordnungen W sind sofort und unmittelbar in allen Mitgliedstaaten verbindlich. Die ihnen widersprechende ältere und abweichende national Gesetzgebung wird sofort wirkungslos und muss angepasst werden.

  • Entscheidungen regeln konkrete Sachverhalte gegenüber bestimmten Adressaten und können wie Richtlinien wirken.

Die nationale Gesetzgebung in Deutschland unterscheidet mehrere Normentypen, die hierarchisch geordnet sind:

  • Höchste Norm des Bundesrechts ist die Verfassung, also das Grundgesetz.

  • Darunter ordnen sich die Bundesgesetze, die vom Parlament verabschiedet werden.

  • Auf dritter Ebene folgen Rechtsverordnungen nach Artikel 80 Absatz 1 Grundgesetz durch die Regierungen und Minister von Bund oder Ländern auf der Basis bestehender Gesetze.

  • Mit Satzungen regeln Selbstverwaltungskörperschaften ihre eigenen Angelegenheiten.

  • Allgemeine Verwaltungsvorschriften gehen letztlich von den Bundesministerien aus und binden nur die Verwaltung. Sie richten sich nicht unmittelbar an die Bürger. 

Gewalt

Die wenigen Merksprüche für Techniker betonen launig den Gewaltaspekt: 

  • Unendlich ist des Schraubers Kraft, wenn mit Verlängerung er schafft.

  • Wo Gewalt nicht hilft, hilft noch mehr Gewalt.

  • Nach "fest" kommt zwar "ab", doch kommt erst kurz vor "ab" auch "fest".

Wer mit Motoröl groß geworden ist, hat diese Probleme nicht, denn er verfügt über Drehmomentsensoren in den Fingerspitzen.

siehe auch *Fehler, *Buschmechanik

Gewicht

siehe *Masse

gl, glg

Abkürzungen für *geländegängig

Glamping

Das Kofferwort von englisch glamourous camping erscheint um 2005 erstmals in Großbritannien.

Inhaltlich verbindet es Luxus mit Outdoor-Erlebnis, also etwa: das Wohnen im Baumhaus, in luxuriösen Safarizelten, Jurten, Tipis oder opulenten Trailern - also nichts Neues außer dem Marketing-Begriff.

Globales Navigations-Satellitensystem

GPS bezeichnet strenggenommen nur das US-amerikanische globale Navigations-Satellitensystem; dieses ist derzeit eines von vier verfügbaren GNSS (englisch global navigation satellite system):

  • NAVSTAR GPS (USA) seit 1995 mit 32 Satelliten

  • GLONASS (Russischen Föderation) seit 1996, seit 2011 voll umfänglich mit 24 Satelliten

  • Galileo (EU) im Aufbau, bereits zugänglich und bis 2020 voll umfänglich mit 30 Satelliten

  • Beidou (VR China) im Aufbau, bereits zugänglich und bis 2020 voll umfänglich mit 35 Satelliten 

GPS-Empfänger im Navi/Smartphone bestimmen die Position derzeit über vier Satelliten mit weniger als 10 Metern Abweichung. Eine höhere Genauigkeit kann rechnerisch erreicht werden oder durch Nutzung von mehr Satelliten. Manche Smartphones nutzen bereits bis zu 12 Satelliten. Diese können durchaus zu unterschiedlichen Systemen gehören.

Globetrotter-Clubs

Australien - Womens Adventure Club, 2008 - englisch - www.adventurouswomen.com.au
Belgien - Brügge - Wegwijzer Reisinfo - - französisch - www.wegwijzer.be
Bulgarien - Sofia - Travellers Club Bulgaria - - bulgarisch - www.travellers-bg.com
Dänemark - Kopenhagen - Adventurers' Club - 1938 - www.adventurersclub.dk
Dänemark - Kopenhagen - De Berejstes Klub - DBK - 1996 - dänisch - www.deberejstesklub.dk
Deutschland - Berlin - Abgefahren e.V - 2007 - deutsch - www.abgefahren-ev.de
Deutschland - Deutsche Zentrale für Globetrotter e.V. - DZG - 1974 - deutsch - www.globetrotter.org
Deutschland - München - Euro-Arabischer Freundschaftskreis e.V. - EAF - 1981 - deutsch - www.eaf-ev.de
Deutschland - München - Sahara Club - 1984 - deutsch - www.sahara-club.de
Ecuador - Quito - South American Explorers Clubhouse - 1989 - englisch - www.saexplorers.org/explore/peru/quito-clubhouse
Finnland - Helsinki - Travellers' Club - TCF - 1994 - finnisch - www.tcf.fi
Frankreich - Paris - Aventure du Bout du Monde ABM - ABM - 1988 - französisch - www.abm.fr
Frankreich - Paris - Collectif des blogueurs voyage - - französisch - http://collectif-blogueurs-voyage.fr/
Frankreich - Paris - Les Passeurs d'Aventures - Passdav - 2011 - französisch - www.passdav.fr
Großbritannien - London - 153 Club - 1978 - englisch - www.the153club.org
Großbritannien - London - Royal Geographical Society - 1830 - englisch - www.rgs.org
Großbritannien - London - The Globetrotters Club - 1945 - englisch - http://globetrotters.co.uk
Großbritannien - London - Travellers' Club - 1819 - englisch - www.thetravellersclub.org.uk
Italien - Rom - Totem e Tabù - 1989 - italienisch - www.totemtabu.it
Kanada - Ottawa - Royal Canadian Geographical Society - 1929 - englisch - www.rcgs.org
Kroatien - Zagreb - Klub Putnika - 2005 - kroatisch/englisch - www.klubputnika.org
Norwegen - Oslo - Patrons of Royal Explorers Club - - http://royalexplorersclub.com
Norwegen - Oslo - Travellers' Club - 1928 - schwedisch - www.travellersclub.no
Norwegen - Oslo - Women Travellers' Club, Oslo - 1993 - schwedisch - www.womentravellersclub.org
Österreich - Reichersdorf - Expedition Club Austria - 1979 - deutsch - www.expeditionclub.at
Peru - Lima - Club Mundo Aventura Perú - CMAP - 2014 - www.clubmundoaventuraperu.com
Peru - Lima - South American Explorers Clubhouse - 1977? - englisch - www.saexplorers.org/clubhouse/lima-clubhouse
Peru - Cusco - South American Explorers Clubhouse - englisch - www.saexplorers.org/clubhouse/cusco-clubhouse
Polen - Kraków - Travelbit - 1976 - polnisch - www.travelbit.pl
Russland - Moskau - Academy of Free Travel - AVP - 1995 - russisch - www.avp.travel.ru
Schweden - Göteborg - Travellers' Club i Göteborg - 1929 - schwedisch - www.travellers.nu
Schweden - Stockholm - Travellers' Club Stockholm - 1911 - schwedisch - www.travellersclub.se
Schweden - Malmö - Travellers’ Club - 1936 - schwedisch - www.travellers.se
Serbien - Novi Sad - The Travel Club - Klub Putnika - 2005 - serbisch/englisch - www.thetravelclub.org
Singapur - Singapur - Adventurers' Club - SAC - 1963 - englisch - www.sac.org
Slowenien - Maribor - Društvo popotnikov Vagant - 1994 - slowenisch - www.vagant.si
Türkei - Istanbul - Türkiye Gezginler Kulübü Derne?i - - türkisch - www.gezginler.org.tr
Tunesien - Ben Arous - Club International des Grands Voyageurs - CIGV - 1984 - französisch - www.cigv.com
USA - Los Angeles - Adventurers' Club - 1913/1921 - englisch - www.adventurersclub.org
USA - Honolulu - Adventurers' Club - 1955 - englisch - http://adventurersclubhonolulu.blogspot.de/
USA - Chicago - Adventurers' Club - 1921 - englisch - www.theadventurersclub.com
USA - New York - Explorers Club - 1904 - englisch - www.explorers.org
USA - Most Traveled People - MTP - 2005 - englisch - www.mosttraveledpeople.com
USA - Ithaca, New York - South American Explorers - SAE - 1977 - englisch - www.saexplorers.org
USA - Santa Monica - Travelers Century Club - TCC - 1954 - englisch - http://travelerscenturyclub.org

Globetrotter-Kalender

Ein doppelseitiger Tafelkalender mit (fast) allen Treffen in Deutschland und den Nachbarländern sowie vielen Reisemessen und Festivals. Termine können angemeldet werden bei www.globetrotter.org, Redaktionsschluss August. Der Kalender wurde erstmals 2010 von Norbert Lüdtke erstellt und erscheint seither etwa im Oktober, herausgegeben von der *dzg, Deutsche Zentrale für Globetrotter e.V.

Globetrotter-Treffen

Das erste Globetrottertreffen Deutschlands fand am 23. Juni 1974 in Hagen statt, im elterlichen Garten von Ludmilla Tüting, mit etwa 50 Teilnehmern und führte nach weiteren Treffen im September 1974 zur Gründung der Deutschen Zentrale für Globetrotter e.V. Seither ist es eine der Hauptaufgaben der dzg, Globetrottertreffen zu organisieren.

Glossar

Ein Glossar ist begrenzter als ein Wörterbuch, welches auf Vollständigkeit angelegt ist. Es umfasst die Terminologie einer Gruppe oder eines Sachgebietes und definiert die Begriffe sachlich.

GPL

Abkürzung für französisch gaz de pétrole liquéfié, siehe *Gas

GPS

Abkürzung für englisch global positioning system, siehe *globales Navigations-Satellitensystem

Grader

Fachbegriff für meist dreiachsige Grader (auch: Planierer, Erdhobel) zum Einebnen des Unterbaus beim Straßenbau.

Dort, wo es keine Asphaltstraßen gibt, dienen sie als »Pistenschleifgerät«: Schlaglöcher werden zugeschoben, Wellblech eingeebnet, Sandpisten geglättet, nach der Regenzeit werden Furchen gefüllt.

In improvisierter Form dienen mit Ketten verbundene Lkw-Reifen hinter einem Zuggerät zum Einebnen, insbesondere bei sandigem oder losem Untergrund.

Grauwasser

Gering verschmutztes Abwasser durch Duschen, Baden, Händewaschen, Waschmaschine.

Nicht jedoch Küchenabwässer wegen Fett und Speiseabfällen und auch kein fäkalienhaltiges Abwasser aus der Toilettenspülung.

siehe *Abwasser, § EU Norm 12056-1[1]

Grip

Begriff aus dem Rennsport für Reifen mit extremer Haftreibung. Werblich übertragen auf andere Reifen, jedoch ohne technische Definition.

Siehe *Kraftschluss und *Reifen, Gelände-

Grüne Karte

siehe *Versicherung

Grüne Minna

(1) Spitzname, umgangssprachlich für ein grünes Polizeifahrzeug

(2) Ursprünglich im engeren Sinn für einen Gefangenentransporter. 

(3) Bereits 1866 in Berlin nachweisbar, als der Gefangenentransportwagen noch als Pferdefuhrwerk mit geschlossenem Aufbau unterwegs, aber bereits grün war.

Vermutlich verbunden mit dem Ausdruck jemanden »zur Minna machen«, also »klein kriegen«.

In Österreich hieß es »der grüne Heinrich«.

www.polizeihistorischesammlung-paul.de/wissenswertes/Minna/die_gruene_minna.htm

GruKaWe

Abkürzung für Gruppenkraftwagen, siehe auch *Wanne

Gürtelreifen

Synonym für Radialreifen, siehe *Reifen, Bauart

GTÜ

Abkürzung für Gesellschaft für Technische Überwachung mbH

siehe *Überwachungsorganisationen

Willy-Wiki:

H wie Hanomag

Habegger

Deonym, besonders in der Schweiz, für einen Greifzug. Der Gattungsname entstand aus dem Firmennamen, der auf einem Personennamen beruht. Der Thuner Unternehmer Willy Habegger führte den in Frankreich erfundenen Seilzug (französisch: tirfor) als erster im deutschsprachigen Raum ein.

Haftpflicht-versicherung, Kfz-

siehe *Versicherung

Halligan-Tool

Deonym für ein langes Schlag-/Hebel-/Brechwerkzeug mit drei Werkzeugenden: Klinge, Dorn und *Kuhfuß, das insbesondere von der Feuerwehr zum Aufbrechen verwendet wird. Der Produktname geht zurück auf den Erfinder, den Chef der New Yorker Feuerwehr Hugh Halligan. Produziert wurde es ab 1948.

Hanomag

Akronym aus Hannoversche Maschinenbau Actien-Gesellschaft, 1871 gegründet.

Gerne wird die Abkürzung auch als Backronym  gelesen:
Hier arbeiten noch Ochsen mit anhaltender Geduld.

Als Basisfahrzeuge für Reisemobile dienten insbesondere der Hanomag Kurier, gebaut ab 1958 als Frontlenker, basierend auf dem L28.

Ab 1965 wurde der ursprünglich im Tempo-Werk in in Hamburg-Harburg gebaute Kleintransporter Tempo Matador E als Hanomag verkauft.

Daraus wurde ab 1967 der *Harburger Transporter mit den Modellen F 20 bis F 35.

Durch Übernahme wurden diese zum Mercedes-Benz 206 und erst 1977 vom Mercedes-Benz T 1 abgelöst, dem *Bremer Modell.

Horst-Dieter Görg, Michael Reipsch: Lastkraftwagen von HANOMAG. Delius Klasing Verlag Bielefeld 2006

Hanomag A-L28

Ab 1950 wurde der Hanomag L28 als leichter Lastwagen und Langhauber gebaut, der dann als Allradversion A-L28 ab 1958 insbesondere für Bundesgrenzschutz, Bereitschaftspolizei, THW ... bis 1971 gebaut wurde.

Roadmovie: Wir können auch anders … (Detlev Buck 1993): Die Analphabeten Rudi (Joachim Król) und Moritz Kipp (Horst Krause) fahren mit einem Hanomag L 28 nach Mecklenburg-Vorpommern.

Harburger Transporter

Umgangssprachliche Bauartbezeichnung nach dem Herstellungsort des L 206 D/306 D und L 207/307 bis 1977.

Ausgehend vom Kleintransporter Matador, gebaut von Tempo in Hamburg-Harburg, wurde dieser ab 1965 von Rheinstahl-Hanomag gebaut (F 20, 25, 30, 35), ab 1969 bis 1975 als Hanomag-Henschel. 1970 übernahm Daimler-Benz die Firma und vertrieb den Transporter als L 206 D/306 D und L 207/307 bis 1977 als Konkurrenz zum VW-Transporter und Ford Transit und entwickelte erstmals eine eigene Transporter-Baureihe, siehe auch *Bremer Modell (T1) und *Düdo (T2).

Hardyscheibe

Deonym für eine Gelenkscheibe aus einem elastischen Material wie Gummi und mit Metallbuchsen, zum Ausgleich zwischen Kardanwellen. Benannt nach dem Erfinder 1938, dem Engländer John Leslie Hardy.

auch: Giubo-Kupplung, englisch: flexible joint disc

Hauptbaugruppen

Die Komponenten von Kraftfahrzeugen werden fünf Hauptbaugruppen zugeordnet:

  • Motor

  • Kraftübertragung

  • Fahrwerk

  • Karosserie

  • Fahrzeugelektrik/-elektronik

Für Reisemobile ist es sinnvoll, den Wohnaufbau als weitere Hauptbaugruppe zu betrachten, zumal er als *Wohnkoffer eine vollständig separate Einheit darstellt.

Hauptuntersuchung

§ 29 der StVZO verpflichtet zur regelmäßigen Hauptuntersuchung. Als Nachweis der erfolgreich abgelegten Untersuchung dient eine Prüfplakette. 

Die Hauptuntersuchung an Kraftfahrzeugen nach § 29 StVZO dient dem Schutz der Allgemeinheit, also von Leib und Leben, und ist als hoheitliche Aufgabe den amtlich zugelassenen Technischen Prüfstellen TP für den Kraftfahrzeugverkehr übertragen DEKRA, GTÜ, KÜS, TÜV, FSP.

Alle für die Verkehrssicherheit relevanten Bauteile und Systeme am Kraftfahrzeug (z.B. Klimaanlagen gehören nicht dazu) werden zerlegungsfrei einer Sicht-, Funktions- und Wirkprüfung unterzogen (»Inaugenscheinnahme«). Der Prüfbericht ist weder ein Wertgutachten noch eine Funktionsgarantie.

Festgestellte Mängel müssen taggenau innerhalb eines Monats behoben werden, sonst wird die Hauptuntersuchung wiederholt.

Nach Ablauf der Plakette muss die HU innerhalb von zwei Monaten erfolgen. Danach erfolgt eine vertiefte Prüfung zu erhöhten Kosten; außerdem kann eine Verkehrskontrolle dies mit einem Verwarnungs- oder Bußgeld sowie Punkten in Flensburg sanktionieren.

Zur HU sind mitzubringen: die Zulassungsbescheinigung Teil I (früher Fahrzeugschein), Anbaubestätigungen (z. B. für Anhängerkupplung), Allgemeine Betriebserlaubnisse …), natürlich muss das Fahrzeug vollständig bestückt sein (Warndreieck, Erste-Hilfe-Kasten …)

Eine Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO muss in Deutschland erfolgen, ist jedoch nicht an den Zulassungsbezirk gebunden.

Läuft die Frist für die nächste HU ab, wenn sich ein Fahrzeug vorübergehend im Ausland befindet, so wird den Pflichten nach §29 StVZO genügt, wenn das Fahrzeug unverzüglich zur Hauptuntersuchung vorgeführt wird. Verkehrsgefährdende Mängel können allerdings bei der Einreise zur sofortigen Stilllegung führen. Zu prüfen ist auch, ob der Versicherungsschutz an eine gültige Hauptuntersuchung gebunden ist.

Eine eventuelle Gasprüfung muss alle zwei Jahre durchgeführt werden; manche Bauteile (Gasregler, Gasschläuche, Sperrhähne …) sind nach zehn Jahren auszutauschen. Benötigt wird jedoch das Erstbescheinigungsheft des Herstellers; auch sollte die Gasflasche befüllt sein. Diese Gasprüfung ist Voraussetzung für die Zuteilung der HU-Plakette, sofern die Gasanlage Teil des Fahrzeugs ist. Ladung unterliegt nicht der HU. 

Hausdabei

Markenname für den ersten Zeltanhänger für Kfz, aus dem sich ein Zelt herausklappen ließ, konstruiert Hans Berger, gebaut von Sport Berger ab 1935.

Hausfrauenpanzer

Spitzname für *SUV

Hausmeisterschlüssel

Werkstattjargon für *Baustellenschlüssel

Heckgarage

Stauraum(kasten) am Heck, meist durch eine Außenklappe zugänglich, selten von innen.

Heizlast

Sie bezeichnet die dem Reisemobil zuzuführende Wärmemenge, mit der eine bestimmte Temperatur innen gehalten werden kann. Diese lässt sich praktisch ermitteln.

Zugeführt wird der so ermittelte Wärmebedarf nicht nur durch die Heizung, sondern auch durch Sonneneinstrahlung durch Fenster, Eigenwärme der Personen, Wärmeeintrag durch Kochen und Abwärme der Geräte.

Siehe auch *Raumklima

Heizölbrenner

Spitzname, Truckerjargon für Pkw mit Dieselmotor

Heki

Abkürzung, Gattungs- und Produktname (Seitz) für Hebe-/Kippdachfenster

Herstellercode

Dreistelliger Buchstabencode, Bestandteil der Fahrzeugidentifikationsnummer FIN/VIN, siehe die Liste des Kraftfahrt-Bundesamtes KBA: Verzeichnis der Hersteller von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern, alphabetisch Stand: 15. Januar 2017 SV 3.1

Herzbolzen

Stecken bei der Blattfederaufhängung in den Federaugen der Federbuchse, verbinden Federbock und Federschäkel.

HEV

Abkürzung für Hybride Electric Vehicle

High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle

Der Typ M998 ist ein allradgetriebenes Mehrzweckfahrzeug und wird seit 1985 als Nachfolger des M151 von AM General hergestellt: Bodenfreiheit: 41 cm, Wattiefe 0,75 m, Steigfähigkeit 60 % (31°), seitliche Kippsicherheit 40 % (22°.

Lautmalerisch als Humvee bezeichnet; die zivile Version ist der *Hummer

Carl Schulze: HMMWV. Workhorse of the US Army. 2002, 58 Seiten

Hilux

Abkürzung für High Luxury und Modellname für den *Toyota Hilux

Hippiemobil

 

Der Begriff kommt wohl aus dem Polizeijargon [Robin Luckham: Law and social enquiry: case studies of research. Scandinavian Institute of African Studies, 1981].

Der VW T1 und T2 transportierte die Hippies an der amerikanischen Ostküste von Festival zu Festival und auf dem Hippie Trail von Europa bis nach Nepal und Indien.

Love, Peace and Happiness (The Chambers Brothers 1969) fanden sich auf dem Hippiemobil als Peace-Zeichen und farbenfrohe Blumenmuster. Das Lebensgefühl »People in motion« dazu besang Scott McKenzie in San Francisco. Auch Pete Townshend beschrieb im Song Goin’ mobile (Who’s next 1971) den VW-Bus als »rollendes Hippieheim« und The Who spielte im Herbst 2007 in Hannover zum Jubiläum des Bullis, siehe: flower-power 

DER SPIEGEL 19.03.2007 Lars-Olav Beier: The VW Van Makes a Comeback: Till Rust Do Us Part 

siehe auch: *Magic Bus

Historische Fahrzeuge

siehe *Oldtimer

H-Kennzeichen

umgangssprachlich für *Oldtimer-Kennzeichen

HMMWV

Abkürzung für *High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle

Hochdachkombi

Fahrzeugklasse und Gattungsname für City-Van, also Pkw mit einer Dachhöhe außen von etwa 1,65 bis 1,9 m und einer Innenraumhöhe von 1,0 bis 1,2 m, also größer als ein Pkw-Kombi. Im Laderaum von 2,5 bis 4,0 cbm haben ein bis zwei Europaletten Platz. Typisch sind auch Schiebetüren hinten sowie eine Heckklappe oder Hecktüre, oft mit den Varianten L1/L2.

Marke

Modell

baugleich mit

Citroën

Berlingo

Partner

Dacia

Dokker

 

Fiat

Doblo

Combo

Ford

Tourneo Connect

 

Mercedes

Citan

Kangoo-Klon

Opel

Combo

Doblo

Peugeot

Partner

Berlingo

Renault

Kangoo

 

VW

Caddy

 

Vereinzelt gelingt es Alleinstehenden, Hochdachkombis als Basisfahrzeug für ein Reisemobil einzusetzen; manche Versionen kommen dem entgegen, etwa der VW Caddy Beach.

Als Ahnen gelten etwa die »Kastenente« auf 2CV-Basis (1949 - 1990), der Renault R4 Fourgonnette (1965 - 1992) sowie der VW *Fridolin (1964 - 1974).

Hodometer

Messgeräte für Wegstreckenmessung, z. B.: Kilometerzähler, engl. Odometer

HSS

Abkürzung für High speed steel, also Schnellarbeitsstahl, wie er für *Bohrer verwendet wird.

HU

Abkürzung für *Hauptuntersuchung

Hue(y)

(1) Der Name des Land Rover Prototypen vor 1948 mit der Chassisnummer LR1 und dem Kennzeichen HUE 166; dasselbe Kennzeichen erhielt der letzte Defender, der 2016 vom Band rollte.

(2) Spitzname für den ab 1956 gebauten Hubschrauber HU-1 oder Bell UH-1 Iroquois, ein Zusammenhang besteht nicht.

Hummer

Die zivile Ausführung des M998 *HMMWV wurde von GM ab 1992 bis 2010 als H1 bis H3 produziert.

Humvee

Spitzname, lautmalerisch für HMMWV, abgekürzt aus *High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle.

Hymer

(1) Oft benutzt als Gattungsname für Fahrzeuge der »Weißen Flotte«.

(2) Eine Marke für Reisemobile und Caravans sowie als Hymer Unternehmensgruppe in Familienbesitz, www.hymer.com

(3) Die www.erwinhymergroup.com fördert Stiftungen und soziale Projekte.

(4) Die Erwin Hymer Stiftung ist Träger des www.erwin-hymer-museum.de, siehe *Erwin Hymer Museum.

(5) Erwin Hymer (* 27. Juli 1930 Bad Waldsee; † 11. April 2013 ebenda) gründete den gleichnamigen Wohnwagen- /Reisemobilhersteller.

Willy-Wiki:

I wie IFA

IFA

Akronym für Industrieverband Fahrzeugbau, ab 1945/1948 in der DDR, dazu gehörten u.a. *Barkas und *Robur.

IFAK

Akronym im militärischen Bereich für Improved First Aid Kit

Immer dabei

Modellname für eines der ersten Wohnwagenmodelle des Herstellers Schweikert.

Imperial Measure

Das anglo-amerikanische Maßsystem, etwa mit 1 Inch (1Zoll = 2,54 cm), im Unterschied zum metrischen System. 1824 eingeführt, hält sich die Bezeichnung bis heute im Sprachgebrauch etwa beim Bestellen von Schrauben: Which size? Imperial measure!

Inbus

Akronym für »Innensechskantschraube Bauer und Schaurte«, dann wurde der Markenname zum Gattungsnamen, umgangssprachlich falsch auch Imbus. Im englischen Sprachraum Allen Key genannt, nach dem Unternehmen Allen Manufacturing Company in Hartford, Connecticut.

Initiationsriten

Wer in einem Job neu ist und dabei sein will, wird auf die Probe gestellt. In der Werkstatt drehen sich solche Tests um

  • 180 Grad Winkel
  • Adapter Drehstrom auf Gardena
  • Amboss-Klangfett
  • Anlassfarbe
  • Anzündlitze für die Zündkerze
  • Augenmaß
  • Dunkelbirne
  • Eimer Pressluft
  • Erdungswasser
  • Feierabendschablone
  • Frequenzbiegezange
  • Getriebesand
  • Gewindehammer
  • Hochleistungs-Bremsenfett
  • Keilriemenfett
  • Kreisfeile
  • Müllsäcke für den Spannungsabfall
  • Papierhobel
  • Ritzelverkleinerungszange
  • Schnellfeilöl
  • Siemens-Lufthaken
  • Standgasbehälter
  • Tankinnenbeleuchtung
  • Vergaserschlamm
  • Vierkantbohrer
  • Wasserstrahlbiegezange
  • Wasserwagenausgleichsgewichte
  • Zündfunken-Sammelbehälter

Zu erwerben sind viele dieser außergewöhnlichen Produkte bei www.etel-tuning.eu

Inselanlage Reisemobil

Das Hauptziel ist, möglichst lange einen Stellplatz in der Natur nutzen zu können, wenn externe Ressourcen fehlen. Die Autarkie einer Inselanlage Reisemobil basiert dann auf

  1. einer doppelten Energieversorgung, also etwa Heizen mit Gas oder Diesel;

  2. einer unabhängigen Energienutzung, also etwa Gasnutzung auch ohne Strom;

  3. koordinierten Reichweiten der mitgeführten Energiearten, damit nicht die knappste Energieform das Ende der energieautarken Standzeit bestimmt;

  4. einer jederzeit gewährleisteten Fahrfähigkeit (Starterbatterien voll, Dieselreserven für xxx km). 

Letztlich wird die Standzeit immer bestimmt durch die Nutzerbedürfnisse und die Batteriekapazität. Ersteres ist schwierig zu ändern, letzteres wiegt schwer. An Fahrtagen beginnt die Standzeit immer mit vollen Batterien (Bleibatterien 80% oder mehr mit Ladebooster). Die Standzeit kann verlängert werden durch:

  1. Abkoppeln der Hauptverbraucher (Wärme, Kälte, Kochen …) vom Bedarf an elektrischer Energie.

  2. Minimieren des Eigenverbrauchs der elektrischen Anlage.

  3. Erhöhen des Batterie-Ladezustandes situationsabhängig mittels Solaranlage, zweiter Lichtmaschine oder Generator; 100%-Ladefähigkeit mit CTEK-Ladegerät.

  4. Optimieren der Batteriekapazität durch größere Bleibatterien oder Lithium-Ionen-Batterien.

Siehe auch *Energieversorgung

Interkontinentale ...

Straßen und Strecken siehe *Routen

Iveco

Akronym für Industrial Vehicles Corporation, 1975 in Turin/Italien gegründet. Federführend durch Fiat wurden die Lkw-Sparten von OM (Officine Meccaniche, Italien), Unic (Frankreich), Magirus-Deutz (Deutschland) zusammengeführt, später kamen die Nutzfahrzeugsparten von Lancia und Alfa Romeo hinzu.

Willy-Wiki:

J wie Jeep

Jargon

*Fachsprache entsteht top-down: es wird definiert, klassifiziert, kategorisiert, systematisiert. Im Gegensatz dazu entsteht Jargon bottom-up. Was sich im Alltag durchsetzt, wird erfolgreich durch Subjektivität, es ist: 

  • anschaulich: *Moppel, *Tupperware

  • witzig oder derb: *Petrolhead, *Schweinenase, *Bullenwanne

  • typische: *Nasenbär, *Russen-Willy, *Stand-Rover

  • lautmalerisch: *Hummer, *Schnauferl

Auffällig häufig werden im technischen Vokabular Dinge nach Erfindern oder Herstellern benannt (»Deonyme«): Dieselmotor, Ottomotor, Habegger, Hardyscheibe, Leatherman, Martinshorn, Simmerring, Flex, Inbus usw - hier wurde Jargon zum Markennamen oder Fachbegriff.

Beide, Fachsprache und Jargon, werden innerhalb einer Gruppe verwendet und haben dadurch eine soziale identitätsstiftende Funktion - siehe auch die *Initiationsriten - man erkennt sich daran, durch Gebrauch entsteht eine »Sprachkomplizenschaft«. Beide sind funktional, denn sie erlauben eine klare Kommunikation. Insofern sind Szene- und Fachjargon nicht immer zu trennen.

Zum engeren Szenejargon von Fernmobilreisenden kann man zählen.
Bakkie, Bullenwanne, Bully, Buschtaxi, Düdo, Eckhauber, Hausfrauenpanzer, KATzen, Landy, Mäusekino, Nasenbär, Pinzi, Rundhauber, Stand-Rover, Tupperware, Weiße Ware ...

Hinzu kommen entliehene Begriffe aus dem Repertoire anderer Gruppen:

  • Bundeswehr-Jargon: Allesfresser, Emma, Moppel, Nato-Knochen, Nato-Ziege, Russen-Willy, Schweinenase

  • Gaunersprache: Bulle, Lappen

  • Offroad-Jargon: bulldust, erg, escarpment, fech-fech, gravel, grid, outback, paved, tarmac

  • Truckerjargon: Adventskalender, Bock, Breitmaul, Elefantenrennen, Heizölbrenner, Konservendosen, Trachtenverein, Warschauer Allee

  • Werkstattjargon: Fichtenmoped, Geizhals, Generalschlüssel,  Kolbenfresser, Lama, Lima, Negerkeks, Schrauber-Deo, Wapuza

auch slang, wenn die Sprache als soziales Unterscheidungsmerkmal besonders betont werden soll; englisch lingo, ein verballhorntes Kofferwort für language und jargon siehe auch: CB lingo, truck lingo

Jeep

Zunächst Militärjargon, erst später Produktname, umgangssprachlich Gattungsname für kleine Geländewagen.

Der Militärgeländewagen Willys MB (1942-1945) des gleichnamigen Herstellers wurde von seinen Nutzern Jeep genannt, erstmals 1941 nachweisbar. Vermutlich bezieht sich der Name auf »Eugene the Jeep« aus dem Comic Popeye, denn diese Comic-Figur hatte die Eigenschaft, überall dorthin zu kommen, wohin sie wollte. Der Kriegsberichterstatter Ernie Pyle sagte damals über Willys MB: »It did everything. It went everywhere. Was faithful as a dog, as strong as a mule, and as agile as a goat.«

Gebaut wurde der Jeep von Willys-Overland bis 1953, es folgten: Kaiser Jeep 1953 - 1970, AMC Jeep 1970 - 1986, Chrysler Jeep 1986 - 1998, Daimler-Chrysler Jeep 1998 - 2007 und wieder Chrysler Jeep ab 2007.

Jipsy

Der ursprüngliche Modellname für den *Suzuki LJ 80 konnte markenrechtlich nicht verwendet werden.

Willy-Wiki:

K wie KAT

Kapitän der Landstraße

Spitzname, Metapher für *Fernfahrer, besonders vor dem Zweiten Weltkrieg verbreitet.

Curt W. Götze: Kapitäne der Landstraße Potsdam. Voggenreiter Verlag 1936. 111 S.

Karawane

Markenname für einen Wohnwagen von Hans Berger, entwickelt 1937, verspottet als »rollende Sperrholzlaube«, aber ein 490 kg leichter Verkaufsschlager.

1938 fuhren Theo Rockenfeller und seine Frau Ilse Lundberg mit einem Ford-V-8-Kabriolet und dem Karawane-Anhänger von Berlin nach Libyen.

Kastenwagen

Kastenwagen werden gerne als Basisfahrzeuge für den Umbau zum Reisemobil verwendet. Ihr Vorteil ist, dass man keinen Kabinenkoffer bauen muss und sich weitgehend auf den Innenausbau beschränken kann.

Bei Wegfall der transporterüblichen Trennwand und mit Drehsitzen vorne lässt sich der Innenraum optimal nutzen. Unverkleidetes Blech und große ESG-Fensterflächen erfordern allerdings erhöhten Aufwand zur Wärmedämmung.

Es bedarf eines sparsamen Ausbaukonzeptes, wenn die 3,5t-Grenze eingehalten und eine vernünftige Zuladungsmasse möglich sein soll. Die Modelle in L1 bis L3/4 und H1 bis H3 erlauben auch die Zulassung im 4t- und 5t-Bereich. Damit wird mehr Raumluxus und auch die Aufrüstung in Richtung zum Expeditionsmobil möglich.

 Marke

Modell

baugleich

Citroen

Jumper

Ducato, Boxer

Fiat

Ducato

Jumper, Boxer

Ford

Transit

 

Iveco

Daily

 

Mercedes

Sprinter

(Crafter)

Opel

Movano

Master

Peugeot

Boxer

Jumper, Ducato

Renault

Master

Movano

VW

T 4, 5, 6

 

VW

Crafter

(Sprinter bis 2015)

Diese Wagen lassen sich vor dem Hintergrund zahlreicher Kriterien hin und her diskutieren. Der Fiat Ducato erlaubt durch seine Breite den Einbau der längsten Querbetten; der Sprinter punktet mit Komfort und Handling, der Crafter durch die geringste Pannenhäufigkeit, der Transit hat den größten Laderaum, der Iveco die größte Breite innen ...

KAT

Abkürzung für »Kategorie«: KAT I Fahrzeuge sollen fähig sein, Kampfpanzern im Gelände zu folgen, sind also strategische Fahrzeuge höchster Mobilität. Der Motor ist hinter der Fahrerkabine. Die vollständige Bezeichnung lautet z.B. MAN gl Kat I A1.1 Von 1977 bis 1985 baute MAN fünf Typen der KAT I Version.

Kosename »KATzen« für die Mehrzahl

KBA

Abkürzung für *Kraftfahrt-Bundesamt

Kennzeichen
§

Das deutsche Recht unterscheidet zwischen folgenden Kennzeichen:

  •     Allgemeine ... [FZV §8 und §10]

  •     *rote ... [FZV §16]

  •     Saison ... [FZV §9(3)]

  •     *Kurzzeit ... [FZV §16a]

  •     Oldtimer ... [FZV §9(1)]

  •     rote Oldtimer ... [FZV §17]

  •     Ausfuhr ... [FZV §19]

  •     *Wechsel ... [FZV §8(1a)]

  •     Versicherungs ... [FZV §§26-28]
        (z. B. Leichtmofa, Mofa 25, Mokick, Krankenfahrstühle)

  •      E-Kennzeichen für elektrisch angetriebene Fahrzeuge seit dem 26.09.2015

Aktuelle Versicherungskennzeichen sowie die der zurückliegenden letzten sieben Versicherungsjahre sind mit Halter und Fahrzeugdaten im Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) registriert.

[Quelle: Kraftfahrtbundesamt, Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr FZV]

Die Darstellung von Kfz-Kennzeichen auf einer Webseite verletzt an sich keine Persönlichkeitsrechte und ist auch keine Datenschutzverletzung, bestätigte das Landgericht Kassel den erstinstanzlichen Beschluss des AG Kassel [10.05.2007. Az 1 T 75/07].

Knippingschrauben

Werkstattjargon für Blechschrauben

Knutschkugel

Spitzname für die BMW Isetta, auch *Asphaltblase

Koffer

siehe *Wohnkoffer

Kolbenfresser

Werkstattjargon für einen Motorschaden, bei dem Kolben und Zylinder durch Reibschweißung miteinander verbacken; die Vorstufe heißt Kolbenklemmer. 

Konservendosen 

Spitzname, Truckerjargon für Wohnwagengespanne

KOM

Abkürzung für *Kraftomnibus

Konvoi

Kolonnenfahrt, siehe *Verband

KraKa

Akronym für *Kraftkarren

Kraftfahrt-Bundesamt

Abgekürzt KBA. Die dem Bundesministerium für Verkehr unterstellte Oberbehörde in Flensburg regelt die Zulassungsverfahren von Fahrzeugen und führt u.a. ein Register aller zugelassenen Kraftfahrzeuge. Ihre Begriffsbestimmungen sind in einem Glossar zusammengefasst.

Kraftfahrzeuge, Einteilungen

Laut Kraftfahrt-Bundesamt KBA gibt es weltweit

  • 10 Konzerne
  • 52 Marken
  • 200 Hersteller
  • 680 Modellreihen
  • 2.000 Modelle
  • 15.000 Typen plus
  • unzählige Varianten und Versionen

Beispielsweise umfasst Der Konzern Volkswagen die Marken: Volkswagen AG, aber auch Skoda, Audi, Seat, Porsche, Bugatti, Bentley, Lamborghini.

Marke und Modell entsprechen in der Regel der Beschriftung am Fahrzeug, etwa: Mercedes Sprinter.

Typen, die in Deutschland bzw. der EU zugelassen werden, erhalten vom KBA eine Typgenehmigung; die Modellverschlüsselung wird Teil der Fahrzeug-Identifizierungsnummer FIN.

Dasselbe Modell kann je nach Typ in unterschiedliche Pkw-Segmente fallen, etwa
8 Geländewagen, 9 Mini-Van, 10 Großraum-Van, 11 Utilities, 12 Wohnmobil. So finden sich die *Kastenwagen Jumper, Boxer, Ducato, Sprinter etc. sowohl in Segment 11 als auch in 12.

Der Begriff Fahrzeugklasse wird unterschiedlich definiert von *KBA, EU, USA ... Dasselbe Modell kann durch seine Bauart in unterschiedliche Segmente (und damit in unterschiedliche Lkw oder Nutzfahrzeug) Fahrzeugklassen eingestuft werden, beispielsweise: Kombi, Hochdachkombi, Minivan, Kastenwagen, Utilities, Wohnmobil.

Kraftfahrzeugsteuer
§

Für Wohnmobile bezieht sich die Steuer auf zulässiges Gesamtgewicht  und Schadstoffemissionen (EU-Emissionsklasse), siehe *Emissionsschlüsselnummer.

Andere Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen unterliegen einer nur gewichtsbezogenen Steuer.

Für schwerere Nutzfahrzeuge gibt es vier emissionsbezogene Tarife, die progressiv in Stufen von 200 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht gestaffelt sind. Kraftfahrzeugsteuerrechtlich hat dabei die jeweilige Schadstoffklasse im Sinne der Straßenverkehrszulassungsordnung Vorrang. Die jährliche Höchststeuer beträgt für:

  • Schadstoffklasse S2 und besser 556 Euro

  • Schadstoffklasse S1 914 Euro

  • Geräuschklasse G1 1.425 Euro

  • Übrige 1.681 Euro

Die Zollverwaltung übernahm zum 1. Juli 2014 die Verwaltung der Kraftfahrzeugsteuer von den Landesfinanzbehörden. Sie informiert und bietet einen Kfz-Steuerrechner an.

[Quelle: Bundesfinanzministerium]

Kraftkarren

Die Zweirad Union entwickelte und fertigte den deutschen Urahn der Quads 1962 für die Land- und Forstwirtschaft und für den Katastrophenschutz. Eine weiterentwickelte Version verwendete die Bundeswehr bis 1990 insbesondere für den Abwurf an Fallschirmen. Abgelöst wurde der KraKa vom Mercedes-Benz *Wolf gl und dem Wiesel, einem Kettenfahrzeug.

Kraftomnibus

»Nationale Fahrzeugart: Nutzfahrzeug, das nach seiner Bauart und Einrichtung zur Beförderung von mehr als 9 Personen (einschließlich Fahrzeugführer) und ihres Reisegepäcks bestimmt ist. Es kann ein oder zwei Decks (Benennung: Doppeldeckerbus) aufweisen (gemäß Systematik der Straßenfahrzeuge DIN 70010) (siehe auch M2-/M3-Fahrzeug).«
[Quelle:
Kraftfahrtbundesamt]

Kraftschluss

Eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Reifen und Untergrund kann prinzipiell nur begrenzt Kräfte übertragen. Zu hohe Antriebskraft lässt die Reifen durchdrehen; zu hohe Bremskraft lässt die Reifen blockieren. Für beide Fälle gilt der Kraftschlussbeiwert (auch: Reibbeiwert) als Maß für die maximal übertragbare Tangentialkraft. Zusätzliche Kräfte können durch formschlüssiges Verzahnen übertragen werden.

Kreuz von Agadez

siehe *Tasagalt

Kreuz des Südens

Das kleine, jedoch auffällige Sternbild ist erst in Äquatornähe und auf der südlichen Hemisphäre zu sehen. Die längere Achse zeigt fünffach verlängert, annähernd zum südlichen Himmelspol und ist damit ein wichtiges Hilfsmittel zur Orientierung.

Kübelwagen

ursprünglich wohl Soldatenjargon, verkürzt aus der Bauartbezeichnung Kübelsitzwagen für geländegängige Pkw mit Stoffdach, (meist) ohne Türen und mit Schalensitzen, wegen der sich daraus ergebenden badewannenartigen Form. Dass »Kübelwagen« sich als deutsches Fremdwort im Englischen findet zeigt, dass dort erst später Vergleichbares entwickelt wurde.

Die Bauform entstand, weil das Militär (1.) schnelle, bewegliche Pkw wollte, die (2.) geländetauglich waren und (3.) neben dem Fahrer zwei Mann mit Bewaffnung tragen sollten, die (4.) Rundumsicht und freies Schussfeld haben sollten. Auf Karosserieteile, die störten (Dach) oder militärisch unnütz waren (Blinker), wurde verzichtet. Luftkühler waren nicht nur leichter sondern auch unempfindlicher gegen Durchschüsse. Ein flacher, glatter Unterboden brachte im Gelände nützliche Schlitteneigenschaften mit sich, trug aber zum »Wannencharakter« bei. Die fehlende Tür ermöglichte einerseits das Fahrzeug schnell zu starten oder zu verlassen, im Gelände fehlte andererseits der seitliche Schutz.

  • 1929 zeigt der als Feuerwehrwagen gebaute Wanderer W11 eine vergleichbare Bauform, zu sehen im Fahrzeugmuseum Chemnitz.

  • 1933 - 1941 wurde der Wanderer W11/I mit dem 3-Liter-Motor des Wanderer W14 für die Wehrmacht gebaut, mindestens 4500 Fahrzeuge.

  • 1934 - 1937 baute Horch den 830 R für Reichswehr bzw. Wehrmacht  für den Einsatz im Gelände mit Starrachsen, etwa 4.500 Stück

  • 1933 baute Opel Kübelwagen auf der Basis des Opel 4 mit 1,8 Liter Maschine; es blieben Prototypen und Sonderanfertigungen für Rallyes.

  • 1935 entwickelte Daimler-Benz den militärischen Kübelwagen 170 VK (Baureihe W 133 II) fürs Gelände aus dem zivilen Typ 170 V.
    1938 - 1941 wurden 375 Exemplare wenig erfolgreich als Kolonial- und Jagdwagen G5 gebaut.

  • 1937 - 1940 baute BMW den 325 als leichten geländegängigen Kübelwagen mit Allradantrieb und drei Sperrdifferentialen.

  • Aus dem KdF-Wagen, der von Ferdinand Porsche 1934 entwickelt wurde, aber kein Kübelsitzwagen war, entwickelte Porsche Anfang 1938 den Kübelwagen-Prototyp Typ 62. Der VW Typ 82 war 41 cm länger als Willys MB (Jeep), jedoch 300 kg leichter. Bis 1945 wurden mehr als 55.000 Exemplare hergestellt. 

VW hat die Bauform also nicht erfunden, jedoch mit dem Typ 82 mit Abstand am erfolgreichsten umgesetzt, daher gilt dieser bis heute als der Kübelwagen schlechthin.

Mit etwas Verzögerung wurden auch in anderen Staaten Kübelwagen für die Verwendung im zweiten Weltkrieg entwickelt und gebaut, dafür deutlich mehr: 370.000 Willys MB in den USA, 93.000 GAZ 64 in der UdSSR.

Volkswagen entwickelte nach dem zweiten Weltkrieg aus dem Typ 82 den Typ 181 fürs Militär als Kurierwagen und ab 1968 in ziviler Version als Kübelwagen, der bis 1980 verkauft wurde: als Trekker (UK), Thing (USA 1973–74), Safari (Mexico), Pescaccia (Italien), Camat (Indonesien). Andere folgten: IFA P2M (DDR 1952–1958), Borgward B 2000 (1955-61), DKW Munga

 

Zu sehen ist der Typ 82 im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien, in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug sowie bei den Mitgliedern des VW Kübel-Klub Deutschland e.V. www.kuebel-klub.de.

DER SPIEGEL 27.02.2001  Mathias Paulokat: VW-Kübelwagen: Raubein mit bunter Vergangenheit

KÜS

Abkürzung für Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e. V.

siehe *Überwachungsorganisationen

Kuhfuß

Werkzeugbezeichnung für ein langes Eisen, dessen klauenförmiges Ende zum formschlüssigen Ziehen von Nägeln dient und das auch als Brechstange verwendet wird. 

auch Geißfuß

Kultauto

Im Segment der Reisemobile, Gelände- und Allradfahrzeuge werden des öfteren als Kultauto genannt: Der VW-Bus »Bully« und das *Hippiemobil, der Toyota Landcruiser »Buschtaxi«, Willys MB »Jeep«, Lada Niva, der Hummer H1, der Puch Haflinger - das darf natürlich jeder anders sehen und ergänzen!

Kurzhauber

Fachbegriff für die Motorhaubenbauform, synonym zu *Rundhauber, Pendants sind *Frontlenker und *Langhauber

Kurzworte

*Fachbegriffe und Markennamen entsprechen oft nicht dem Bedürfnis nach bequemer umgangssprachlicher Verwendung. Ist der Fachbegriff sperrig oder der Markenname langweilig, sorgen eine Art Schwarmphantasie und volksnaher Schalk mundgerecht für neue Kurzworte wie:

  • Kurznamen: *Landy, *Pinzi

  • Spottnamen: *Hausfrauenpanzer, *Mäusekino

  • Spitznamen: *Bully, *Jeep, *Nato-Knochen

  • Kosenamen: *Bakkie, *Buschtaxi, *Düdo, *KATzen

  • Kofferworte: Jein (Ja + Nein), Smog (Smoke + fog), Motel (Motor + Hotel), *Glamping (Glamorous  + Camping), *MiFi (Mobiles WiFi) bestehen aus dem Anfang des ersten und dem Ende des zweiten Wortes.

  • Akronyme, also *Abkürzungen, die man als Wort sprechen kann: *Bulli (Bus & Lieferwagen), *DoKa (Doppel & Kabine), *IFA, *Hanomag usw.

Diese Formen lassen sich nicht eindeutig trennen; gemeinsam ist ihnen ein emotionaler Gehalt, der zwischen liebevoll und abwertend schwanken kann. Sind solche Namen erfolgreich, werden sie zum *Jargon der Szene, manchmal verdrängen sie den ursprünglichen *Fachbegriff oder Markennamen, auch wenn sie eben nicht präzise klingen, sondern witzig, derb, typisch oder lautmalerisch, durch ihre »Spitze« also treffend als Spitznamen gelten.

Kurzzeit-Kennzeichen
§

Seit 2015 ist  eine gültige Hauptuntersuchung nachzuweisen:

»§ 16a Probefahrten und Überführungsfahrten mit Kurzzeitkennzeichen

(1) Ein Fahrzeug darf, wenn es nicht zugelassen ist, zu Probe- oder Überführungsfahrten in Betrieb gesetzt werden, wenn

  1. es einem genehmigten Typ entspricht oder eine Einzelgenehmigung erteilt ist,
  2. eine dem Pflichtversicherungsgesetz entsprechende Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung besteht und
  3. es ein Kurzzeitkennzeichen führt.«

[Fahrzeugzulassungs-Verordnung §§ 16a, 8-10,14,24,30,31,33,35,48, Anlage 4]